IPPNW.DE

Projektberichte 2009

Israel

von Claudia Buntzel

01.12.2009 Wenige Bruchstücke von Israel in Form von Fernsehbildern, Zeitungsartikeln und Buchinhalten gab es in meinem Kopf, bevor ich mich für f&e bewarb. Nun sind ganz viele bunte Bilder, unheimlich wertvolle Erfahrungen und besondere Kontakte hinzugekommen, für die ich sehr dankbar bin. Die Freude war groß, als ich die Mail mit der Zusage für das f&e-Programm bekam und dann sogar für Israel! Doch es war auch Unsicherheit dabei. Wie sollte ich meinen Eltern erklären, dass ich zwei Monate in ein Land ging, wo hin und wieder unvorherzusehen Raketen niedergingen, und wie würde ich selbst damit umgehen? Doch die Begeisterung und Vorfreude übertrafen alle Zweifel, überraschenderweise auch bei meinen Eltern.

lesen

Mazedonien und Kosovo

von Thomas Lange

01.12.2009 Geschlagene vier Stunden Verspätung hatte mein Zug, als ich Mitte Juli in Skopje ankam, doch selbst so etwas hält mich nie davon ab mit dem Zug zu fahren. 24 Stunden hatte ich von Budapest aus gebraucht. Zeit genug mich auf den Balkan einzustellen, die andere  Landschaft zu genießen und von den verschiedensten Sprachen umspült Reisebekanntschaften zu schließen. Schon im Zug kreuzten dabei Geschichte und Politik meinen Weg – zwei Dinge, die scheinbar in jedem Gespräch mit Menschen vom Balkan spätestens nach zehn Minuten zum Thema werden. Dabei hat jeder so seine eigene Version davon, die sich irgendwie nicht so recht decken will mit dem, was man gelesen hat. Zuhören, dachte ich mir, ist da erst einmal das Beste. So erklärte ein leicht angetrunkener junger Mann, ein Serbe, der Abteilgemeinschaft auf Englisch seine Sicht der Dinge vom Kosovokrieg und wollte das schlechte Image seines Landes wieder aufpolieren. Die Situation war nicht ohne eine gewisse Komik, da er den Schweizer im Abteil ständig des Bombardements Belgrads beschuldigte. Ganz wohl war mir dabei aber trotzdem nicht zumute, steckte doch auch nicht wenig Aggression in seinen Äußerungen.

lesen

Nepal

von Katharina Chu

01.12.2009 Wenn ich an meine Zeit in Nepal denke, verbinde ich damit Bunt und Grau gleichzeitig. Es waren meine wohl spannendsten zehn Wochen am Stück. Bei meiner Ankunft in Kathmandu wurde ich herzlich, doch schüchtern von meinem Gastbruder Sijan begrüßt, und lärmend vom Hupkonzert des Straßenverkehrs. Am nächsten Tag zeigte mein Gastvater Surjan mir meinen Weg zum Krankenhaus. 30 Minuten schnellen Schrittes ging es vorbei an kleinen Geschäften, Schuhen, Obst, Schlachterei, Stoffen, gegrillten Maiskolben, Klebstoff schnüffelnden Straßenkindern, Tempeln, Blumen, Gebete, Gemüse - Achtung, nicht auf den schlafenden Hund treten - vorbei an einer Universität, Müllhaufen, links, links, rechts, huuuuup… . „Das merkst du dir nie!“ dachte ich mir. Doch diese Überforderung hielt zum Glück nur einen oder zwei Tage an. Es ist doch immer wieder erstaunlich, wie schnell man sich gewöhnt.

lesen

Palästina

von Marie-Sophie Keßner

01.12.2009 Wie fern war mir dieses Land, als ich die Möglichkeit erhielt, im Rahmen des f&e-Projekts das Westjordanland kennen zu lernen. Wie wenig wollte ich mich zuvor an Diskussion zum Nahostkonflikt beteiligen, da ich wenig Kenntnis über die Verhältnisse besaß. Jetzt, nach meinem Aufenthalt, erscheinen mir immer wieder die süßen Gesichter der kleinen Kinder in den Krankenbetten, horche ich bei jedem Nachrichtenbeitrag über Israel und die palästinensischen Gebiete auf, Geschichten aus Bethlehem führen beim Abendessen zu politischen Debatten, ich strahle über das ganze Gesicht wenn ich in der Bahn einen älteren Mann „ Inschallah“ sagen höre - und doch habe ich das Gefühl in mir alles andere als Klarheit zu dieser Region und seinem Konflikt gewonnen zu haben. Die Monate waren lustig, traurig, erschreckend, bedrückend, beklemmend, beeindruckend, herzlich, gastfreundlich, freundschaftlich, schweißgebadet, sandig, salzig und vor allem unvergesslich; was für ein unglaubliche Bereicherung dieser Sommer für mich war! Meinem Idealismus wurde der Boden unter den Füßen weggerissen. Auf dem Rückflug den Koffer voll unbeantwortbarer Fragen.

lesen

Rumänien

von Michael Klosinski

01.12.2009 Sieben Gigabyte rumänische Musik habe ich aus Bukarest mitgebracht und noch immer nicht alle Songs angehört. Sobald ich im beschaulichen Tübingen meinen MP3-Player einschalte, kommen die tollsten Erinnerungen an diese unglaubliche Zeit in mir hoch: Das pulsierende und oft widersprüchliche Leben in der Hauptstadt, die Freude, herzliche Menschen in kurzer Zeit lieb gewonnen und eine unvergessliche Zeit mit ihnen verbracht zu haben, und nicht zuletzt die Arbeit mit Straßenkindern, von denen ich wahrscheinlich mehr gelernt und erfahren habe, als es mir jetzt schon bewusst ist.

lesen

Türkei

von Jana Simon

01.12.2009 Türkei – Urlaubsland Nummer eins für jährlich mehrere Millionen Deutsche, EU-Beitritts-Kandidat, Land zwischen Ost und West, Asien und Europa, Schwarz- und Mittelmeerküste, Land der Hochebenen, Berge und Strände, von Sonne und Schnee, Land der Konflikte und aufreibenden Geschichte, Land zwischen Islam und einem modernen von Atatürk erschaffenen laizistischen Nationalstaat... . Voll wirrer Gedanken, voller Aufregung und Neugierde vermischt mit einer Prise Ungewissheit, was mich in den nächsten Wochen alles erwarten würde, bestieg ich das Flugzeug, welches mich in nur 3 Stunden in eine andere Welt, nach Izmir am ägäischen Meer transportieren sollte.

lesen

Erinnerungen an Deutschland

von Chudamani Giri

01.12.2009 Nach langer aufgeregter Wartezeit landete das österreichische Flugzeug mit mir an Bord am 3. Juli auf dem Flughafen Berlin-Tegel. Eine schöne Morgensonne begrüßte mich in Deutschland. Damit nahm meine erste Reise nach Europa  Gestalt an. Obwohl ich in dieser fremden Umgebung einigermaßen nervös war, wurde ich von Ulla, die schon auf mich wartete, herzlich willkommen geheißen. Berlin grüßte mich mit wunderbarem Wetter und einem warmen Empfang in der IPPNW-Geschäftsstelle. Das war ein aufregender Tag für mich, und meine Augen nahmen alles Fremde auf.

lesen

f&e in Deutschland

Emre Onur Köse

01.12.2009 Als ich zu wirklich sehr früher Stunde in Berlin ankam, wartete Ulla mit freundlich lächelndem Gesicht auf mich. Und wann immer ich sie während dieses zwei Monate dauernden Programms traf, war sie so freundlich und fröhlich. Deshalb habe ich mich zu keiner Zeit als ein Fremder gefühlt. Und natürlich wegen all der anderen freundlichen Menschen: Gisela, Rebekka, Theresa und Lena, Viola und Alihan und Jonathan ( der zweijährige Sohn der Alankus-Familie war mein bester Freund). Also, wenn ich an das f&e-Programm zurück denke, fallen mir zu allererst diese Namen ein, und ich bin glücklich, ihnen allen begegnet zu sein.

lesen

Bosnien-Herzegowina

von Kaja Haelbich

01.12.2009 Eine Vorstellung von der Stadt und was mich in den kommenden Wochen erwarten würde hatte ich noch kaum. Kulturell und vom Stadtbild unterscheidet sich Sarajevo wenig von Städten in Westeuropa, und die Tatsache, dass hier vor 15 Jahren Krieg gewesen ist, fand ich trotz der offensichtlichen Einschussstellen an vielen Häusern unvorstellbar. Auch von den andauernden Konflikten und der Zerrissenheit des Landes, das in die Bosnische Föderation und die Republik Srpska unterteilt ist, ist auf den ersten Blick wenig zu sehen. Nur langsam und in vielen Gesprächen hatte ich das Gefühl, eine Vorstellung davon zu bekommen und ein bisschen zu verstehen, was das Leben in Sarajevo heute so schwierig macht.

lesen

Sitemap Überblick