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Projektberichte 2012

Rumänien

von Christina Evers

01.12.2012

Sonnenblumenfelder bis zum Horizont, Pferdewagen mit Nummern-
schildern, Brezeln mit Schokolade und Hirten auf sattgrünen, verträumten Hügeln, die auf Baumblättern Lieder pfeifen -
Hunderte streunende Straßenhunde, Häuserfassaden voller überdimensionaler Werbeplakate, Kinder, die Autolack schnüffeln, und Schmiergeld in den weißen Kitteltaschen der Ärzte -
Viele Bilder entstehen in meinem Kopf, wenn ich an die Zeit in Rumänien zurückdenke, eine Zeit, in der ich viel lernen konnte über ein Land, das uns geografisch so nah ist und in unseren Köpfen trotzdem so weit weg erscheint. Erst dort habe ich begonnen zu begreifen, wie sehr Deutschland und Rumänien eigentlich miteinander verknüpft sind und was sie für eine eng verbundene, gemeinsame Geschichte teilen.

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Bosnien-Herzegowina

von Julia Neuhof

01.12.2012 Fasse einmal zusammen was Du über Bosnien weißt. Hmm... Da war doch ein Krieg, noch nicht so lange her; ach, und ich erinnere mich an viele Flüchtlinge in Deutschland. Aber jetzt? Was passiert dort im Jahr 2012?
Ich wollte lernen was hinter dem „Balkan“ steckt - das ehemalige Jugoslawien, ein großes Wort und in meinem Kopf entstanden keine Bilder dazu. Sarajevo, die Hauptstadt Bosniens im„Hinterhof Europas“ - keine 1000 km entfernt von Regensburg -  sollte von mir entdeckt, verstanden und lieben gelernt werden. „Nach Bosnien? Ist das denn nicht gefährlich?“, wollte eine Kommilitonin vor der Abfahrt von mir wissen und jetzt kann ich aus Erfahrung sagen, es stimmt was ich damals behauptete: „Nein, nein, überhaupt nicht. So sicher wie daheim.“

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Kosovo

von Anna Hasenmaile

01.12.2012 „Anna, wie ist es dir bei uns gegangen? Mit welchen Erwartungen bist du gekommen? Und was denkst du jetzt über unser Land?" fragte mich nach einem kurzen Blick in meinen Reisepass der Zollbeamte im Flughafen von Prishtina freundlich und in perfektem Deutsch. Gekommen war ich mit einigem Angelesenen, vagen Kindheitserinnerungen an Diskussionen meiner Eltern über eine deutsche Beteiligung am Kosovokrieg und dem Versuch, mir im Vorhinein zunächst einmal gar kein Bild zu machen. Auf die Rückreise machte ich mich mit vielen Eindrücken und Erfahrungen im Kopfgepäck und dem Gefühl, dass meine zwei f&e-Monate erst der Anfang waren eines Annäherungsprozesses.

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Serbien

von Franziska Wolters

01.12.2012  Wenn ich an meine Zeit in Serbien zurückdenke habe ich viele positive Bilder im Kopf. Ich erinnere mich an die Menschen, die ich dort kennen gelernt habe und die Freundschaften, die ich geschlossen habe. Ich erinnere mich an mein Sozialprojekt, das mich unglaublich bereichert hat. Ich denke an meine Reisen nach Sarajevo, Mostar, Novi Sad und Pristina. Und vor allem denke ich einfach an die schöne Zeit, die ich in Belgrad verbracht habe.

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Türkei

von Gözde Sen

01.12.2012 Ich blicke um mich und sehe das weite Meer, sehe Fähren, Fischerboote und dichtbebaute Hügel. Ich erblicke Moscheen und entdecke in den alten Gassen Kirchen und Synagogen. Ich lausche dem Meeresrauschen,  den Möwen und  unterdrücke den Verkehrslärm. Ich schlendere durch den Bazar und kämpfe mich durch die Menschenmasse. Ich trinke türkischen Kaffee, frisch gepressten Granatapfelsaft und Ayran. Ich stille meinen Hunger mit Simit, Gözleme und frischem Obst. Ich fühle die Sonne auf meiner Haut und flüchte in den Schatten einer Dattelpalme. Ich begegne Traditionellem und Modernem, Armen und Reichen, Altem und Neuem, und tauche ein in ein Land voller Gegensätze. Gegensätze, die mal aufeinanderprallen, mal friedlich nebeneinander existieren und mal miteinander verschmelzen.

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Israel

von Roxana Müller

01.12.2012 Vor zwei Jahren hörte ich vom f&e-Programm, das Medizinstudierenden im klinischen Abschnitt des Studiums ermöglicht, eine Famulatur im Ausland mit der Arbeit in einem lokalen Sozialprojekt zu verknüpfen. Bereits in dem Moment als ich mich entschloss, meine Bewerbung für f&e 2012 zu verfassen, begann eine der lehrreichsten Zeiten meines Lebens. Ich lernte viel über mich selbst und meine Interessen, als ich das Motivationsschreiben verfasste und nutzte die Gelegenheit, um mich näher mit der IPPNW und ihren Zielen, Projekten und Aktionsformen auseinander zu setzen. Das letzte Jahr lehrte mich viel über (medizinisches) Engagement, das weit über die Arbeit einer Ärztin in der Klinik hinausging. Schließlich war es natürlich für mich persönlich und meinen medizinischen Kenntnisstand ungemein bereichernd, im Projektland zwei Monate lang eigene Betrachtungen anstellen zu können und ein ganz eigenes f&e-Erlebnis mit nach Hause zu bringen.

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Palästina

von Claudia Alex

01.12.2012 Es ist Mitte November und vor einigen Minuten lese ich die Meldung, dass es im Gaza-Konflikt zur Waffenruhe gekommen ist. Kurzes Aufatmen. Für die Menschen, die mir vor zwei Monaten einen Einblick in ein Leben unter konstanter Besetzung gegeben haben, für meine zahlreichen und herzlichen Gastgeber auf beiden Seiten der acht Meter hohen Mauern.

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Kenia

von G.B., Dresden

01.12.2012 Mein Posteingang am Mon, 30. Apr 2012 11:23:45:
„Das f&e-Team hat am Samstagabend entschieden, dass wir Dich im Sommer 2012 bei "famulieren & engagieren" gerne dabei haben wollen, und zwar in Kenia!“
Kenia? Nach einem ersten Freudenhüpfer, kam ein etwas unsicheres Gefühl in mir auf. Hatte ich mich doch eigentlich bei meiner Bewerbung vor allem für die Türkei ausgesprochen und mich innerlich mit dieser auseinander gesetzt. Ich fing an ein wenig in meinem – etwas spärlichen - Gedächtnis zu kramen. Ostafrika wusste ich. Etwas verschwommen erinnerte ich mich auch noch an die vielen Medienberichte über die „Post electionviolences“  einige Jahre zuvor. In Mikrobiologie hatten wir im Zusammenhang mit „SexuallyTransmittedDiseases“ mal ganz kurz das Thema Sextourismus angerissen… viel mehr fiel mir im ersten Moment nicht ein.

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Nepal

von Clara Dunkel

01.12.2012 Seit meiner Rückkehr aus Nepal wurde ich sehr häufig gefragt: „Wie war’s?“ und es fällt mir jedes Mal aufs Neue schwer, die zwei Monate, die ich in diesem Land verbringen durfte, kurz und bündig zusammenzufassen. In solchen Momenten erstaunt es mich im Nachhinein, dass so viele Menschen mit Nepal in erster Linie
den Himalaya, luftige Höhen und jede Menge Natur verbinden. Zweifelsohne lässt sich all Das auch genau dort finden, doch wer denkt dabei schon an Dschungel, anmutend wie in Kiplings Dschungelbuch, an überfüllte Städte und ganz viel Hitze?

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Indien

von Judith Achenbach

01.12.2012 Als ich aus Indien zurück kam und in der Straßenbahn nach Hause saß, da war sie kaum zu überhören: Diese Stille. Warum hupte hier keiner? Wohin waren die Kühe weggesperrt? Und all die Menschen, wo waren sie auf einmal hin? Es hat ein paar Tage gedauert, bis ich es so ganz verstanden hatte: Ich bin jetzt wieder hier in Leipzig. Und der Herbst kommt.
Nun möchte ich gedanklich zurück zu diesen Sommermonaten reisen, die mir inzwischen schon so weit weg erscheinen. Fange ich an damit, kommen all die Erinnerungen wieder: Die Menschen, die Farben und Gerüche - aber auch Fragen und Denkanstöße, die noch weiter gedacht und verarbeitet werden wollen.

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