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Aktuelles zum Thema "Atommüll"

Aus ATOM-Energie-Newsletter Juni 2016

Vom Rückbau eines Atomreaktors

AVR Jülich (2009) mit Materialschleuse zum Rückbau, Maurice van Bruggen - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=11016196 (bearbeitet)13.06.2016 

Seit Fukushima ist klar: bis zum Jahr 2022 sollen alle deutschen Atomkraftwerke vom Netz. Das ist mittlerweile breiter gesellschaftlicher Konsens und eine erneute Abkehr vom Ausstieg im derzeitigen politischen Klima kaum noch denkbar. Doch auch wenn die Abschaltung aller Atomkraftwerke in Deutschland bald Realität ist, wird uns das nukleare Erbe des Atomzeitalters noch viele Jahrhunderte beschäftigen. Ein Atomkraftwerk kann man nicht einfach von einem Tag auf den anderen abreißen oder umfunktionieren. Die meisten Bausubstanzen sind radioaktiv verseucht und es dauert Jahrzehnte, bis überhaupt an einen Rückbau zu denken ist.

Aus ATOM-Energie-Newsletter Juni 2016

Handlungszwänge und Zielkonflikte bei der Endlagersuche

12.06.2016 

Die „Kommission Lagerung hoch radioaktiver Abfallstoffe“ (Endlagerkommission) hat sich unter anderem mit verschiedenen Handlungszwängen und Zielkonflikten im Kontext der Endlager befasst. Diese betreffen Erwartungen und Gerechtigkeitsfragen verschiedener Standorte und Regionen in Deutschland einerseits und nachfolgender Generationen andererseits. So sieht die Kommission einen Handlungszwang für die zeitnahe Schaffung eines Endlagers aufgrund der befristeten Genehmigung der Zwischenlager. Eine weitere Herausforderung wird darin gesehen, wie unzumutbare Belastungen  für zukünftige Generationen vermieden werden können.

Atom-Finanzkommission entlastet Atomindustrie

12.05.2016 

Nach dem Atomausstieg steht in Deutschland der Umgang mit den nuklearen Hinterlassenschaften auf der Tagesordnung: Was passiert mit den stillgelegten Atomkraftwerken – und was passiert mit dem radioaktiven Atommüll, der auf Jahrzehnte in Zwischenlagern verbleiben wird und dann in einem Endlager eingelagert werden soll? Dabei stellt sich als erstes die Frage, wer all das finanzieren soll. Nicht nur der jahrzehntelangen Propaganda zufolge, sondern auch nach jahrzehntelang geltendem Recht müssen die Atomkonzerne alles bezahlen – eigentlich. Doch es kam, wie es kommen musste: sobald es konkret wird, möchte man die Atomindustrie großteils aus der Haftung nehmen und den Steuerzahlern den größten Teil der Lasten aufbürden.

Deutsche Welle, 26.4.2016

Atomkraftwerke: Abreißen oder stehen lassen?

30 Jahre Tschernobyl

Das Atomkraftwerk Kalkar sollte Strom und Plutonium erzeugen, ging aber nie in Betrieb. Foto: Koetjuh/Wikipedia26.04.2016 

30 Jahre nach Tschernobyl steckt Deutschland mitten im Atomausstieg. Die Industrie will stillgelegte AKW komplett zurückbauen. Doch Atomkraft-Gegner mahnen: Es sei sicherer, die Kraftwerke vorerst stehen zu lassen. Jörg Schmid und Henrik Paulitz von der Organisation "Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs" (IPPNW) sehen den geplanten Rückbau mit Sorge: Atomkraftwerke zurückzubauen sei teuer und berge erhebliche Gesundheitsrisiken, heißt es in einem von ihnen verfassten Bericht. Sie schlagen vor, stark radioaktive Abfälle so schnell wie möglich aus den Kraftwerken zu entfernen, die weniger stark belasteten Gebäude und Materialien aber an Ort und Stelle zu belassen.

IPPNW-Akzente

Freigabe radioaktiven Materials beim AKW-Abriss

Dauerhafter Einschluss statt Rückbau?

Die RWE Power AG hat 2012 die Stilllegung und den Abbau des Kraftwerks Biblis, Block A und B beantragt. Foto: IPPNW-Archiv15.04.2016 

Bei weltweit ca. 440 betriebenen AKWs werden allein in Europa bis zum Jahr 2030  über 160 AKWs abgeschaltet sein (Statistica, 02/2016). Zurück bleibt eine atomare (Müll-)Erbschaft, die jahrelang von der Politik bagatellisiert wurde. Neben der Frage der Endlagerung steht der Umgang mit dem Abriss der stillgelegten Meiler im Vordergrund. Hierbei fallen neben stark strahlenden Materialien auch große Mengen Baumaterialien wie Stahl und Beton an, die geringfügig radioaktiv kontaminiert sind. Werden dabei bestimmte Grenzwerte unterschritten, dann sollen diese Materialien überwiegend in den normalen Wirtschaftskreislauf (Recycling) eingespeist werden. Auch eine geringfügige zusätzliche Strahlenbelastung bedeutet aber ein gesundheitliches Risiko.

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