IPPNW-Pressemitteilung vom 30. September 2021

IPPNW verweist auf gesundheitliche Folgen von Uranbergbau

Bündnis-Statement zur EU-Taxonomie

Das Bündnis European Alliance for the Self-Determination of Indigenous PeopleS hat am Dienstag in einem Statement auf die Folgen des Uranbergbaus auf dem Territorium indigener Völker aufmerksam gemacht. Das Statement richtet sich an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen, sowie an den Präsidenten und die Mitglieder des EU-Parlaments, die bis Ende des Jahres darüber entscheiden sollen, ob Atomenergie als „nachhaltige“ Investition eingestuft und in die EU-Taxonomie aufgenommen wird. Als Mitunterzeichnerin unterstreicht die Internationale Ärzt*innenorgansiation für die Verhütung des Atomkriegs die katastrophalen, gesundheitlichen Folgen des Uranbergbaus, insbesondere für die indigene Bevölkerung.



„In vielen Regionen der Welt, in denen Uran für den Gebrauch in der EU abgebaut wird, gefährdet der Bergbaus die Gesundheit der Bergarbeiter*innen und der Bevölkerung in der Umgebung“, erklärt IPPNW Co-Vorsitzende Dr. med. Angelika Claußen. Sowohl der konventionelle Uranabbau als auch das sogenannte in-situ Leaching seien hochgradig schädlich. In Niger belegten Studien bereits 2004 / 2005 die radioaktive Belastung von Trinkwasser und Atemluft über die WHO-Grenzwerte hinaus.



„In den Debatten zur EU Taxonomie wird kaum beachtet, dass die EU 95% bis 98% des Urans, welches in europäischen Atomkraftwerken benötigt wird, aus dem nicht europäischen Ausland importiert wird“, so Claußen weiter. Dabei lieferten Länder wie Australien und Kanada einen beträchtlichen Teil des Atomkraftwerk-Brennstoffs. Dieser stamme größtenteils aus den Territorien indigener Völker. Im Norden der kanadischen Provinz Saskatchewan finde der Uranbergbau auf dem Land der Dene und teilweise der Cree First Nations statt. In Australien seien vor allem die Aboriginal-Völker vom Uranbergbau betroffen. Mehrere, zum Teil bereits geschlossene, Uranbergwerke lägen auf traditionellem Territorium der Aboriginal-Völker – die Landrechte würden missachtet.




„Diese Realität, sowie die Umweltzerstörung und gesundheitlichen Folgen des Uranbergbaus in den Abwägungen zur Taxonomie nicht zu unterschlagen, ist unverantwortlich. Beim Uranbergbau kommt der kolonialistische Charakter der Atomindustrie zum Vorschein. Die EU muss sich deshalb für ein schnelles Ende des Uranbergbaus und klimafreundliche Investitionen in der EU-Taxonomie einsetzen“, betont Claußen.



Die EU-Taxonomie ist ein mächtiges Förderinstrument, welches bestimmen soll, welche Wirtschaftsaktivitäten als nachhaltig deklariert werden und welche nicht. Investitionen in Erdgas und Atomenergie würden somit im Falle einer Aufnahme in die Taxonomie steigen. Gleichzeitig würden weitere Anreize für private und öffentliche Anlagen geschaffen. Dadurch könnte auch die Energiewende hin zu 100% Erneuerbaren durch fehlende Gelder ausgebremst werden.




Das Statement finden Sie hier:
www.ippnw.de/commonFiles/pdfs/Atomenergie/Alliance-statement-EU-Taxonomy-EU-EP-final.pdf


Weitere Informationen:

uranium-network.org/wp-content/uploads/2021/08/2021-Juli-u-n-org-zu-JRC-Report.pdf
www.nuclear-risks.org/de/uranabbau/artikel-uranabbau/uranabbau.html


Kontakt:


Lara-Marie Krauße (IPPNW), Tel. 030 / 69 80 74 15, Email: krausse@ippnw.de

zurück

Hibakusha Weltweit

Die Ausstellung können Sie bei uns ausleihen! Alle Infos zu Inhalten und Ausleihe unter: www.nuclear-risks.org

Schilddrüsenkrebsscreening in der Präfektur Fukushima. Foto: (c) Ian Thomas Ash

Ausstellung Hiroshima-Nagasaki

Ausstellung zu Hiroshima-Nagasaki (17 DIN A2-Plakate)
und begleitende Broschüre (32 Seiten DIN A4). Broschüre lesen | Broschüre bestellen

IPPNW-Broschüre

Was sind die humanitären Folgen eines Einsatzes von Atomwaffen? Diese Broschüre von IPPNW und ICAN erklärt in 28 Seiten das Problem und die Lösung.

Im Shop bestellen

Ansprechpartnerinnen


Xanthe Hall

Abrüstungsreferentin
Expertin in Fragen zu Atomwaffen
Tel. 030 / 698074 - 12
Mobil 0177 / 475 71 94
Kontakt

Lesen

Faltblatt: 75 Jahre Hiroshima und Nagasaki
Vierseitiges Faltblatt zu den humanitären Folgen von Atomwaffen | Download (PDF) | Im IPPNW-Shop bestellen

Navigation