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Archiv Projektberichte

Mazedonien

Frederike Poetsch

01.12.2006 Balkan means Honey and Blood - Das kommt aus dem Türkischen und ist die direkte Übersetzung der beiden Wörter "bal" wie Honig und "kan" wie Blut.
Ich musste lächeln, als ich das zum ersten Mal auf dem Balkan hörte, denn besser hätte ich es auch nicht beschreiben können, was es bedeutet dort zu sein.
Im Sommer 2006 durfte ich zwei Monate mit der IPPNW in Mazedonien und im Kosovo verbringen - eine wichtige, prägende, wunderschöne und nicht immer einfache Zeit.

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Ahmedabad, Indien

Kirsten Schubert

01.12.2006 Man kann jedes zweite Wochenende zu dem riesig großen Health Camp in Matr, ca. eine Stunde von Ahmedabad entfernt, gehen. Außerdem kann man auch mit der gleichen Organisation nahezu jeden Abend mit zur Essensausgabe für die Armen an verschiedenen Stellen in der Stadt fahren. Beides ist ein unglaubliches Erlebnis! Auf dem Camp werden nahezu fließbandartig ca. 8000 bis 9000 Menschen pro Tag durchgeschleust. Jeder sieht einen Arzt und erhält Medikamente und eine warme Mahlzeit: umsonst! Indien ist ein sehr religiöses Land und so ist natürlich auch diese Veranstaltung von den Göttern und für die Götter organisiert. Es war für mich unheimlich spannend, mich mit dem Hinduismus zu beschäftigen. Ich habe viel mit meiner Familie gesprochen und viele Feste mitgefeiert.

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Japan

Marius Schawaller

01.12.2006 Hiroshima ist schon ein Phänomen: Außerhalb Japans assoziiert jeder sofort die atomare Zerstörung durch "Little boy" am 6.August 1945. War dies nicht auch der eigentliche Grund für meine Reise? Aber was mir beim ersten Schritt aus der Bahnhofshalle entgegen schlägt, ist die quicklebendige Atmosphäre einer modernen Großstadt... Geschäfte, Straßenbahnen, Autos, Karaokebars, Restaurants, Leuchtreklame und vor allem ein fröhliches Gewimmel auf den Gehsteigen. Tatsächlich ist "Phönix aus der Asche" sicherlich die treffendste Bezeichnung für diese aktive Metropole. Ich kann mich kaum satt sehen an all den Nihonjin um mich herum und löchere meine neuen Freunde mit allen möglichen Fragen zur Stadt und dem tollen Land in dem ich endlich angekommen bin. Schließlich wird der moderne Komplex des Universitätskrankenhauses sichtbar. Meine Wohnung liegt in Sichtweite des Hauptgebäudes, ein nettes kleines Appartement mit einer kleinen Küche, einem Bad und einem breiten Tatamibett, in dem ich mich sofort zu Hause fühle. Sogar ein Fahrrad hat mir Yoshi schon besorgt . Typische Trekking- oder Rennräder sind in Japan unbeliebt. Niemand schwitzt gern öffentlich, daher geht es meist im gemächlichen Tempo durch die Stadt, was mir oft auffällt, wenn ich Gruppen von Radfahrern beim Joggen überhole.

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Ägypten 2004

von Johanna Manske

01.12.2004 Im großen und ganzen habe ich mich sehr wohl gefühlt in Ägypten, auch wenn ich das ständige Auffallen als Ausländer  das der-bunte-Hund-sein am Ende sehr anstrengend fand.
Ich habe viel mitbekommen von einer Gegend und einer Kultur, die mir zuvor völlig fremd war. Es war eine einmalige Chance in dieser Form der arabisch-islamischen Welt ein bisschen näher zu kommen. Hoffentlich konnte ich durch meinen Anwesenheit auch ein bisschen Europa nach Ägypten bringen und so das Verständnis füreinander auf beiden Seiten fördern.

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Israel/Palästina 2004

von Bettina Gubelt

01.12.2004 Zusammenfassend lässt sich sagen, dass ich dankbar für die Begegnungen mit Holocaustüberlebenden bin, die sich ergeben haben, da ich einiges erfahren habe, was ich vorher nicht wusste. Es berührte mich einfach sehr, wirklich Menschen von Angesicht zu Angesicht zu begegnen, die diese Zeit erlebt haben und die sich gerne mit mir unterhalten haben, um der jungen Generation etwas mitzugeben. Jedoch habe ich längst nicht alles ausgeschöpft, was im Rahmen dieses Projekts möglich gewesen wäre. Den Grund sehe ich darin, dass zum einen zu wenig Zeit war, ich zum anderen aber auch bewusst einen Schwerpunkt darauf legte, mich mit dem aktuellen israelisch-palästinensischen Konflikt zu befassen, den ich durch meine Vorerfahrungen nicht mehr ignorieren konnte.

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Kenia 2004

von Florian Hugenberg

01.12.2004 Abends hat mich Angela dann aus dem Wohnheim abgeholt und wir sind in den Bus des department of pharmacie gestiegen, der uns in die Kuria-region südöstlich vom Viktoriasee zu einem health-camp bringen sollte. So befand ich mich also eh ich mich versah in einem Bus, von dem ich ursprünglich nicht glaubte, dass er sein Ziel erreichen wird, mit 30 anderen Studenten, die ich noch nie vorher gesehen habe auf dem Weg in eine Region, von der ich vorher noch nie etwas gehört habe, zu einem community health project, von dem ich nun weder wusste, was wir da genau machen, noch von wem das eigentlich organisiert wurde....na fabelhaft...besser kann's ja eigentlich gar nicht los gehen. Nach einer langen Nachtfahrt quer durch Westkenya, auf welcher unser Bus auch einmal von drei etwas größenwahnsinnigen Straßenräubern mit einem Speer angegriffen wurde, erreichten wir gegen 10 Uhr am nächsten Morgen unser Ziel. Das community health project fand in einer dispensary statt und unsere Aufgabe bestand darin, wie auch bei den folgenden "com-healths", im Fließbandverfahren Patienten zu untersuchen und mitgebrachte Medikamente unter die Leute zu bringen. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten meinerseits, habe ich mich relativ schnell daran gewöhnt, dass man in Kenya als Medizinstudent auf com-healths ohne zusätzliche Kontrolle durch fertige Ärzte untersuchen und Medikamente verschreiben darf. So habe ich den Rest des Tages damit verbracht, diejenigen Patienten, die der englischen Sprache mächtig sind, zu untersuchen, Medikamente zu verschreiben und sie gegebenenfalls ins district hospital zu überweisen.

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Indien 2004

von Malte Hunscha

01.12.2004 ... Was ich dann erlebe ist ein perfekt durchorganisiertes Massenspektakel. Geduldig wartet ein jeder der ca. 8.000 Menschen in seiner Schlange, die nach Geschlecht und Beschwerden eingeteilt werden und durchläuft die Stationen: Anmeldung, Arzt, Medikamente abholen an der Apotheke und Essensausgabe. Ein kleines Labor und ein Röntgenapparat stehen auch zur Verfügung und in der "Küche" sind über 50 Frauen damit beschäftigt, Chapati (Fladenbrot) zu rollen und zu backen.
Schluss ist, wenn der letzte Patient an der Reihe war, was dann so am späten Nachmittag der Fall ist. Manche der Ärzte kommen erst dann zum ersten Mal an diesem Tag zum Essen, nachdem sie den ganzen Tag einen Patienten nach dem anderen gesehen haben. Das Schöne an dem Camp ist, dass alle Freiwilligen gleichwertig sind und keinerlei Hierarchie und Anspruch herrscht. Auf diesen Camps vergisst jeder, wer er ist und ob Chefarzt oder einfacher Arbeiter, alle sind hier, um ihren Beitrag für die Menschlichkeit zu leisten.

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Japan 2004

von Katharina Bitzker

01.12.2004 Dieser zweiwöchige Intensivkurs gehört wohl zu den lebensbejahendsten Erfahrungen gesellschaftspolitischer Art, die ich in den letzten Jahren erleben durfte! Fünfzig Studenten aus elf verschiedenen Ländern (Japan, Singapur, Neuseeland, Australien, USA, Polen, Afghanistan, Uganda, Spanien, Kanada und Deutschland) hatten sich für diese zwei Wochen zusammengefunden, um die eigenen Ideen, Vorurteile, Taten und Ängste genauer unter die Lupe zu nehmen, brillianten Vorlesungen zu lauschen und am Abend bei köstlichem Sencha-Tee mit den neuen Bekannten und Freunden zu lachen und die eigenen Vorurteile nun Schritt für Schritt abzubauen. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass die Globalisierung mir plötzlich ihr schönes Antlitz zeigte, was angesichts der tendenziell eher düsteren Themen ziemlich erstaunlich war.

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Frieden, Liebe, Kulturschock

von Sayed Rayyan

01.12.2004 Samstag, 19. Juni, Berlin-Grünau, ich stand abends an einem schönen See, „Bedeutet es für Dich einen Kulturschock, in Deutschland zu sein?“ fragte mich eine der IPPNW-Studentinnen...
Montag, 19. Juli, Berlin, IPPNW-Büro, der ägyptische Abend „Wie findest Du Deutschland, nachdem Du länger als einen Monat hier bist?“ fragten mich viele IPPNW StudentInnen.

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Bosnien/Herzegowina 2004

von Julia Reetz

01.12.2004 Ich ahne, wie viel seit dem Ende des Krieges 1995 schon wieder aufgebaut worden sein muss, und gleichzeitig, wie viel in den Jahren der Belagerung zerstört wurde.
Diese Spannung zwischen neuem Glanz und alter Zerstörung erscheint mir wie das äußere Bild dessen, was ich nach einiger Zeit auch an den Menschen zu beobachten meine: die Zerrissenheit zwischen wiederkehrenden Erinnerungen und dem Wunsch, zu vergessen.
Und doch hat Sarajevo auch ganz andere Seiten. Das alte osmanische Marktviertel Bašèaršija, das man betritt wie ein anderes Jahrhundert, die die Stadt umgebenden Hügel, von denen man so wunderschöne Aussichten über das Zentrum hat, Moscheen, Kirchen und Synagogen, unendlich viele einladende Straßencafés und direkt vor der Stadt Berge, die zum wandern und gucken einladen.

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Serbien 2004

von Sylvia Hübner

01.12.2004 „Warum ausgerechnet Belgrad?“
Als ich Freunden erzählte wo ich meine nächste Famulatur verbringen wollte wurde mir diese Frage fast immer gestellt. Als ich dann in Belgrad war, wurde mir diese Frage auch von den Belgradern gestellt! Irgendwie war es für viele unverständlich warum ich mich gerade für ihre Stadt interessierte. „Jetzt wo Belgrad zu einem schwarzen Fleck in einer namenlosen Region verkommen ist“ wie dies Borka Paviceviv so eindrücklich beschreibt.

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Kanada 2004

von Okka Kimmich

01.12.2004 Besonders seelische Traumata begegneten mir in der kinderpsychiatrischen Praxis von Joanna, in der sie drei Tage pro Woche arbeitet. Nach Einverständnis der Kinder durfte ich bei den Sitzungen und Gesprächen dabei sein und erfuhr somit von ihren zum Teil erschütternden Geschichten, von Gewalt und Vernachlässigung durch Eltern oder einen Elternteil, was oftmals das Leben in einer Pflegefamilie oder in Heimen nach sich zog.
Interessant war für mich neben ihren psychiatrischen Syndromen und deren spezifischer Behandlung besonders ihre Fähigkeit, von sich zu erzählen, ihre Situation, ihre Bedürfnisse zu schildern.

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