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Aktuelles zum Thema "Atommüll"

IPPNW-Pressemitteilung vom 06.07.2016

IPPNW: Endlagerkommission gescheitert

Protest der Bevölkerung im Wendland gegen ein Endlager für hochradioaktiven Atommüll in Gorleben, Christian Fischer, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1193660206.07.2016 

Die atomkritische Ärzteorganisation IPPNW kritisiert den Abschlussbericht der "Kommission Lagerung hoch radioaktiver Abfallstoffe" (Endlagerkommission) und warnt davor, dass ein Konzept zur dauerhaften Lagerung von Atommüll gemeinsam mit den Atomkonzernen und gegen die Umwelt- und Anti-Atom-Bewegung durchgesetzt werden soll. „In der Endlagerkommission waren Vertreter der Atomindustrie nicht nur mit Sitz, sondern auch mit Stimme vertreten", kritisiert Kinderarzt und IPPNW-Vorstandsmitglied Dr. Alex Rosen. „Demgegenüber hatten die politischen Vertreter kein Stimmrecht. Das ist eine inakzeptable Schieflage."

Aus ATOM-Energie-Newsletter Juni 2016

Vom Rückbau eines Atomreaktors

AVR Jülich (2009) mit Materialschleuse zum Rückbau, Maurice van Bruggen - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=11016196 (bearbeitet)13.06.2016 

Seit Fukushima ist klar: bis zum Jahr 2022 sollen alle deutschen Atomkraftwerke vom Netz. Das ist mittlerweile breiter gesellschaftlicher Konsens und eine erneute Abkehr vom Ausstieg im derzeitigen politischen Klima kaum noch denkbar. Doch auch wenn die Abschaltung aller Atomkraftwerke in Deutschland bald Realität ist, wird uns das nukleare Erbe des Atomzeitalters noch viele Jahrhunderte beschäftigen. Ein Atomkraftwerk kann man nicht einfach von einem Tag auf den anderen abreißen oder umfunktionieren. Die meisten Bausubstanzen sind radioaktiv verseucht und es dauert Jahrzehnte, bis überhaupt an einen Rückbau zu denken ist.

Aus ATOM-Energie-Newsletter Juni 2016

Handlungszwänge und Zielkonflikte bei der Endlagersuche

12.06.2016 

Die „Kommission Lagerung hoch radioaktiver Abfallstoffe“ (Endlagerkommission) hat sich unter anderem mit verschiedenen Handlungszwängen und Zielkonflikten im Kontext der Endlager befasst. Diese betreffen Erwartungen und Gerechtigkeitsfragen verschiedener Standorte und Regionen in Deutschland einerseits und nachfolgender Generationen andererseits. So sieht die Kommission einen Handlungszwang für die zeitnahe Schaffung eines Endlagers aufgrund der befristeten Genehmigung der Zwischenlager. Eine weitere Herausforderung wird darin gesehen, wie unzumutbare Belastungen  für zukünftige Generationen vermieden werden können.

Atom-Finanzkommission entlastet Atomindustrie

12.05.2016 

Nach dem Atomausstieg steht in Deutschland der Umgang mit den nuklearen Hinterlassenschaften auf der Tagesordnung: Was passiert mit den stillgelegten Atomkraftwerken – und was passiert mit dem radioaktiven Atommüll, der auf Jahrzehnte in Zwischenlagern verbleiben wird und dann in einem Endlager eingelagert werden soll? Dabei stellt sich als erstes die Frage, wer all das finanzieren soll. Nicht nur der jahrzehntelangen Propaganda zufolge, sondern auch nach jahrzehntelang geltendem Recht müssen die Atomkonzerne alles bezahlen – eigentlich. Doch es kam, wie es kommen musste: sobald es konkret wird, möchte man die Atomindustrie großteils aus der Haftung nehmen und den Steuerzahlern den größten Teil der Lasten aufbürden.

Deutsche Welle, 26.4.2016

Atomkraftwerke: Abreißen oder stehen lassen?

30 Jahre Tschernobyl

Das Atomkraftwerk Kalkar sollte Strom und Plutonium erzeugen, ging aber nie in Betrieb. Foto: Koetjuh/Wikipedia26.04.2016 

30 Jahre nach Tschernobyl steckt Deutschland mitten im Atomausstieg. Die Industrie will stillgelegte AKW komplett zurückbauen. Doch Atomkraft-Gegner mahnen: Es sei sicherer, die Kraftwerke vorerst stehen zu lassen. Jörg Schmid und Henrik Paulitz von der Organisation "Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs" (IPPNW) sehen den geplanten Rückbau mit Sorge: Atomkraftwerke zurückzubauen sei teuer und berge erhebliche Gesundheitsrisiken, heißt es in einem von ihnen verfassten Bericht. Sie schlagen vor, stark radioaktive Abfälle so schnell wie möglich aus den Kraftwerken zu entfernen, die weniger stark belasteten Gebäude und Materialien aber an Ort und Stelle zu belassen.

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