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IPPNW-Pressemitteilung vom 1.8. 2014

Deutschlands Verantwortung für eine atomwaffenfreie Welt

Ausstieg aus der Anreicherungstechnologie – Urananreicherungsanlage in Gronau schließen

Anlässlich des 69. Jahrestags der Atombombenabwürfe von Hiroshima und Nagasaki (6. und 9. August 1945) fordert die IPPNW bei der Demonstration am 3. August vor der Urananreicherungsanlage im westfälischen Gronau ein Ende der Urananreicherung in Deutschland.

„Wer eine atomwaffenfreie Welt befürwortet, der muss die gesamte nukleare Kette in den Blick nehmen. Das definitive Ende der Urananreicherung durch die URENCO GmbH im westfälischen Gronau gehört mit in den Atomausstieg!“, so Dr. med. Angelika Claussen von der deutschen Sektion der internationalen Ärzteorganisation IPPNW. Darüber hinaus fordert sie, dass das Atomgesetz dringend geändert wird:

Noch immer fördert Deutschland durch den Staatsvertrag von Almelo (1970) [1] die Urananreicherung unter dem Dach der URENCO GmbH. Mehrfache parlamentarische Anfragen an die Bundesregierung zum Verkauf von URENCO, zur Gefahr der Anreicherungstechnologie und zur Beendigung des Betriebs der UAA Gronau durch MdB Hubertus Zdebel ergaben nur vage und ausweichende Antworten vonseiten der Bundesregierung.

„Die Urananreicherung ist der einfachste Weg zur Atombombe“, stellte Michael Sailer, Mitglied der Reaktor-Sicherheitskommission und Vorsitzender der Entsorgungskommission im April 2013 fest. Der globale Konzern URENCO setzt jedoch auf den Ausbau der Atomenergie weltweit und nimmt die Proliferationsgefahr billigend in Kauf. Dazu die Philosophie des Firmenchefs Helmut Engelbrecht in der britischen Zeitung „The Telegraph“: „Ich glaube, dass kleine AKW ebenso sicher sind wie Windkraft.“[2]

Die Urananreicherung in Gronau wurde vom Atomausstieg ausgenommen. Die URENCO Anlage kann unbefristet weiter Brennstoffe für Atommeiler in aller Welt produzieren. 2013 hat die URENCO in Gronau 4100 t angereichertes Uran, vor allem für den Export nach Europa, in die USA und nach Asien produziert. In Gronau werden ca. 10 % des weltweit angereicherten Urans für Brennstäbe hergestellt. Mit der fortlaufenden Urananreicherung produziert die URENCO laufend neue Berge von Atommüll. Mit Prof. Dr. Gerd Jäger sitzt der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der URENCO in der Endlagerkommission und kann damit die Weichen dafür stellen, dass seine Firma weiterhin Atommüll produzieren kann.

Schon jetzt lagern nach Auskunft der Bundesregierung 6700 t Uranhexafluorid unter freiem Himmel neben der Anlage; weitere 12.700 t Uranhexafluorid lagern in der französischen Anlage Pierrelatte und warten auf die Umwandlung in Uranoxid und den Rücktransport nach Gronau. URENCO hat die Genehmigung eines Zwischenlagers mit einem Volumen von 60.000 t beantragt, das gegen Flugzeugabstürze nicht gesichert ist.

Zum Hiroshimatag 2014 fordert die IPPNW von der Bundesregierung:

Atomwaffen abschaffen – das fängt bei uns in Deutschland an, indem Deutschland neben dem Abzug der US-Atomwaffen aus Deutschland auch aus der Anreicherungstechnologie aussteigt. Dazu muss das Atomgesetz geändert und mit den Vertragspartnern Großbritannien und Niederlande der Vertrag von Almelo beendet werden.

Von den im Bundestag vertretenden Parteien fordert die IPPNW, dass sie sich ebenfalls für einen rechtskonformen Ausstieg aus der Anreicherungstechnologie und für den Ausstieg aus der damit zusammenhängenden Atommüllproduktion einsetzen.

Mehr Information zur Demonstration in Gronau bei SOFA Münster: http://www.sofa-ms.de/home.html


Kontakt
: Dr. Angelika Claussen, Mobiltelefon: 0172/5882786
IPPNW-Geschäftsstelle: 030-698074-0, kontakt@ippnw.de


[1] Durch den Vertrag verpflichtet sich die Bundesregierung, die kommerzielle Nutzung der Urananreicherung mittels Gaszentrifugentechnologie zu fördern.

[2] http://www.telegraph.co.uk/finance/newsbysector/energy/10681948/Mini-nuclear-plants-safe-as-windmills-says- URENCO-boss.html

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