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Projektberichte 2017

Kenia

von Claudia Schorr

01.12.2017 Von Anfang August bis Ende September 2017 war ich im Rahmen des "Famulieren&Engagieren"-Programms von IPPNW in Kenia. Meine Famulatur wollte ich im County Krankenhaus in Kilifi, einer Kleinstadt an der Küste, absolvieren. Bei meiner Ankunft erfuhr ich allerdings, dass eine Famulatur wegen eines Streiks des Krankenpflegepersonals dort nicht möglich sei. Hinzu kam, dass eine Woche nach meiner Ankunft Präsidentschaftswahlen in Kenia stattfanden. Iwaret, die sehr nette Ärztin von IPPNW und Gastgeberin in Kilifi, klärte mich darüber auf, dass ich unabhängig vom Streik meine Famulatur während der Präsidentschaftswahlen nicht antreten könne aufgrund zu erwartender Unruhen. (Bei den vorletzten Präsidentschaftswahlen 2007 kamen bei landesweiten Unruhen über 1000 Menschen ums Leben.) Ich flog daher mit Iwaret zu ihrer Familie nach Nairobi, bei der ich auch wohnen durfte. Wir konnten drei Tage vor und nach der Wahl aus Sicherheitsgründen die Wohnung ihrer Eltern nicht verlassen. Glücklicherweise kam es nach der Wahl in Nairobi nur zu vergleichsweise leichten Ausschreitungen.

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Serbien

von Inga Schwittai

01.12.2017 Seitdem ich mit einer ehemaligen Teilnehmerin über „famulieren und engagieren“ gesprochen habe, begann mein Interesse für das Programm zu wachsen. Ich war überglücklich, als ich per Mail die Zusage bekam, dass es im Sommer nach Belgrad gehen würde. „Und wieso ausgerechnet Serbien?“ fragten mich Freunde und Familie zum Teil ratlos, nachdem ich davon berichtete. Osteuropa, ehemaliges Jugoslawien, Balkanstaaten. Viel konnte ich mir darunter nicht vorstellen, obwohl diese Länder gar nicht so weit von Deutschland entfernt liegen. Meine Neugierde und Vorfreude wuchsen stetig und sollten nicht enttäuscht werden. Am Tag der Ankunft wurde ich sehr freundlich von Dragan (IPPNW) und seinen Freunden empfangen und ich verbrachte den ersten Nachmittag auf ihrem Hausboot. Gelebt habe ich die acht Wochen bei einer Bekannten von ihm. Sie ist eine sehr gebildete Frau, die mir viel über die Geschichte, die Gesellschaft, die Politik und die Kultur des Landes erzählte. Auch wurde ich häufig zum Familienessen eingeladen, was ich gerne annahm.

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Rumänien

von Jakob Breyer

01.12.2017 Ich habe mich für famulieren&engagieren nicht mit einem bestimmten Land beworben, also war es für mich nicht nur spannend, ob ich angenommen werde, sondern auch wohin es geht. Ich wurde ausgewählt für: Rumänien. Zuerst fielen mir zwei alte Freunde ein, deren Eltern aus Rumänien kommen, danach „Dragostea Din Tei“ von O-Zone, natürlich Transsylvanien und der bekannteste Rumäne aller Zeiten: Dracula. Zur Vorbereitung meldete ich mich sofort für einen Rumänisch-Kurs an der Universität an. Im Verlauf des Sommersemesters konkretisierte sich dann meine Vorstellung immer mehr, dazu trug auch das Einführungswochenende mit den f&e-lern des letzten und allen Teilnehmern des aktuellen Jahres bei. Wir sprachen viel über die Länder, die vor uns lagen, über Auslandsaufenthalte im allgemeinen, medical peace work und Ungleichheit. Per Mail nahm ich Kontakt zu meinem Sozialprojekt und dem Krankenhaus auf. Recht gut gerüstet, aber ohne wirkliche Ahnung, was mich genau erwartete machte ich mich als einer der Ersten auf den Weg.

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Kosovo

von Karolin Kirchgaesser

01.12.2017 Als ich mich im April für den Kosovo entschieden habe, lag das auch daran, dass ich so gut wie nichts über ihn wusste. Jetzt weiß ich eine ganze Menge mehr. Dazwischen ist folgendes passiert: Nach einer Aufregenden Ü30 Stunden Anreise mit Bahn und Bus bin ich in Pristina angekommen, wurde am Busbahnhof von Pëllumb von der IPPNW und seiner Freundin Festa abgeholt. Gemeinsam fuhren wir zu meiner WG und dort fand ich den Schlüssel unter der Fußmatte - genau so wie ich das von Zuhause kenne! Dass Pëllumb, Festa und ich gute Freunde werden würden wusste ich da natürlich noch nicht. Aber sie brachten mich gleich an meinem Ankunftsabend in ein ausgesprochen gemütliches Café und zeigten mir damit das, was Pristina ganz besonders macht: Eine Fülle an wunderbaren Cafés. Hier werde ich noch viel meiner Zeit verbringen werden, viel davon auch mit Festa und Pëllumb.

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Palästina

von Maria Wagner

01.12.2017 Als ich Anfang August um 4 Uhr morgens in Tel Aviv aus dem Flugzeug stieg, schlug mir die feuchte Hitze ins Gesicht. Der Cousin meiner Vermieter holte mich am Flughafen ab und während wir im Auto saßen, schaute ich aus dem Fenster: Willkommen im Heiligen Land. Wir fuhren bergauf, an Jerusalem vorbei, und durch den Checkpoint 300 nach Bethlehem, vorbei am Manger Square, am Bethlehem Peace Center und der Geburtskirche und vor das Haus meiner Vermieter. Ich habe ein Zimmer in der Gästewohnung einer Familie gemietet, die ich über Couchsurfing gefunden habe. Meine Vermieter wohnten unten, ich in der Wohnung darüber, aber mit eigenem Eingang. Später erfuhr ich, dass der ganze Häuserkomplex von verschiedenen Mitgliedern dieser Familie bewohnt wurde – und gewöhnte mich auch schnell daran, dass der Cousin, der mich abgeholt hatte, immer in der Wir-Form sprach: „Uns gehört ein Ferienhaus da und da“ usw. Meine Vermieter waren sehr herzlich und luden mich immer wieder zum Tee und zum Essen ein. Meine Vermieterin zeigte mir, wie man traditionelle palästinensische Gerichte in stundenlanger Arbeit zubereitet.

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Israel

von Marieke Bea

01.12.2017 "Ani medaberetrakanglit" – „Ich spreche nur englisch“ - diesen Satz nutzte ich bei jeder neuen Begegnung, um mich vorzustellen. Und jedes Mal wurde ich freundlich und interessiert willkommen geheißen in dem psychiatrischen Krankenhaus, in dem ich für sechs Wochen im August und September famulierte.Die meisten Tage meiner Famulatur verbrachte ich im Youth Department, außerdem in der gerontopsychiatrischen Ambulanz. Ein paar Stunden habe ich auch mal die ECT beobachtet (Elektrokrampftherapie) und war zwei Tage in der Notaufnahme. Mein typischer Tag begann im Idealfall mit einer Mitfahrgelegenheit mit einer Kollegin oder einem Kollegen von Tel Aviv nach HodHaSharon, was mir fast eine Stunde mehr Schlaf brachte als die Fahrt mit dem Bus. Im Youth Department begann die Frühbesprechung um 08.30 Uhr, hier kommen Ärzt/innen, Pflegekräfte, Psycholog/innen, Lehrpersonal der Schule, Student/innen, die assistieren, und jede Menge Therapeut/innen (Ergotherapie, Sport, Tanz, Musik, Tiere..) zusammen, es werden Vorfälle bzw. Verhalten der Jugendlichen des letzten Tages und der Nacht berichtet. Die Patienten sind zwischen 12 und 18 Jahre alt, etwa 15-20 stationäre Plätze, dazu einige ambulante Tagespatienten.

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Bosnien

von Carla Dohrendorf

01.12.2017 Das erste Foto, das ich aus meiner f+e-Zeit in die Heimat schicke, zeigt eine Hauswand mit Klimaanlagen. Etage über Etage, jede Wohnung ihre eigene, lassen sie ihr Kondenswasser auf den Bürgersteig tropfen, der Himmel darüber wolkenlos und blau. Es ist Anfang August und es ist heiß in Sarajevo. Sarajevo ist für eine Hauptstadt nicht besonders groß, hat gerade mal doppelt so viele Einwohner wie meine Studienstadt Göttingen, womit ich mich sehr wohl gefühlt habe. Es gibt viele Touristen, sowohl aus dem arabischen Raum (ein Konfliktpunkt: einerseits bringen sie dringend benötigtes Geld ins Land, andere befürchten gerade bei großen Investitionen eine Art Kolonisierung. Vor allem der strenger gelebte Islam macht das Thema schwierig, seit im Krieg die Religionszugehörigkeit zum wichtigsten Trennungsmerkmal geworden ist.) als auch aus dem europäischen (v.a. deutsche Backpacker), sodass man eigentlich nicht besonders auffällt und mit Englisch meistens ganz gut durchkommt.

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Mazedonien

von Lili Luft

01.12.2017 Als ich den Flughafen verlasse, um auf den Transferbus in die Hauptstadt Skopje zu warten, fällt mir als Erstes eine riesige Plakatwand ins Auge. Hier wird mit viel Hochglanz für eine Privatklinik in der Türkei geworben. Nicht unbedingt vertrauenserweckend - zumindest was das staatliche Gesundheitssystem betrifft. Die nächsten sieben Wochen bin ich in Mazedonien, oder besser gesagt in Skopje. Noch als ich nachts in dem Apartment stehe, das ab jetzt mein zu Hause sein wird, kann ich mir das nicht so recht vorstellen. Erst als ich mich am nächsten Morgen mit Goce (IPPNW-Student) und dem Vermieter auf den Weg zur Polizeistation mache, um mich dort zu melden, komme ich langsam in der Realität an. Ich teile mir die Rückbank mit der Frau des Vermieters und dessen beiden Kindern, alle reden laut und durcheinander um mich herum – ich verstehe nichts. Anfangs fällt es mir noch etwas schwer, pur zu vertrauen. Nach und nach fühle ich mich aber wohler und letztendlich sogar aufgehoben.

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Japan

von Maroun Attieh

01.12.2017 Im Rahmen des f&e-Programm bin ich nach Hiroshima, Japan. Die zwei Monate die ich in Japan verbracht habe waren eine einzigartige Erfahrung. Ich habe sehr viel über Land und Leute gelernt, ein neues Gesundheitssystem und japanische Friedensinitativen kennengelernt und tolle Freundschaften geschlossen. Die Organisation/Vorbereitung war ziemlich unkompliziert, dank der sehr engagierten IPPNW-Mitarbeitern. Bei mir ging es gleich los mit der Famulatur. Ich habe in der Radiologie und in der Kardiologie famuliert. Die Famulatur ist didaktisch sehr gut aufgebaut: man bekommt einen Stundenplan mit den verschiedenen Seminaren und Vorträgen die man besuchen kann und wird einem Arzt zugeteilt der sich um die Betreuung kümmert. Wie bereits in anderen Berichten erwähnt werdet ihr in der Famulatur nicht viel 'machen', dafür aber viel lernen können - es lohnt sich also, die Wahl der Abteilung daran zu orientieren. Ich habe auf jeden Fall auch medizinisch sehr viel mitgenommen.

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Indien

von Anna Andre

01.12.2017 Menschen in bunten Saris, überfüllte Märkte, Kühe auf den Straßen, stickiger Smog und die Extreme von Arm und Reich sehr nah beieinander – das waren meine ersten Assoziationen, die mir bei dem Gedanken, für 2 Monate in Indien zu leben, in den Kopf kamen. Von dem Moment an, als klar wurde, dass mein Projektland Indien sein wird, begann nun also die Gratwanderung zwischen den Bildern in meinem Kopf (wo kommen die eigentlich her? Bollywood-Filme habe ich nie geschaut, hatte bisher nur ein Buch einer indischen Autorin - Arundhati Roy – gelesen, mich noch nicht besonders viel mit diesem Land beschäftigt) und dem Versuch, unvoreingenommen und ohne den "westlichen Blick" mit seiner gewissen Gier nach "Exotischem" gen Osten zu reisen.

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