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Aufruf an alle Ärzte der Welt! (1981)

Dokumente und Erklärungen

Verabschiedet von den TeilnehmerInnen der ersten internationalen Konferenz "Ärzte für die Verhütung eines Atomkrieges" in Airlie, Virginia/USA am 23. März 1981.

"Sehr geehrte Kollegen!
Wir wenden uns an Sie, die uns die Treue zum Werk des Gesundheits-Schutzes der Menschen teilen, mit dieser Botschaft. Das Gefühl der beruflichen Verantwortung hat uns zusammen geführt und ließ uns die Folgen des Kernwaffen-Einsatzes prüfen.

Wir beteiligten uns an einer ausführlichen und freimütigen Diskussion über die vorhandenen Daten bezüglich der medizinischen Folgen eines Nuklearkrieges und seiner Wirkung auf den Planeten. Wir sind zu der unvermeidlichen Schluss-Folgerung gelangt: Ein Nuklearkrieg wird nicht wieder gut zumachende Folgen haben.

Schon in den ersten Stunden und Tagen eines Nukearkrieges werden gewaltige Menschen-Massen zugrunde gehen. Die Überlebenden - Verwundete, an Brandwunden Leidende oder der Kernstrahlung ausgesetzt Gewesene - werden unter unerträglich schwierige Bedingungen geraten, die sie wirksame medizinische Hilfe, Wasser und Lebensmittel entbehren müssen werden. Die folgen eines Nuklearkrieges werden sich auch auf die kommenden Generationen verderblich auswirken. Ein massierter Nuklearkrieg wird sogar für die daran nicht unmittelbar beteiligten Länder unvermeidlich tiefgreifende und langwierige Folgen nach sich ziehen.

Niemand darf gegenüber der nuklearen Gefahr gleichgültig sein. Sie bedroht Hunderte Millionen Menschen. Als Ärzte müssen wir weitgehend zu der vorbeugenden Medizin greifen und die größte Gefahr, mit der die Welt jemals konfrontiert wurde, abwenden. In diesen erhabenen Vorhaben sind wir auf Ihre Hilfe angewiesen. Wir fordern Sie nachdrücklich auf:

1. Sich mit den medizinischen Folgen eines Nuklearkrieges bekannt zu machen und Ihre Kollegen sowie die breite Öffentlichkeit davon zu informieren;
2. die medizinischen Folgen eines Nuklearkrieges in Sitzungen der medizinischen Gesellschaften, besonderen Symposien und Konferenzen zu besprechen;
3. Artikel über die medizinischen Folgen des Kernwaffeneinsatzes zu schreiben und in der medizinischen Presse sowie in Fachzeitschriften zu veröffentlichen;
4. über die medizinischen Folgen eines Nuklearkrieges zu Medizinstudenten und denjenigen, von den Sie umgeben sind, zu sprechen;
5. Ihren Einfluss und Ihre Kenntnisse zu benutzen, um die Bewegung der Ärzte für Abwendung eines Nuklearkrieges zu verstärken.

Hochachtungsvoll, die Teilnehmer der ersten internationalen Konferenz "Ärzte für die Verhütung eines Atomkrieges"
Airlie, Virginia, 23. März 1981"

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