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Mit Kind und Kegel

„Fortbilden und Freunde treffen“ – so ließe sich das „Wochenende der jungen IPPNW“ gut untertiteln. Vom 30. Mai bis 1. Juni fand es zum vierten Mal statt und wie es scheint, etabliert sich hier ein neues regelmäßiges Forum innerhalb der IPPNW: eine Vorbereitungsgruppe für das nächste Treffen hat sich bereits formiert. Voraussichtlich im Herbst soll es stattfinden.

In dem idyllisch gelegenen Dag-Hammarskjöld-Tagungshaus in Kirchvers bei Gießen trafen sich diesmal rund 25 junge IPPNW-Ärztinnen und Ärzte sowie PJ-Studierende aus ganz Deutschland zum Erfahrungsaustausch. Als „gemütliche Rückzugsmöglichkeit vom ärztlichen Alltag“ wurde das Treffen angekündigt und so war es auch organisiert. Neben den inhaltlichen Blocks gab es Zeit für Spaziergänge und durch die familiäre Atmosphäre im Tagungshaus einschließlich Lagerfeuer und Sauna war Entspannung garantiert. Insbesondere der familiäre Aspekt wurde nicht zuletzt auch dadurch unterstrichen, dass selbst Kinder mitgebracht werden konnten (und wurden).

Diese schon etwas an Urlaub erinnernden Bedingungen standen jedoch einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Oberthema „Das deutsche Gesundheitswesen“ nicht im Wege, im Gegenteil. Mit fundierten Referaten zur Historie, Struktur und Finanzierung sowie Workshops zu den Themen DRGs, Privatisierung, GKV/PKV regte die Vorbereitungsgruppe die Diskussion sehr erfolgreich an und einige Aspekte wurden sogar nachts am Lagerfeuer noch erörtert.

Was aber ist nun das Besondere an diesem Treffen? Gibt es nicht mit dem Jahrestreffen, den Kongressen, Studierendentreffen und anderen Veranstaltungen genügend Möglichkeiten Begegnungsmöglichkeiten für die Vereinsmitglieder? Das „Wochenende der jungen IPPNW“ unterscheidet sich insofern von den anderen Treffen, indem es ausdrücklich den Austausch der Teilnehmenden in den Vordergrund stellt und weniger die Information über den Verein und seine Arbeit. Während viele andere IPPNW-Veranstaltungen unter anderem auch die Öffentlichkeit über den Verein informieren und neue Mitglieder werben sollen, liegt hier der Schwerpunkt eher auf der „Pflege“ vorhandener Mitglieder. Diese sind hier nun genau die Gruppe, die in der IPPNW schon länger zu fehlen scheint: die jungen Ärztinnen und Ärzte am Anfang der beruflichen Laufbahn.

Dass das Konzept von Information und Erholung aufgeht, zeigen die durchweg zufriedenen Rückmeldungen am Ende des Treffens ebenso wie die steigende Zahl der Teilnehmenden. Es ist zu hoffen, dass es weitergeht und das „Wochenende der jungen IPPNW“ dazu verhilft, Mitglieder in der arbeitsintensiven Lebensphase von Berufseinstieg und oft auch gleichzeitig Familiengründung enger und dauerhafter an den Verein zu binden, als dies bisher der Fall war. Für beides stehen die Chancen gut.

Caroline Wolf


Programm:

Freitag

ab 19:00     Abendessen (Marrokanische Tajine)
bis 0:00      Ankunft der TeilnehmerInnen

Samstag

09:00           Früchstücksbuffet
10:00         Interaktive Kennenlernrunde
                   Brainstorming:
                    - Was weiß ich über das deutsche Gesundheiswesen?
                    - Welche konkrete Fragestellungen möchte ich dieses Wochenende beantwortet haben?
12:00        Organigramm des deutschen Gesundheitswesens – wer ist wer und wo wird was entschieden?
                  Workshop: Finanzierung und Kosten des Gesundheitswesens - Wo bleibt das Geld?
14:00        Mittagessen (Falafel), Waldspaziergang
16:00        Workshop: Privatisierung – Vor und Nachteile
                   Workshop: Fallpauschalen / DRGs – Wie funktionieren sie? Wer gewinnt, wer verliert?
                  Workshop: Krankenversicherungen – PKV/GKV und wo führt das eigentlich hin?
19:00        Abendessen (Vegetarisches Grillen)
21:00        Falls gewünscht Film, anschließend Wein am Lagerfeuer und Schwitzehütte

Sonntag

09:00          Frühstücksbuffet
11:00        Traumstunde – In was für einem System würde ich gerne arbeiten?
                  Workshop zur Konkretisierung - Wie komme ICH im existierenden System klar?
13:00        Feedbackrunde
14:00        Snacks und Verabschiedung

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