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Erfolge der IPPNW

Die Anti-Landminen-Kampagne

Die IPPNW fordert auf nationaler und globaler Ebene ein Verbot der Produktion, des Exports, der Verbreitung und des Einsatzes von Landminen.

Ein weltweites Bündnis aus Nichtregierungs-Organisationen, das Internationale Bündnis gegen Landminen (International Campaign to Ban Landmines = ICBL), an dem IPPNW sich aktiv beteiligt, übte einen dermaßen effektvollen Druck auf die Öffentlichkeit und die Politiker aus, dass im Dezember 1997 ein international verbindliches Abkommen gegen Anti-Personen-Minen zur Unterschrift auslag. Die ICBL erhielt 1997 den Friedensnobelpreis. IPPNW-Mitglieder und Regionalgruppen beteiligen sich zudem am deutschen Bündnis gegen Landminen. Im Januar 1997 startete die IPPNW eine langfristige Aufklärungs-Kampagne über die Folgen des Einsatzes von Landminen. Sie organisierte eine Reihe von Veranstaltungen zu dem Thema in Russland, Kenya, Japan, Georgien, Armenien, Uganda und Zambia.

Das IPPNW-Landminen-Projekt in Guatemala

Ein Projekt der deutschen IPPNW und des UN-Hochkommissariats für Flüchtlinge (UNHCR) zum Abbau der Landminengefahr in der Kooperative von Ixcan Grande, Guatemala.

Mehr als 10 Jahre vor dem Abschluss eines Friedensvertrags litt Guatemala unter dem Krieg zwischen der Regierungsarmee und der Guerillaorganisation "Ejercito Guerillos de los Pueblos". Bei seinem Ausbruch sind 50.000 EinwohnerInnen der Region Ixcan nach Mexiko geflohen. Obwohl der Konflikt noch andauerte, ermunterte die Regierung von Mexiko und Guatemala die Flüchtlinge zur Rückkehr in ihre alten Dörfer. Die Heimkehrer fanden aber Land vor, das wegen Landminen und anderer über den Boden zerstreuter Sprengsätze nur unter großen Gefahren zu bewohnen und zu bestellen war. Die Flüchtlinge forderten von der guatemaltekischen Regierung, dass ihre Dörfer von Explosivkörpern gereinigt würden, bevor sie sich dort wieder ansiedeln. Der Druck auf das UNHCR, das diese Menschen auf ihrem Wege von Mexiko nach Guatemala betreute, auch Maßnahmen zu ergreifen, die Dörfer von Minen zu befreien, wurde immer größer.

Der UNHCR bat die deutsche Sektion der IPPNW, sich an einem Pilotprojekt zu beteiligen. Die IPPNW begann das Projekt 1994, in dessen Rahmen Menschen in betroffenen Regionen im umsichtigen Umgang mit Landminen und in Minensuchmethoden geschult werden sollen. Dadurch sollte ein direkter Beitrag zur Verhütung von Verletzungen und Tod durch Landminen geleistet werden.

Die IPPNW sandte vier Experten in Sachen Minenbeseitigung zur Schulung der örtlichen Bevölkerung nach Vera Cruz und Tercer. Die beiden Dörfer gehören zur Kooperative Ixcan Grande in Guatemala. Das Pilotprojekt dauerte drei Monate, nach deren Ablauf alle Beteiligten mit der Ausbildung und ihren Ergebnissen zufrieden waren. Das Folgeprojekt, das in Zusammenarbeit mit der Freiwilligen Feuerwehr ausgeführt wurde, wurde 1996 abgeschlossen.

Um das Projekt überhaupt starten zu können, musste zwischen der Regierung von Guatemala, den RückkehrerInnen, der Leitung der Kooperative, dem UNHCR und der deutschen IPPNW eine Vereinbarung ausgehandelt werden. Diese Verhandlungen waren von entscheidender Bedeutung für die Etablierung der etwas heiklen Kommunikationswege zwischen der örtlichen Bevölkerung, der ständigen Kommission zur Unterstützung von RückkehrInnen (CEAR) und der guatemaltekischen Armee. Die Armee wollte nicht, dass die einfache Bevölkerung in der Handhabung und der Entschärfung von Sprengsätzen ausgebildet wird, da sie befürchtete, dass die Guerillos daraus einen Vorteil in dem andauernden Konflikt ziehen könnten. Daher entschied man, dass die Armee die Sprengsätze nach Meldung durch die CEAR beseitigen oder unter angemessener Vorwarnung der Bevölkerung an Ort und Stelle zerstören sollen.

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