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IPPNW-Ankündigung vom 27.9.2013

Der gelbe Fluch - Folgen des Uranabbaus in Afrika

IPPNW-Urankonferenz in Tansania, Ärzte-Exkursion zu Uranminen

Unter dem Motto „Uranabbau: Folgen für Gesundheit und Umwelt“ veranstalten die IPPNW-Sektionen Schweiz und Deutschland und das uranium network gemeinsam mit ihren tansanischen Partnerorganisationen NaCum (National Coalition on Uranium Mining) und CESOPE vom 1.-6. Oktober 2013 eine Urankonferenz in Dar el Salaam in Tansania. Um den anhaltenden Bedarf an Uran für Atomkraftwerke und Atomwaffen der Industrieländer zu decken, werden zunehmend afrikanische Vorkommen  abgebaut, was zu erschreckenden Folgen für die Umwelt und die Gesundheit der betroffenen Bevölkerung führt. Aufgrund geringster Konzentrationen von Uran im Erz müssen riesige Mengen Fels bewegt und zermahlen werden. Zurück bleiben rund 80 % der ursprünglichen Radioaktivität in den sogenannten „tailings“. Diese Abraumhalden sind auf unabsehbare Zeit eine immense Gefahr für die Gesundheit der Menschen, für Flora und Fauna, die gesamte Biosphäre.

Seit Jahren gibt es Probebohrungen auch in Tansania. Dort wurden größere Vorkommen entdeckt. Bergbaukonzerne und Politik lassen die Bevölkerung über die Konsequenzen der Bohrungen im Unklaren, aufkommende Proteste werden unterbunden. Selbst minimale Standards zum Schutz der Umwelt werden ignoriert, radioaktive Abfälle nicht beseitigt. Die Nichtregierungsorganisation CESOPE berichtet seit Dezember 2012 über Gesundheitsprobleme bei mindestens 200 Menschen, die mit verseuchtem Wasser beim Reisanbau in Berührung gekommen sind. 

Die deutsche Atomindustrie ist abhängig von Uranimporten auch aus Staaten außerhalb der OECD. Die Bundesregierung und die EURATOM Supply Agency verschleiern die Herkunft des Urans, das für den Betrieb deutscher Atomkraftwerke genutzt wird. Zwar lassen sich anhand des Datenmaterials die Lieferländer nachvollziehen, nicht aber die Ursprungsländer. Die IPPNW deckte 2010 in dem Report „Die Versorgung Deutschlands mit Uran“ auf, dass sich unter den Herkunftsländern Staaten wie Niger und Namibia befinden, in denen Umwelt- und Sozialstandards massiv verletzt werden. Die internationale IPPNW fordert aufgrund der ernsthaften Bedrohung für Gesundheit und Umwelt eine Ächtung des Uranabbaus.

Die Vorsitzende der deutschen Sektion der IPPNW Susanne Grabenhorst und Vorstandsmitglied Dr. Helmut Lohrer werden an der Urankonferenz in Tansania und einer Exkursion zu den geplanten Uranminen teilnehmen.

Wenn Sie Interesse an einem Interview mit den IPPNW-VertreterInnen haben, melden Sie sich bitte bei mir.

Weitere Informationen über die Uran-Konferenz finden Sie unter http://www.ippnw.de/commonFiles/pdfs/Internationales/Programme_Uranium_Conference_Tanzania.pdf

Kontakt: Angelika Wilmen, Pressesprecherin der IPPNW, Tel. 030-69 80 74-15, Deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW), Körtestr. 10, 10967 Berlin, www.ippnw.de, Email: wilmen@ippnw.de

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