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IPPNW-Pressemitteilung vom 28. Juni 2007

Wismut: bleibendes Risiko?

Zwei Veranstaltungen in Gera zum Thema Krebsrisiko, Uranbergbau und die problematische Anerkennung von Berufskrankheiten

28.06.2007 Das Lungenkrebsrisiko bei Uranbergbauarbeitern bleibt länger erhöht als bisher angenommen. Dieses Ergebnis einer aktuellen Studie des Bundesamtes für Strahlen­schutz betrifft in Thüringen Zehntausende, die früher bei der Wismut gearbeitet haben. Einige von ihnen sind erst Jahre nach Schließung der Wismut an Krebs erkrankt und kämpfen mehr oder weniger erfolgreich um die Anerkennung ihrer Krankheit als Berufskrankheit.

Zum Thema „Krebsrisiko durch den Wismut-Uranbergbau“ organisiert das Tumorzentrum Gera und die Ärzteorganisation IPPNW am 4. Juli eine öffentliche Fachveranstaltung für Ärzte und Interes­sierte. Am 5. Juli wird die Veranstaltung mit denselben Referenten auf allgemeinverständ­lichen Niveau in der Tonhalle Gera an Puschkinplatz wiederholt und vom Offenen Kanal Gera aufgezeich­net. An beiden Abenden wird es Gelegenheit für Fragen und Diskussionen geben.

Vortragen werden: Dr. Bernd Grosche vom Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) stellt neue Erkenntnisse über das Lungenkrebsrisiko bei ehemaligen Bergarbeitern vor. Die zurzeit laufende Studie des BfS ist die größte Uranbergarbeiterstudie weltweit. 

Die Vorsitzende des Otto-Hug-Strahleninstituts Prof. Dr. Inge Schmitz-Feuerhake referiert zu neuen Erkenntnissen über die Wirkung radioaktiver Teilchen innerhalb des menschlichen Körpers.

Roland Stabenow, Leiter der Gemeinsamen Krebsregister der Länder, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und der Freistaaten Sachsen und Thüringen, spricht über das Krebsrisiko in Wohngebieten in der Nähe des ehemaligen Uranerzbergbaus.

Danach kommt ein Betroffener zu Wort: Der ehemalige Bergarbeiter Matthias Löffler kämpft seit Jahren, um die Anerkennung seiner Krebserkrankung als Berufskrankheit. Als Vorsitzender des Vereins Atomopfer e. V. vertritt er ehemalige Kumpel mit einem ähnlichen Schicksal.

Matthias Zschockelt von der Bergbau-Berufsgenossenschaft referiert über die Erkenntnisse internationaler Studien zum Uranbergbau und erläutert die Beurteilungsgrundlagen, mit denen Berufsgenossenschaften Krebserkrankungen als Berufskrankheiten anerkennen.

Die Veranstaltungen „Krebsrisiko durch den Wismut-Uranbergbau“ finden am

4. Juli 2007 um 17 Uhr im SRH Wald-Klinikum Gera, Multifunktionsraum Haus 51 und

5. Juli um 19 Uhr in der Tonhalle Gera an Puschkinplatz statt.

Für weitere Informationen oder Vermittlung von Interviews mit den Experten:Sven Hessmann, Pressereferent, Tel.: 030 – 69 80 74 14, E-Mail: hessmann@ippnw.de

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