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Memorandum zum 8. Mai (1985)

Dokumente und Erklärungen

Anläßlich des 40. Jahrestags des Kriegsende in Europa, ruft die IPPNW mit ihrem Memorandum zum 8. Mai in Erinnerung, welchen Beitrag VertreterInnen der deutschen Medizin zur Förderung der menschen-verachtenden Politik des national-sozialistischen Regimes geleistet haben.

"Wir deutschen Ärzte, vereint in der Sektion Bundesrepublik Deutschland der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW), rufen uns zum 40. Jahrestag des Kriegs-Endes in Erinnerung, welchen unheilvollen Beitrag zahlreiche Vertreter der deutschen Medizin, Anthropologie und Biologie zur Förderung der menschen-verachtenden Politik des national-sozialistischen Regimes geleistet haben. Sie haben die Irrlehre vom "unwerten Leben" anerkannt oder sogar theoretisch mitbegründet und deren praktische Anwendung schweigend hingenommen oder direkt unterstützt. So wurden die Massen-Sterilisierungen und später die Massen-Tötungen von Kranken und Behinderten möglich. Dieselbe pseudo-wissenschaftlich gestützte "rassen-hygienische" Ausmerzungs-Ideologie lieferte bekanntlich auch der systematischen Ausrottung der Juden wie der Sinti, schließlich dem Hitlerschen Angriffs-Krieg, der zur angeblichen Rettung der "nordischen Herrenrasse" geführt wurde, die Schein-Rechtfertigung.

Wir sehen am 8. Mai 1985 einen geeigneten Anlass, mahnend an die Gefahren jenes Ungeistes zu erinnern, der in der Neigung zur Diskriminierung von Ausländern und Anders-Denkenden, zur Benachteiligung der sozial Schwachen sowie zur pauschalen Verteufelung des Außen-Feindes fortwirkt.

Solchen Tendenzen zu wehren sehen wir für uns Ärzte der IPPNW wie für alle Mitbürger in West und Ost als eine vordringliche Aufgabe an, um den inneren und den internationalen Frieden zu schützen.

Erinnern lehrt Vorbeugen."

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