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IPPNW - The Next Generation

Freitag Abend, in einem Universitätsklinik in Deutschland

Der junge Assistenzarzt rezeptiert noch eben ein letztes Antibiotikum für ein hustendes Kind, hängt seinen Kittel an den Haken, gibt den Notfallfunk beim Pförtner ab und schreitet durch die große Klinikpforte in die warme Mainacht– eine Stunde später als geplant, aber das war irgendwie abzusehen. Nach zwei durchgearbeiteten Wochen Notfallambulanz kann man sich schon mal recht ausgebrannt fühlen. Da ist es höchste Zeit für ein wenig frische Luft, für frische Ideen, für einen Ausflug ins Grüne. Mit Schlafsack und Isomatte unter’m Arm verlässt er das Klinikgelände und setzt sich ins Auto. Dieses Wochenende verspricht, etwas ganz besonderes zu werden. Zwei Tage, tief abgeschieden in der hessischen Toskana. Alte und neue Freunde treffen, über Themen zu sprechen, die einem wirklich wichtig sind, endlich mal wieder einen Blick über den Tellerrand wagen. Es ist wieder Zeit für ein Wochenende der Jungen IPPNW.

Samstag Vormittag, irgendwo in der hessischen Toskana

Nachdem gegen Mitternacht die knapp 20 TeilnehmerInnen aus allen Teilen Deutschlands alle beisammen waren, hatte man sich noch gemütlich bei ein paar Gläsern Wein unterhalten – über den neuen Job, die neue Stadt, die Familienpläne, die Ereignisse seit dem letzten Treffen vor mehr als einem Jahr. Am Morgen hatte man bei frischen Brötchen die Unterhaltungen des Abends fortgeführt und schließlich zu einer humanen Zeit mit dem inhaltlichen Teil des Wochenendes begonnen. Doch zunächst erst einmal die obligatorische Vorstellungsrunde und die Frage: Warum treffen sich junge Ärztinnen und Ärzte irgendwo in der Pampa um über politische und soziale Themen zu sprechen und was versprechen sie sich davon? Zwanzig Teilnehmer, zwanzig verschiedene Antworten: die Suche nach neuer Motivation, nach Anknüpfungspunkt für die eigenen Aktivitäten, nach konkreten Projekten. Der Wunsch, als junger Mediziner mitreden, mitgestalten zu wollen; das Gefühl und sich seit Ende des Studiums von der IPPNW entfernt zu haben waren wohl die meist genannten Gründe.

Samstag Abend, am Lagerfeuer

Das Lagefeuer knistert, die Weinflasche geht herum und man kann zufrieden auf den Tag zurückblicken: Vormittags hatte man gemeinsam ein breites Spektrum an Themen rund um soziale Verantwortung in der Medizin bearbeitet, Nachmittags dann mehr über aktuelle deutsche und internationale Projekte der IPPNW und das Dialogues with Decisionmakers Projekt erfahren. Anschließend folgte ein Gespräch mit der IPPNW-Vorsitzenden Angelika Claußen über die Bedeutung der jungen IPPNW-Mitglieder und am Abend ein Film über die Flüchtlingsproblematik in Südeuropa. Fast unheimlich, dass zwischendurch noch Zeit für eine gemeinsame Koch-Session und einen ausgedehnten Waldspaziergang war. Gleich geht’s in die indianische Schwitzehütte um die Strapazen der Woche ganz feierlich auszuschwitzen – aber zunächst müssen noch die Steine im Lagerfeuer zum Glühen gebracht werden. Der erfrischende Pool für danach steht auch schon bereit. Ach, wie schön können diese Sommernächte sein…

Sonntag Nachmittag, irgendwo in der hessischen Toskana

Und schon ist es an der Zeit, sich wieder zu trennen. Nach einem ergebnisreichen Vormittag, gefüllt mit Rollenspielen rund um das Thema ärztliche Kommunikation und einer motivierenden Abschlussrunde auf der ein kleines IPPNW-Vademecum für die Kitteltasche entwickelt wurde (für diese stressigen, demotivierenden Nachtdienste, an denen man einfach eine kleine Aufmunterung braucht) schmeißt der Herr des Hauses noch eine Runde frisch gebackener Laugenbrezel und schon verstreut sich der bunte Haufen wieder in alle Himmelsrichtungen – nach Berlin, Hamburg, München und Aachen und viele Orten zwischendrin. In den kommenden Monaten wird es noch viele Gelegenheiten geben, die Pläne des Wochenendes in die Tat umzusetzen… bis es in einem halben Jahr hoffentlich wieder hier in der hessischen Toskana die Gelegenheit gibt, den Alltag hinter sich zu lassen und gemeinsam neue Kraft und Motivation zu schöpfen – auf dem nächsten Wochenende der jungen IPPNW.

Dr. Alex Rosen
Kinderarzt, Düsseldorf

Junge IPPNW - Treffen im Oktober 2007

Programm:

Freitag 

19:00     Abendessen
bis 0:00 Ankunft der TeilnehmerInnen
 
Samstag 

09:00    Frühstück
10:00    Kennenlernrunde
12:00    Dialogrunde zum Thema "Kommunikation im klinischen Alltag"
14:00    Mittagessen
15:00    Spaziergang zum Wildgehege
16:30    Theaterworkshop "Konflikt-Kommunikation-Coping"
19:00    Persisches Abendessen
22:00    Film "Arnas Kinder" über ein Friedenstheater in Jenin, Palästina
23:00    Saune und sozialer Abend
 
Sonntag 

09:00      Frühstück
10:00    Vorstellung der International Campaign for the Abolition of Nuclear Weapons (ICAN)
10:30    Vorstellung internationaler IPPNW-Aktivitäten der letzten Monate
11:00    Brainstorming zum Thema "Wie kann ich mich engagieren?"
12:00    Feedbackrunde und Planung des nächsten Wochenendes
13:00    Mittagessen
14:00    Snacks und Verabschiedung

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