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Bremen, 21.4.2017

Die Wismut AG in Thüringen

Kirchlicher Umweltkreis Ronneburg: 28 Jahre Kampf gegen die radioaktive Verseuchung durch die Wismut AG in Thüringen

Was hat die Gier nach atomarer Vernichtungsmacht angerichtet, an menschlichem Leid und Tod, an Umweltverseuchung, an Vergeudung von Wirtschaftskraft?

Unter anderem auf diese Fragen erhoffen wir uns Antworten von Hans-Dieter Barth und Frank Lange auf unserer Veranstaltung am 21.4. in der Villa Ichon.

Die beiden haben sich als Aktivisten des kirchlichen Arbeitskreises nicht gescheut, sich mit der Stasi anzulegen und waren auch später bis heute kritische Begleiter des mühsamen Sanierungsprozesses der Wismut-Hinterlassenschaften. Sie charakterisieren ihren Arbeitskreis selbst wie folgt:

„Der Kirchliche Umweltkreis beschäftigt sich seit 1988 mit der Uranbergbau-Thematik im Ronneburger Gebiet. Einer der größten Uranförderer der Welt die „Wismut“ war dort seit 1950 aktiv und förderte allein im Ronneburger Revier ca. 113000 t Uran, insgesamt wurden während ihres Bestehens ca. 220000 t Uran zu Tage gebracht. Diese Größenordnung der rücksichtslosen bergbaulichen Aktivitäten geht einher mit einer Umweltzerstörung von ungeahntem Ausmaß. Diese Aktivitäten standen im Zeichen des nuklearen Wettlaufs der Systeme im Kalten Krieg. Ausmaß und Kosten dieses Projekts waren allein machtpolitisch zu begründen, von einer wirtschaftlichen Uran-Förderung konnte keine Rede sein. Die Folgen für Gesundheit und Umwelt mussten in beiden Systemen nicht nur die Bergleute, sondern (ungefragt) auch die Anwohner des Gebietes auf sich nehmen. Mit der politischen Wende 1989 ging auch die Ära des Uranabbaus durch die Wismut zu Ende. Die schon vorher durch den Umweltkreis geäußerte Kritik bekam nun einen offiziellen Charakter und führte, auch getragen von der öffentlichen Meinung, letztendlich zur Sanierung des Uranbergbaus der Wismut. Die kritische Begleitung dieses Projektes macht seitdem einen großen Teil unserer Arbeit aus. Nach wie vor müssen die Bewohner der dicht besiedelten Region sich mit den Folgen des Uranbergbaus auseinandersetzen. Nicht alle Aufgaben einer Sanierung sind unserer Meinung nach erfüllt – selbst wenn man wie wir einen pragmatischen Ansatz wählt. Unsere Aktivitäten sind nach wie vor ausschließlich auf privates Engagement, frei von wirtschaftlichen Interessen und beeinflussbaren Strukturen, zurückzuführen.“

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