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Amsterdamer Aufruf (1983)

Dokumente und Erklärungen

Der "Aufruf der Internationalen Ärzte zur Beendigung des atomaren Rüstungs-Wettlaufs" wurde während des 3. IPPNW-Welt-Kongresses in Amsterdam entwickelt. Die Petition wurde von den 219 Kongress-Delegierten aus 43 Ländern unterstützt. Ein Jahr lang sollte sie in allen Ländern Verbreitung finden, in denen Ärzte gegen das atomare Wettrüsten aktiv sind.

Beim Friedens-Meeting des Komitees "Ärzte der DDR zur Verhütung eines Nuklearkrieges" in Berlin 1994 wurden 45.000 Unterschriften von ÄrztInnen und ZahnärztInnen der Öffentlichkeit überreicht, die durch die Strukturen der Gewerkschaften Gesundheit und Wissenschaft gesammelt wurden. Die meisten unterschreiben ohne genaue Kenntnis des Textes, denn Gewerkschafts-Aktionen waren gleichbedeutend wie staatliche Anordnungen


"Aufruf der Internationalen Ärzte zur Beendigung des atomaren Rüstungs-Wettlaufs

Als Ärzte möchten wir unserer beruflichen Besorgnis über die historisch beispiellose Bedrohung des Lebens und der Gesundheit, die von Atomwaffen ausgeht, Ausdruck verleihen – eine Bedrohung, die über hunderten Millionen von Menschen schwebt. Die zunehmende Anhäufung von zerstörender Kraft und die Entwicklung immer ausgeklügelter Waffen erhöhen das Risiko eines Atomkrieges immens.

Wenn nur eine einzige Atombombe über einer unserer großen Städte gezündet wird, so werden Hunderttausende getötet. Sollten viele Atombomben gezündet werden, dann werden radioaktiver Fallout und die Störung der Biosphäre Leiden und Tod verursachen – vor allem durch Hungersnot, Strahlenkrankheit, ansteckende Krankheiten und Krebs – ohne Rücksicht auf nationale grenzen. Die verbleibenden ärztlichen Einrichtungen und ihr Personal werden nicht ausreichen, um den Verwundeten zu helfen. Ein totaler Atomkrieg würde das Ende unserer gegenwärtigen Zivilisation bedeuten.

Die Kosten des Rüstungs-Wettlaufs bestehen nicht nur aus den riesigen Summen, die der Rüstung in einer Welt zugeführt werden, in der zehntausende Menschen täglich an behandelbaren Krankheiten sterben. Die Kosten bestehen auch aus dem großen psychischen Schaden, der vor allem junge Menschen und Kindern zugefügt wird, die um ihre Zukunft bangen müssen.

Nach unserer Erkenntnis liegt in dem bemühen um ein Abkommen zur Beendigung des atomaren Rüstungs-Wettlaufs und zur Verhinderung eines Gebrauchs von Atomwaffen in allen Konflikt-Situationen eine Hauptaufgabe der Politik. Wir erachten ein solches Abkommen als notwendig und dringlich, denn die Bedrohung durch einen Atomkrieg stellt die größte Herausforderung an die Gesundheit und das Überleben dar, der die Menschheit jemals ausgesetzt war. Als Ärzte sind wir davon überzeugt, dass ein Atomkrieg die letzte Epidemie wäre."

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