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Erster IPPNW-Weltkongress in Airlie House, Virginia/USA

Kongresse der IPPNW

72 ÄrztInnen aus 12 Ländern nahmen an den ersten Kongress der IPPNW teil, die sich in Vorträgen und Arbeits-Gruppen mit den medizinischen Auswirkungen eines Atomkriegs, der den Ärzten zugedachten Rolle und den sozialen, wirtschaftlichen und psychologischen Kosten des Rüstungs-Wettlaufs beschäftigten.

Es war kalt im Frühjahr 1981, als sich die IPPNW vom 20. bis 25. März zum ersten Mal in Airlie House versammelten, einem Landgut in Virginia, ganz in der Nähe von Washington, D.C., einst eines der Haupt-Quartiere der CIA. Zwölf Länder waren durch 72 Delegierte vertreten. Nach den US-Amerikanern hatten die Sowjets die größte Abordnung mit dreizehn Teilnehmern. Eine Handvoll Mediziner war nun drauf und dran, eine Welt-Bewegung gegen den Atomkrieg auszulösen. Es war ein Akt des Mutes und der Zukunfts-Hoffnung, aber auch der Tollkühnheit und Vermessenheit. Der heraus forderndste Aspekt war die Einbeziehung sowjetischer Ärzte als gleichwertige Partner. Damals begann gerade Ronald Reagans Präsidentschaft, der sich einem Kreuzzug gegen das "Reich des Bösen" verschrieben hatte.

Der Kongress wurde eröffnet mit einer breit-gefächerten Darstellung der Verhältnisse durch eine Reihe von Fachleuten mit Weltruf. Danach teilte man sich in vier Arbeits-Gruppen auf, die in den folgenden zwei Tagen zusammen-fassende Stellungnahmen zu den medizinischen und ökologischen Folgen eines Atomkrieges erstellten, ebenso zur Rolle der Ärzte in der Phase nach einem Angriff, den wirtschaftlichen und psychologischen Kosten des atomaren Wettrüstens und darüber, was Ärzte dagegen tun könnten und sollten. Das Ziel war, eine Resolution an weltpolitisch bedeutende Führer, unsere Kolleginnen und Kollegen und die Öffentlichkeit abzufassen. An Ronald Reagan und Leonid Breschnev ergingen daraufhin öffentliche Appelle. Auf dem Kongress wurde ein "Aufruf an alle Ärzte der Welt" verabschiedet. Es wurde vereinbart, einmal pro Jahr einen Kongress zu veranstalten, solange die nukleare Bedrohung noch weiterbesteht.

Die Zusammenkunft in Airlie House zog eine Aufmerksamkeit der Medien auf sich, wie sie die IPPNW nie wieder erfahren hat. Es gab doppelt so viele Berichterstatter wie Delegierte. Das generelle Echo war zustimmend, trotz einiger Skepsis, die hier und da im Hinblick auf die Möglichkeiten fruchtbarer Zusammenarbeit mit den Sowjets laut wurde. In einem Leitartikel hieß die "New York Times" die von den Ärzten ausgelöste Kampagne in höchsten Tönen willkommen. Sie stellte fest, die Ärzte den Politikern den Weg zeigten. Diese anfänglich bestärkende Bericht-Erstattung gab der Bewegung entscheidenden Auftrieb.

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