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Archiv Projektberichte

Mazedonien

von Lisa Bergmann

01.12.2013 Mazedonien? Viele, denen ich vorher von meinen Plänen erzählt habe,  reagierten mit Überraschung und nicht allzu selten musste ich eine kurze geographische Aufklärung geben. Ich habe mich darauf gefreut, ein Land kennen zu lernen, dass so klein und unbekannt und doch gar nicht so weit weg im Süden Europas liegt. Mit zwei Millionen Einwohnern und einer Fläche, die mit einem deutschen Bundesland vergleichbar ist, ist Mazedonien zwar klein, aber deswegen nicht minder interessant. Bei nicht mal drei Stunden im Flugzeug war der Kulturschock doch größer als erwartet. Besonders die Herzlichkeit der Menschen, einem jeden Wunsch von den Lippen ablesen zu wollen und die grenzenlose Gastfreundschaft sind mir in Erinnerung geblieben.

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Bosnien und Herzegowina

von Anna Maria Lehner

01.12.2013

Ich hatte das große Glück, mit dem f&e-Programm für zwei Monate in Bosnien-Herzegowina zu leben. Dank meiner Vorgängerin vom Jahr davor (an dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Julia für die vielen Tipps, Hinweise, Ratschläge!) hatte ich die Kontakte zur Uniklinik in der Hauptstadt Sarajevo. Leider brach der Kontakt plötzlich von deren Seite ab. Glücklicherweise hatte ich zu diesem Zeitpunkt schon die offizielle Zusage, allerdings wurde mir trotz Nachfragen nie geschrieben, auf welche Station ich könne, geschweige denn, wo ich mich am ersten Tag bei wem oder wann melden solle. Also marschierte ich am ersten Tag einfach mal ins Ungewisse. Und dann kam mir die unglaublich entspannte Balkanmentalität zugute, sodass die Chefärztin der Neonatologie zwar meinte, sie habe nie von meiner Bewerbung gehört, ich könne aber gerne mein Praktikum bei ihr machen. Allerdings erst morgen.

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Serbien

von Marin Schlee

01.12.2013 Serbien. Zwei Monate, viel zu kurz für ein umfassendes Bild und doch lang genug um beeindruckt zurückzukehren. Es ist schön sich daran zu erinnern und zu merken, wie nachhaltig mich die Begegnungen und Erfahrungen begleiten. Sind es die herzlichen Bekanntschaften, die zu Freundschaften wurden oder die irritierenden Beobachtungen - Alles fügt sich zusammen, ergibt ein vorzeitiges Gesamtbild und einen subjektiv wahrgenommenen Sinn. Ich möchte diese Zeit nicht missen und gerne in Zukunft weiter intensivieren.

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Israel

von Friederike Glaser

01.12.2013 „Israel, das ist aber ein ausgefallenes Ziel für eine Famulatur…“, „Ist das nicht gefährlich da?“, „Und was willst du da machen? Du kannst doch kein Hebräisch…“ waren Sätze, die ich oft hörte, wenn ich von meinen Plänen für den Sommer erzählte. Und natürlich waren es Fragen, mit denen auch ich mich beschäftigen musste, bevor es Ende Juli auch wirklich losging nach Israel, in das Heilige Land, das Land, was in den folgenden Monaten mein Leben etwas auf den Kopf stellen sollte und mir so viele schöne Erinnerungen belassen hat.

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Palästina

von Antonia Amelie Sarnes

01.12.2013 The fish,
Even in the fisherman's net,
Still carries
The smell of the sea.

(Mourid Barghouti)

Es ist der erste Tag nach Ende des Ramadan, als ich am Damaskustor in Jerusalem in den arabischen Bus Nr. 21 steige, anscheinend der letzte, der an diesem Abend nach Bethlehem fahren wird.   

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Türkei

von Svenja Langenberg

01.12.2013 Vom f&e-Projekt hatte ich in den letzten Jahren öfter gehört, auf den unterschiedlichen Kongressen und Studi-Treffen der IPPNW. Mich hat die Möglichkeit begeistert, nicht nur einen Einblick in ein fremdes Gesundheitssystem, sondern auch in die kulturellen Gegebenheiten und die Menschenrechtslage vor Ort zu bekommen, vor allem in einem Land außerhalb der EU. Viel zu oft wird Medizin und das Wirken von Ärzten wie ein einzelner, unabhängiger Aspekt in der Gesellschaft gesehen. Dabei greift doch beides ineinander!

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Kenia

von G.B., Dresden

01.12.2012 Mein Posteingang am Mon, 30. Apr 2012 11:23:45:
„Das f&e-Team hat am Samstagabend entschieden, dass wir Dich im Sommer 2012 bei "famulieren & engagieren" gerne dabei haben wollen, und zwar in Kenia!“
Kenia? Nach einem ersten Freudenhüpfer, kam ein etwas unsicheres Gefühl in mir auf. Hatte ich mich doch eigentlich bei meiner Bewerbung vor allem für die Türkei ausgesprochen und mich innerlich mit dieser auseinander gesetzt. Ich fing an ein wenig in meinem – etwas spärlichen - Gedächtnis zu kramen. Ostafrika wusste ich. Etwas verschwommen erinnerte ich mich auch noch an die vielen Medienberichte über die „Post electionviolences“  einige Jahre zuvor. In Mikrobiologie hatten wir im Zusammenhang mit „SexuallyTransmittedDiseases“ mal ganz kurz das Thema Sextourismus angerissen… viel mehr fiel mir im ersten Moment nicht ein.

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Nepal

von Clara Dunkel

01.12.2012 Seit meiner Rückkehr aus Nepal wurde ich sehr häufig gefragt: „Wie war’s?“ und es fällt mir jedes Mal aufs Neue schwer, die zwei Monate, die ich in diesem Land verbringen durfte, kurz und bündig zusammenzufassen. In solchen Momenten erstaunt es mich im Nachhinein, dass so viele Menschen mit Nepal in erster Linie
den Himalaya, luftige Höhen und jede Menge Natur verbinden. Zweifelsohne lässt sich all Das auch genau dort finden, doch wer denkt dabei schon an Dschungel, anmutend wie in Kiplings Dschungelbuch, an überfüllte Städte und ganz viel Hitze?

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Indien

von Judith Achenbach

01.12.2012 Als ich aus Indien zurück kam und in der Straßenbahn nach Hause saß, da war sie kaum zu überhören: Diese Stille. Warum hupte hier keiner? Wohin waren die Kühe weggesperrt? Und all die Menschen, wo waren sie auf einmal hin? Es hat ein paar Tage gedauert, bis ich es so ganz verstanden hatte: Ich bin jetzt wieder hier in Leipzig. Und der Herbst kommt.
Nun möchte ich gedanklich zurück zu diesen Sommermonaten reisen, die mir inzwischen schon so weit weg erscheinen. Fange ich an damit, kommen all die Erinnerungen wieder: Die Menschen, die Farben und Gerüche - aber auch Fragen und Denkanstöße, die noch weiter gedacht und verarbeitet werden wollen.

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Rumänien

von Christina Evers

01.12.2012

Sonnenblumenfelder bis zum Horizont, Pferdewagen mit Nummern-
schildern, Brezeln mit Schokolade und Hirten auf sattgrünen, verträumten Hügeln, die auf Baumblättern Lieder pfeifen -
Hunderte streunende Straßenhunde, Häuserfassaden voller überdimensionaler Werbeplakate, Kinder, die Autolack schnüffeln, und Schmiergeld in den weißen Kitteltaschen der Ärzte -
Viele Bilder entstehen in meinem Kopf, wenn ich an die Zeit in Rumänien zurückdenke, eine Zeit, in der ich viel lernen konnte über ein Land, das uns geografisch so nah ist und in unseren Köpfen trotzdem so weit weg erscheint. Erst dort habe ich begonnen zu begreifen, wie sehr Deutschland und Rumänien eigentlich miteinander verknüpft sind und was sie für eine eng verbundene, gemeinsame Geschichte teilen.

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Bosnien-Herzegowina

von Julia Neuhof

01.12.2012 Fasse einmal zusammen was Du über Bosnien weißt. Hmm... Da war doch ein Krieg, noch nicht so lange her; ach, und ich erinnere mich an viele Flüchtlinge in Deutschland. Aber jetzt? Was passiert dort im Jahr 2012?
Ich wollte lernen was hinter dem „Balkan“ steckt - das ehemalige Jugoslawien, ein großes Wort und in meinem Kopf entstanden keine Bilder dazu. Sarajevo, die Hauptstadt Bosniens im„Hinterhof Europas“ - keine 1000 km entfernt von Regensburg -  sollte von mir entdeckt, verstanden und lieben gelernt werden. „Nach Bosnien? Ist das denn nicht gefährlich?“, wollte eine Kommilitonin vor der Abfahrt von mir wissen und jetzt kann ich aus Erfahrung sagen, es stimmt was ich damals behauptete: „Nein, nein, überhaupt nicht. So sicher wie daheim.“

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Kosovo

von Anna Hasenmaile

01.12.2012 „Anna, wie ist es dir bei uns gegangen? Mit welchen Erwartungen bist du gekommen? Und was denkst du jetzt über unser Land?" fragte mich nach einem kurzen Blick in meinen Reisepass der Zollbeamte im Flughafen von Prishtina freundlich und in perfektem Deutsch. Gekommen war ich mit einigem Angelesenen, vagen Kindheitserinnerungen an Diskussionen meiner Eltern über eine deutsche Beteiligung am Kosovokrieg und dem Versuch, mir im Vorhinein zunächst einmal gar kein Bild zu machen. Auf die Rückreise machte ich mich mit vielen Eindrücken und Erfahrungen im Kopfgepäck und dem Gefühl, dass meine zwei f&e-Monate erst der Anfang waren eines Annäherungsprozesses.

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