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Archiv Projektberichte

Japan

von Nesrin Uksul

01.12.2008 „… Let all nuclear arms and wars be gone / And the nations live in true peace! / May it ring to all corners of the earth / To meet the ear of every man, / For in it throb and palpitate / The hearts of its peace-loving donors / So may you, too, friends, / Step forward, and toll this bell for peace!...” 
And I stepped forward, but couldn’t move the batter of this bell. Denn jene Worte las ich vor der “Bell Of Peace”, die gegenüber vom A-Bomb-Dome im Peace Park Hiroshimas stand und nur darauf wartete, von mir lautstark geläutet zu werden. Dass die Stange zum Läuten leider jedes Mal, wenn ich mich daran versuchen wollte, fixiert war, nahm mir nicht den Enthusiasmus, die Glocke dennoch zum Erklingen bringen zu wollen. Das Bild, wie ich wieder an einem sonnigen Tage an der Stange hänge und daran ziehe, ist bloß ein Mosaik meiner zahlreichen lebendigen Erinnerungen, die ich an diese wunderschöne Stadt und meine wertvolle Zeit in ihr habe.

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Kenia

von Roman Schlager

01.12.2008 Einleitend möchte ich gern eines meiner ersten Erlebnisse in Kenia schildern: Als ich mit Christine, einer kenianischen IPPNW-Studentin, abends vom Campus nach Hause lief, saß ein weinender Junge auf der Straße. Er hielt sich den Fuß, als ob er verletzt wäre. Als Christine ihm vorschlug, ihn ins Krankenhaus zu bringen und auch die Kosten dafür zu übernehmen, schüttelte er nur den Kopf. Währenddessen rief uns eine Frau von der anderen Straßenseite zu, dass der Junge jeden Tag dort sitzen und weinen würde. Daraufhin ging Christine zum nächsten Straßenstand und kaufte etwas zu essen. Als sie es dem Jungen gab, stand er auf und ging fort.

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Mazedonien und Kosovo

von Theresa Bauer

01.12.2008 Ich sitze am Flughafen in Belgrad, um mich herum laut diskutierende Menschen mit großen Taschen und Kartons. Wir alle warten darauf, dass die Maschine nach Skopje zum Einstieg freigegeben wird. Es ist Mitte Juli, als ich mich auf den Weg mache nach Mazedonien, um den Sommer 2008 auf dem südlichen Balkan zu verbringen. Ich habe keine richtige Vorstellung von dem was mich erwartet, aber schon im Flugzeug bekomme ich das Gefühl, es war die richtige Entscheidung Mazedonien zu wählen.

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Nepal

von Malgorzata Karwath

01.12.2008 Ein guter Freund hat mir vor meinem Abflug gewünscht, dass es die Reise meines Lebens wird. Aber heißt das nicht, dass jede weitere schlechter wird? Nein, man kann mehrere „Reisen des Lebens“ haben. Es war tatsächlich eine davon. Nicht nur, weil ich die schneeweißen Spitzen des Himalaya fast immer im Blick hatte (immer dann, wenn es nicht bewölkt war) und den Mount Everest gesehen habe. Keinesfalls nur, weil ich, ohne Angst vor Nashörnern und Tigern zu haben, auf dem Rücken eines Elefanten im Dschungel unterwegs war und danach mit einem Elefanten im Fluss gebadet habe, was tausend Mal mehr Spaß macht als jeder Lunapark. Durchaus nicht nur, weil die Tempel und die dunkelrot-gelb gekleideten buddhistischen Mönche eine ansteckende Ruhe ausstrahlen und nicht nur, weil die Luft auf dem Dach der Welt nach Meditation und Spiritualität riecht. All das betrachte ich als einen Bonus, einen Wink vom Zauberstab einer unsichtbaren Fee, etwas das meinen Aufenthalt in Nepal noch interessanter, spannender, glücklicher und ausgefallener gemacht hat. Der Hauptgrund sind die Projekte, die ich dort gemacht habe und die Menschen, die ich dabei kennen gelernt habe.

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Palästina

von Lisa Driessen

01.12.2008 Hebron. Eine geteilte Stadt im Süden der Westbank, Sektor H1 und H2. Die Grenzen verlaufen mitten durch Straßen und Häuserblocks. Hier der jüdische Teil, dort der palästinensische Abschnitt, im Grenzbezirk Stacheldraht, Mauern, Zäune und Militärstationen alle paar Schritte. Manche Straßen, die früher belebte Einkaufsstraßen waren, sind wie leergefegt. Man fühlt sich wie in einer Geisterstadt. Ich stehe an einer gemeinsamen Straße, die sich ein paar Meter weiter in zwei Straßen gabelt, die eine für palästinensische, die andere für jüdische Anwohner der Altstadt.

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Rumänien

von Marie Baudisch

01.12.2008 Vier Monate ist es jetzt fast schon her, dass ich dieses kontrastreiche Land im Südosten Europas verlassen habe. Zehn Wochen bin ich dort gewesen, einen Sommer, und doch hat diese kurze Zeit Spuren hinterlassen. Wenn ich mir ab und zu die Fotos anschaue, kommt es mir vor, als wäre es gestern gewesen, dass ich da war. Nie hätte ich vorher gedacht, welche Eindrücke und Einblicke man in dieser Zeit in ein Land haben kann. Der ganze Aufenthalt dort ist schwer in Worte zu fassen, und nach meiner Rückkehr fand ich es auch oft ermüdend, vielen Leuten Antworten auf die doch immer irgendwie gleichen Fragen zu geben. Richtig in Deutschland wieder angekommen mit dem Gefühl den Aufenthalt in Rumänien verarbeitet zu haben, bin ich erst durch das Nachbereitungswochenende im Dezember.

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Türkei

von Nathalie Knierim

01.12.2008 Ein kalter Novemberabend in Tübingen – ich schlendere durch die alten Gassen, lasse meinen Blick plötzlich schweifen. „Görüşürüz“ höre ich von dem freundlich blickenden Herrn vor mir. Er verabschiedet sich von seinem Freund. Mich durchfährt ein Gefühl der Wohligkeit bei dem Klang dieser mir vertrauten türkischen Sprachmelodie und die Erinnerungen an einen einmaligen Sommer machen sich in mir breit. Wie wunderbar in meinem Land einen Teil der Türkei wiederzufinden! Von Glück und Dankbarkeit durchströmt für zweieinhalb Monate in der türkischen Kultur gelebt zu haben, setze ich meinen Weg fort.

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USA

von Ursula Völker

01.12.2008 Im Sommer 2008 befanden sich die Vereinigten Staaten von Amerika im Wahlkampf, im Krieg und mit Michael Phelps im olympischen Schwimmbecken. Eine Medizinstudentin aus Deutschland war für zweieinhalb Monate zu Besuch in Wunderland und abwechselnd bezaubert, erschüttert, hingerissen und wütend. Sie hatte sich vorgenommen, das Dickicht aus Vorurteilen und Klischees, das die USA wie kaum ein anderes Land umgibt, ein wenig zu lichten.

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In Germany with IPPNW

Mücadiye Yörük

01.12.2008 It was really strange that i learned something about ippnw, because at first i just talked with my professor on the phone then i researched some about it. Then we met with him and we talked more about ippnw then  i took Ulla’s e-mail adress and i sent e-mail her to be in Germany in this summer with a student exchange program and i want to learn more about ippnw. Then i took an answer from Ulla wich i was waiting for curiously. I was wery happy and i applied to the german embassy quickly for the visa. Several times i went to the embassy but in the end i had my visa and my plane ticket to the Berlin. Then i waited for the day that i would go to Germany but i was wery exited because it was the first time for me to go abroad.

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Bosnien-Herzegowina

von Caroline Philipp

01.12.2008 Da stand ich nun samt säuberlich verpacktem Klappfahrrad am Nürnberger Busbahnhof und verstand kein Wort. Alle Menschen um mich herum schienen sich bestens zu kennen und eine wohlbekannte Reise in die Heimat anzutreten. Und als der Busfahrer mich erstaunt anblickte, als ich auf sein Bosnisch nur mit einem großen Fragezeichen antwortete, wurde mir klar, dass es wohl nicht sehr häufig vorkommt, dass deutsche TouristInnen mit dem Bus nach Sarajevo fahren.

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Indien

von Dinh Dong Nghi Phan

01.12.2008 Der junge höfliche Mann wusste in dem Moment nicht, was ihm bevorstand, als er mich fragte, wie es in Indien war. Er hatte sich damit sein eigenes Urteil geschrieben: Er musste sich nun meine unzähligen Eindrücke, verpackt in ewig langen Geschichten anhören. Machte er auch noch den Fehler, eine weitere Frage zu stellen, so verspielte er sich die Chance, meinem Redefluss zu entkommen. Ganz anders ist es vor einem weißen Blatt zu sitzen, bzw. im Zeitalter der Moderne vor einem weißen Monitor. Schreiben –Löschen – wieder schreiben – doch wieder löschen. Mein Musiklehrer sagte einst zu mir: „ Wenn Du nicht weißt, wie Du den Anfang eines Stückes schreiben sollst, dann beginne mit dem Mittelteil.“ Also folge ich seinem Rat und schließe meine Augen.

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Israel

von Annkathrin Koepke

01.12.2008 Als ich mich für „famulieren & engagieren“ beworben habe, war ich mir lange unsicher, wo ich am liebsten hingehen würde. Ich war begeistert von der Verbindung einer Famulatur mit der Mitarbeit in einem sozialen Projekt. Je mehr ich darüber las, desto neugieriger wurde ich auf fast jedes einzelne Land und Projekt. Mit der Zeit wurde ich mir jedoch immer sicherer, dass ich nach Israel gehen wollte. Ich wünschte mir eine lebendigere und plastischere Vorstellung von diesem Land, denn ich hatte nur Bruchstücke im Kopf, die aber kein Bild ergeben wollten. Ich habe die Puzzlestücke auch in diesem Sommer nicht zusammen setzen können, doch sie sind nun durch viele Bilder und Begegnungen ergänzt.

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