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Junge IPPNW - Treffen im Juni 2009

Vom 12.-14. Juni 2009 trafen sich erneut junge Ärztinnen und Ärzte der IPPNW in der sommerlichen hessische Toskana um gemeinsam eine Auszeit vom stressigen Kliniksalltag zu genießen, Informationen zu aktuellen Projekten der IPPNW zu erhalten und mit (ähnlich) denkenden KollegInnen zu diskutieren.

Insgesamt kamen 18 TeilnehmerInnen von Aachen bis Berlin und von Rostock bis München. Auch die Auswahl an verschiedenen Fachrichtungen zeigte die Vielfalt der TeilnehmerInnen: junge AsistenzärztInnen aus der Psychiatrie, Dermatologie, Gynäkologie, Anästhesie, Physikalische Medizin, Pädiatrie, Innere Medizin, Neurologie, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Medizinethik und einige frisch gebackene Uni-Absolventinnen ergänzten sich hervorragend und konnten durch ihren breit gefächerten Erfahrungsschatz die Diskussionen mit zahlreichen Anekdoten bereichern.

Als Fortsetzung des Themas des letzten Treffens, "Das deutsche Gesundheitswesen und unsere Rolle darin", fand das Treffen dieses Jahr unter dem Motto "Die Zukunft des deutschen Gesundheitswesens" statt. Wir sprachen über unsere Vorstellungen von "guter Medizin", über den Effekt der Privatisierung, Kommerzialisierung und Einsparung im Gesundheitswesen auf unseren Arbeitsalltag und über unsere Möglichkeiten, die Situation in unseren Kliniken und die Entwicklung im Gesundheitswesen zu beeinflussen. Es fand ein inszeniertes Streitgespräch zwischen "Vertretern" der Kopfpauschale und des Gesundheitsfonds statt, das interessante Einblicke in die Konzepte brachte und eine hitzige Diskussion anfachte. Außerdem griffen wir das Thema der Priorisierung und Rationierung im Gesundheitswesen auf und diskutierten Für und Wider.


Wie von diesen Treffen gewohnt blieb genug Zeit für persönliche Gespräche, Spaziergänge im Grünen, einen Open-Air Filmabend, Sterneschauen in der Hängematte, Wein und Maiskolben am Lagerfeuer, Schwitzen in der Sauna mit anschließendem Schwimmen im künstlichen Teich und sogar für ein kleines Fussballspiel.

Das Feedback der TeilnehmerInnen war durchweg positiv. Viele sahen dieses Treffen als gelungene Gelegenheit nach langem Abtauchen wieder zur IPPNW zurück zu finden. Eine junge Anästhesistin aus Neuss sagte zu ihrer eigener Abwesenheit von IPPNW-Veranstalten in der stressigen Übergangszeit von Uni zur Arbeitswelt: „Manchmal merkt man erst, was man vermisst hat, wenn man es wiedergefunden hat.“ Vor allem am Sonntag Vormittag wurde kräftiges Brainstorming betrieben und Pläne für eine intensivere Beteiligung junger IPPNW-Mediziner am Verein und seinen Projekten geschmiedet.

Das nächste Treffen soll auf Grund der großen Nachfrage schon im November 2009 in der Nähe von Göttingen statt finden, im kommenden Sommer dann erneut in unserem Traditionshaus in der hessischen Toskana. Infos werden rechtzeitig über die Verteiler geschickt und stets aktualisiert auf dieser Homepage veröffentlicht.


Programm

Freitag, 12.06.09

ab 20:00     Abendessen
bis 0:00      Ankunft der TeilnehmerInnen

Samstag, 13.06.09

09:00           Reichhaltiges ökologisches Früchstücksbuffet
10:00         Interaktive Kennenlernrunde
11:00         Diskussionsrunde: Was wird aus dem Gesundheitsfond - BürgerInnenversicherung oder Kopfpauschale?      
14:00         Leichtes italienisches Mittagessen, Spaziergang im Grünen
16:00         Diskussionsrunde: Rationierung im deutschen Gesundheitswesen
19:00         Pasta-Abend  
21:00         Open-Air Kino:der Friedensfilm 2008  "Buddha zerfiel vor Scham"
23:00         Schwitzerhütte, bzw. Wein und Sternegucken am Lagerfeuer

Sonntag, 14.06.09

09:00          Reichhaltiges ökologisches Frühstücksbuffet
11:00        Branstorming: Auswirkungen der Gesundheitsreform auf unsere Arbeit und unsere Möglichkeiten als junge Ärzte
12:00        Feedbackrunde
13:00        Snacks und Verabschiedung

Die Junge IPPNW

Was bringt junge Ärztinnen und Ärzte aus ganz Deutschland an einem herbstlich Wochenende im südlichsten Zipfel Niedersachsens für ein gemeinsames Wochenende zusammen? Das Versprechen von Ruhe und Abgeschiedenheit nach einer lauten, anstrengend und aufreibenden Woche Ambulanzarbeit, Nachtschichten und Stationsdiensten? Die schöne herbstliche Landschaft? Das Wiedersehen alter Freunde? Das gute Essen?

All das mag dazu beigetragen haben, dass vom 13.-15. November 2009 zum mittlerweile sechsten Mal rund 20 Junge Mediziner in lockerem Rahmen auf einem Wochenende der Jungen IPPNW zusammen kamen. Im Vordergrund stand jedoch bei fast allen TeilnehmerInnen das große Interesse an den Themen der IPPNW und am Blick über den Tellerrand des Klinikalltags hinaus. Während des Studiums waren die meisten der TeilnehmerInnen in der IPPNW-Studierendenbewegung aktiv, organisierten Demonstrationen und Fortbildungen, reisten mit F&E in ferne Länder, nahmen an Studierendenkonferenzen teil und beteiligten sich an Projekten wie dem Nuclear Weapons Inheritance Project oder Target X. Nach dem Studium hat nun für sie die zeitraubende Assistenzarztzeit begonnen und bei vielen wanderte der Ordner „Soziales Engagement“ mit ins Regal, so ungefähr zwischen „Radiologie“ und „Toxikologie“. Dass sich Engagement nicht auf die Studentenzeit beschränken muss, zeigen die aktiven Mitglieder der IPPNW in den Arbeitskreisen und Lokalgruppen. So war auch dieses Wochenende wieder eine gute Gelegenheit, um den alten Ordner wieder heraus zu holen und sich daran zu erinnern, warum man eigentlich Medizin studiert hat. Nur um Zugänge zu legen, Ernährungströpfe zu berechnen und Entlassungsbriefe zu schreiben sicherlich nicht...

Neben einer mitfühlenden und menschlichen „Ein-Klassen-Medizin“, die sie im Alltag vorzuleben versuchen, sind es Themen wie die medizinische Versorgung von Menschen ohne Papieren, die Aufdeckung der gesundheitsschädlichen Folgen von Atomenergie, die Befassung mit medizinethischen Aspekten und die Erkennung und Bekämpfung der grundlegenden Ursachen für Kriege, Konflikte und das Nord-Süd-Gefälle in unserer Welt, welche die Jungen Mediziner interessieren – also genau die Themen, die sich auch die IPPNW auf die Fahnen schreibt. Als Mediziner in sozialer Verantwortung möchten sich die TeilnehmerInnen des Wochenendes verstehen und sehen in der IPPNW eine gut organisierte, internationale, aktive Gruppe von ähnlich denkenden und handelnden Ärztinnen und Ärzten; ein Hoffnungsschimmer also.



Problematisch stellt sich allerdings immer wieder der Einstieg in die existierenden Strukturen der IPPNW dar. Auf Grund der großen Erfahrung der älteren Mitgliedern finden die Diskussionen in den Arbeitskreisen beispielsweise oft auf sehr hohem Niveau statt, so dass vor allem für junge Menschen ohne diese langjährige Erfahrung relativ hohe Schwellen für aktive Mitarbeit gesetzt werden. Viele Lokalgruppen hingegen sind nicht mehr aktiv und überaltert, so dass sich die Jungen Ärztinnen und Ärzte nach Auswachsen der Studierendenzeit oft nicht mehr in der IPPNW aufgehoben fühlen. Die regelmäßigen Wochenende der Jungen IPPNW sollen Anknüpfungspunkte für sie schaffen – auf persönlicher Ebene, wie auch thematisch.

So wurde während des Wochenendes viel über die Rolle Junger ÄrztInnen innerhalb der IPPNW diskutiert, die aktuellen Kampagnen und Schwerpunkte der deutschen und internationalen IPPNW vorgestellt und konkrete Möglichkeiten erarbeitet, wie Junge Mediziner aktiv werden können. Als wohl konkretestes Vorhaben wurde ein Vorschlag für ein Mentoringprogramm in den Arbeitskreisen erarbeitet, das jungen ÄrztInnen den Einstieg in die inhaltliche Arbeit der IPPNW erleichtern soll.

Das nächste Wochenende der Jungen IPPNW findet Mitte Juni in Kirchvers bei Gießen statt. Thema des Treffens wird die Möglichkeit medizinischer Auslandseinsätze sein. Von humanitärer ärztlicher Hilfe über Entwicklungszusammenarbeit bis zu Arbeit in Krisenregionen – was für Optionen gibt es, welche führen zu nachhaltigen Resultaten, welche Form der Arbeit ist die geeignete für einen selber? Informationen zu diesem und allen weiteren Wochenenden der Jungen IPPNW inklusive Photos und Berichten von den vergangenen Treffen findet man auf www.ippnw-ddorf.de/JungeIPPNW

Alex Rosen

Programm:

Freitag, 13.11.09:

ab 19:00 Abendessen
bis 0:00 Ankunft der TeilnehmerInnen

Samstag, 14.11.09:

09:00 Früchstücksbuffet
10:00 Interaktive Kennenlernrunde
11:00 Was passiert zur Zeit in der IPPNW
11:30 Psychotherapeutischer Workshop „Kommunikation im ärztlichen Alltag“
14:00 Mittagessen, Spaziergang
16:00 “Kollegen-Kommunikation im Klinikalltag - Tricks aus der Theaterkiste”
19:00 Abendessen
21:00 Gemeinsamer Abend vor dem Kamin / Film, wenn gewünscht

Sonntag, 15.11.09

09:00 Frühstücksbuffet
11:00 MV 2010
13:00 Feedbackrunde
14:00 Snacks und Verabschiedung

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