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Archiv Projektberichte

Nepal

von Katharina Chu

01.12.2009 Wenn ich an meine Zeit in Nepal denke, verbinde ich damit Bunt und Grau gleichzeitig. Es waren meine wohl spannendsten zehn Wochen am Stück. Bei meiner Ankunft in Kathmandu wurde ich herzlich, doch schüchtern von meinem Gastbruder Sijan begrüßt, und lärmend vom Hupkonzert des Straßenverkehrs. Am nächsten Tag zeigte mein Gastvater Surjan mir meinen Weg zum Krankenhaus. 30 Minuten schnellen Schrittes ging es vorbei an kleinen Geschäften, Schuhen, Obst, Schlachterei, Stoffen, gegrillten Maiskolben, Klebstoff schnüffelnden Straßenkindern, Tempeln, Blumen, Gebete, Gemüse - Achtung, nicht auf den schlafenden Hund treten - vorbei an einer Universität, Müllhaufen, links, links, rechts, huuuuup… . „Das merkst du dir nie!“ dachte ich mir. Doch diese Überforderung hielt zum Glück nur einen oder zwei Tage an. Es ist doch immer wieder erstaunlich, wie schnell man sich gewöhnt.

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Palästina

von Marie-Sophie Keßner

01.12.2009 Wie fern war mir dieses Land, als ich die Möglichkeit erhielt, im Rahmen des f&e-Projekts das Westjordanland kennen zu lernen. Wie wenig wollte ich mich zuvor an Diskussion zum Nahostkonflikt beteiligen, da ich wenig Kenntnis über die Verhältnisse besaß. Jetzt, nach meinem Aufenthalt, erscheinen mir immer wieder die süßen Gesichter der kleinen Kinder in den Krankenbetten, horche ich bei jedem Nachrichtenbeitrag über Israel und die palästinensischen Gebiete auf, Geschichten aus Bethlehem führen beim Abendessen zu politischen Debatten, ich strahle über das ganze Gesicht wenn ich in der Bahn einen älteren Mann „ Inschallah“ sagen höre - und doch habe ich das Gefühl in mir alles andere als Klarheit zu dieser Region und seinem Konflikt gewonnen zu haben. Die Monate waren lustig, traurig, erschreckend, bedrückend, beklemmend, beeindruckend, herzlich, gastfreundlich, freundschaftlich, schweißgebadet, sandig, salzig und vor allem unvergesslich; was für ein unglaubliche Bereicherung dieser Sommer für mich war! Meinem Idealismus wurde der Boden unter den Füßen weggerissen. Auf dem Rückflug den Koffer voll unbeantwortbarer Fragen.

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Rumänien

von Michael Klosinski

01.12.2009 Sieben Gigabyte rumänische Musik habe ich aus Bukarest mitgebracht und noch immer nicht alle Songs angehört. Sobald ich im beschaulichen Tübingen meinen MP3-Player einschalte, kommen die tollsten Erinnerungen an diese unglaubliche Zeit in mir hoch: Das pulsierende und oft widersprüchliche Leben in der Hauptstadt, die Freude, herzliche Menschen in kurzer Zeit lieb gewonnen und eine unvergessliche Zeit mit ihnen verbracht zu haben, und nicht zuletzt die Arbeit mit Straßenkindern, von denen ich wahrscheinlich mehr gelernt und erfahren habe, als es mir jetzt schon bewusst ist.

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Palästina

von Lisa Driessen

01.12.2008 Hebron. Eine geteilte Stadt im Süden der Westbank, Sektor H1 und H2. Die Grenzen verlaufen mitten durch Straßen und Häuserblocks. Hier der jüdische Teil, dort der palästinensische Abschnitt, im Grenzbezirk Stacheldraht, Mauern, Zäune und Militärstationen alle paar Schritte. Manche Straßen, die früher belebte Einkaufsstraßen waren, sind wie leergefegt. Man fühlt sich wie in einer Geisterstadt. Ich stehe an einer gemeinsamen Straße, die sich ein paar Meter weiter in zwei Straßen gabelt, die eine für palästinensische, die andere für jüdische Anwohner der Altstadt.

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Rumänien

von Marie Baudisch

01.12.2008 Vier Monate ist es jetzt fast schon her, dass ich dieses kontrastreiche Land im Südosten Europas verlassen habe. Zehn Wochen bin ich dort gewesen, einen Sommer, und doch hat diese kurze Zeit Spuren hinterlassen. Wenn ich mir ab und zu die Fotos anschaue, kommt es mir vor, als wäre es gestern gewesen, dass ich da war. Nie hätte ich vorher gedacht, welche Eindrücke und Einblicke man in dieser Zeit in ein Land haben kann. Der ganze Aufenthalt dort ist schwer in Worte zu fassen, und nach meiner Rückkehr fand ich es auch oft ermüdend, vielen Leuten Antworten auf die doch immer irgendwie gleichen Fragen zu geben. Richtig in Deutschland wieder angekommen mit dem Gefühl den Aufenthalt in Rumänien verarbeitet zu haben, bin ich erst durch das Nachbereitungswochenende im Dezember.

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Türkei

von Nathalie Knierim

01.12.2008 Ein kalter Novemberabend in Tübingen – ich schlendere durch die alten Gassen, lasse meinen Blick plötzlich schweifen. „Görüşürüz“ höre ich von dem freundlich blickenden Herrn vor mir. Er verabschiedet sich von seinem Freund. Mich durchfährt ein Gefühl der Wohligkeit bei dem Klang dieser mir vertrauten türkischen Sprachmelodie und die Erinnerungen an einen einmaligen Sommer machen sich in mir breit. Wie wunderbar in meinem Land einen Teil der Türkei wiederzufinden! Von Glück und Dankbarkeit durchströmt für zweieinhalb Monate in der türkischen Kultur gelebt zu haben, setze ich meinen Weg fort.

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USA

von Ursula Völker

01.12.2008 Im Sommer 2008 befanden sich die Vereinigten Staaten von Amerika im Wahlkampf, im Krieg und mit Michael Phelps im olympischen Schwimmbecken. Eine Medizinstudentin aus Deutschland war für zweieinhalb Monate zu Besuch in Wunderland und abwechselnd bezaubert, erschüttert, hingerissen und wütend. Sie hatte sich vorgenommen, das Dickicht aus Vorurteilen und Klischees, das die USA wie kaum ein anderes Land umgibt, ein wenig zu lichten.

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In Germany with IPPNW

Mücadiye Yörük

01.12.2008 It was really strange that i learned something about ippnw, because at first i just talked with my professor on the phone then i researched some about it. Then we met with him and we talked more about ippnw then  i took Ulla’s e-mail adress and i sent e-mail her to be in Germany in this summer with a student exchange program and i want to learn more about ippnw. Then i took an answer from Ulla wich i was waiting for curiously. I was wery happy and i applied to the german embassy quickly for the visa. Several times i went to the embassy but in the end i had my visa and my plane ticket to the Berlin. Then i waited for the day that i would go to Germany but i was wery exited because it was the first time for me to go abroad.

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Bosnien-Herzegowina

von Caroline Philipp

01.12.2008 Da stand ich nun samt säuberlich verpacktem Klappfahrrad am Nürnberger Busbahnhof und verstand kein Wort. Alle Menschen um mich herum schienen sich bestens zu kennen und eine wohlbekannte Reise in die Heimat anzutreten. Und als der Busfahrer mich erstaunt anblickte, als ich auf sein Bosnisch nur mit einem großen Fragezeichen antwortete, wurde mir klar, dass es wohl nicht sehr häufig vorkommt, dass deutsche TouristInnen mit dem Bus nach Sarajevo fahren.

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Indien

von Dinh Dong Nghi Phan

01.12.2008 Der junge höfliche Mann wusste in dem Moment nicht, was ihm bevorstand, als er mich fragte, wie es in Indien war. Er hatte sich damit sein eigenes Urteil geschrieben: Er musste sich nun meine unzähligen Eindrücke, verpackt in ewig langen Geschichten anhören. Machte er auch noch den Fehler, eine weitere Frage zu stellen, so verspielte er sich die Chance, meinem Redefluss zu entkommen. Ganz anders ist es vor einem weißen Blatt zu sitzen, bzw. im Zeitalter der Moderne vor einem weißen Monitor. Schreiben –Löschen – wieder schreiben – doch wieder löschen. Mein Musiklehrer sagte einst zu mir: „ Wenn Du nicht weißt, wie Du den Anfang eines Stückes schreiben sollst, dann beginne mit dem Mittelteil.“ Also folge ich seinem Rat und schließe meine Augen.

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Israel

von Annkathrin Koepke

01.12.2008 Als ich mich für „famulieren & engagieren“ beworben habe, war ich mir lange unsicher, wo ich am liebsten hingehen würde. Ich war begeistert von der Verbindung einer Famulatur mit der Mitarbeit in einem sozialen Projekt. Je mehr ich darüber las, desto neugieriger wurde ich auf fast jedes einzelne Land und Projekt. Mit der Zeit wurde ich mir jedoch immer sicherer, dass ich nach Israel gehen wollte. Ich wünschte mir eine lebendigere und plastischere Vorstellung von diesem Land, denn ich hatte nur Bruchstücke im Kopf, die aber kein Bild ergeben wollten. Ich habe die Puzzlestücke auch in diesem Sommer nicht zusammen setzen können, doch sie sind nun durch viele Bilder und Begegnungen ergänzt.

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Japan

von Nesrin Uksul

01.12.2008 „… Let all nuclear arms and wars be gone / And the nations live in true peace! / May it ring to all corners of the earth / To meet the ear of every man, / For in it throb and palpitate / The hearts of its peace-loving donors / So may you, too, friends, / Step forward, and toll this bell for peace!...” 
And I stepped forward, but couldn’t move the batter of this bell. Denn jene Worte las ich vor der “Bell Of Peace”, die gegenüber vom A-Bomb-Dome im Peace Park Hiroshimas stand und nur darauf wartete, von mir lautstark geläutet zu werden. Dass die Stange zum Läuten leider jedes Mal, wenn ich mich daran versuchen wollte, fixiert war, nahm mir nicht den Enthusiasmus, die Glocke dennoch zum Erklingen bringen zu wollen. Das Bild, wie ich wieder an einem sonnigen Tage an der Stange hänge und daran ziehe, ist bloß ein Mosaik meiner zahlreichen lebendigen Erinnerungen, die ich an diese wunderschöne Stadt und meine wertvolle Zeit in ihr habe.

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