IPPNW-Pressemitteilung vom 05. Juli 2022

Büchel als potenzielles Angriffsziel

Protest gegen US-Atomwaffen in Deutschland beginnt

Heute beginnt die IPPNW- und ICAN-Aktionswoche gegen die in Deutschland stationierten US-Atomwaffen. Noch bis zum 10. Juli demonstrieren die Aktivist*innen von IPPNW und ICAN  vor den Toren des Atomwaffenstützpunkts im rheinlandpfälzischen Büchel.

Der Krieg in der Ukraine und die nuklearen Drohungen des russischen Präsidenten Putin verdeutlichen, dass die Atomkriegsgefahr in Europa erneut sehr präsent ist. Ab 2023 sollen auch in Deutschland neue, modernisierte US-Atomwaffen stationiert werden.

“Mit der Aktionswoche protestieren wir gegen die Gefahr, die von den US-amerikanischen Bomben in Büchel ausgeht. Im Falle eines konventionellen oder nuklearen Angriffs machen sie uns zum potenziellen Ziel. Mit Workshops und Vorträgen wollen wir über diese Gefahr und den aktuellen Aufrüstungsprozess aufklären”, sagt Johannes Oehler Vorstandsmitglied von ICAN Deutschland. Die Staatenkonferenz zur Umsetzung des UN-Vertrags zum Verbot von Atomwaffen, die im Juni stattgefunden hatte, wird ebenfalls Thema der Aktionswoche sein.

Die Bundesregierung finanziert den Anteil Deutschlands am geplanten Aufrüstungsprozess auch durch das 100-Milliarden-Euro Sondervermögen: Um die neuen US-Atomwaffen optimal einsetzen zu können, sollen F35-Kampfjets angeschafft werden. “Ein tatsächlicher Atomwaffeneinsatz wird dadurch denkbarer, da die neuen Bomben zielgerichteter und mit geringerer Sprengkraft eingesetzt werden können. Eine fatale Entscheidung, die zur weiteren Eskalation auf dem europäischen Kontinent führen könnte. Damit ist der Protest wichtig wie lange nicht”, fügt Daniel Becker, Vorstandsmitglied der IPPNW hinzu.

Gleichzeitig wird es schwieriger diesen zu realisieren: Die bisher für die Aktionswoche genutzte Versammlungsfläche neben dem Fliegerhorst wurde kürzlich von der Bundeswehr gekauft und steht nicht mehr als Veranstaltungsort zur Verfügung. Alternative Flächen vor dem Haupttor wurden bisher verwehrt. Ein vielfältiges Programm (Link) wird dennoch realisiert werden und macht an verschiedenen Orten in der Region auf dem Protest aufmerksam:

Programm-Highlights:

  • Mittwoch, 06. Juli, 16:00-18:00 Uhr: Mosel-Rundfahrt in Cochem mit Vortrag von Prof. Karl-Heinz Bläsius zu „Atomkrieg aus Versehen“
  • Donnerstag, 07. Juli, ab 16:00 Uhr: 5. Geburtstagsfeier des Atomwaffenverbotsvertrags vor dem Haupttor des Fliegerhorsts. Anschließend Konzert und Tanz
  • Freitag, 08. Juli, ab 09:00 Uhr: Bunte Aktionen vor den Toren des Fliegerhorsts Büchel
  • Samstag, 09. Juli, 14:00-16:00 Uhr: Anti-Atomwaffen-Wanderung am Fliegerhorst


Gerne stehen wir Ihnen für Interviews vor Ort oder vorab zur Verfügung. Bei Rückfragen können Sie sich jederzeit bei uns melden. Wir freuen uns auf Ihre Berichterstattung.


Weitere Informationen: https://buechel.nuclearban.de/

Das komplette Programm finden Sie hier https://buechel.nuclearban.de/wp-content/uploads/2022/07/Programmentwurf-Buechel-2022-Stand-2.-Juli.pdf


Kontakt:
Lara-Marie Krauße (IPPNW), Tel. 030 698 074 15, Email: krausse@ippnw.de
Anne Balzer (ICAN), Tel: 030-5490 83 40, Email: office@ican.berlin

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Ansprechpartner*innen


Xanthe Hall

Abrüstungsreferentin
Expertin in Fragen zu Atomwaffen
Tel. 030 / 698074 - 12
Mobil 0177 / 475 71 94
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