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Uranmülltransport rollt quer durch NRW Richtung Küste

Massive Kritik an Laschets Umwelt-Äußerungen

19.11.2019 Nach der umfangreichen gestrigen 7,5-stündigen Abseilaktion bei Burgsteinfurt vor dem aktuellen Uranmüllzug mit 600 t abgereichertem Uranhexafluorid (UF6) von der Urananreicherungsanlage Gronau zur Entsorgung in Russland, konnten AtomkraftgegnerInnen den weiteren Verlauf der Fahrt durch NRW recherchieren: Der Uranmüllzug erreichte gestern Abend gegen 20.15 Uhr den Hammer Güterbahnhof, wo er fast die gesamte Nacht abgestellt wurde.

Erst gegen 5 Uhr heute morgen nahm der Uranmüllzug wieder seine Fahrt auf und fuhr nach diversen Beobachtungen über die Bahnstrecke Unna-Hagen-Wuppertal-Düsseldorf nach Duisburg-Rheinhausen, wo er gegen 7.20 Uhr gesichtet wurde. Nach Fahrt durch Mönchengladbach verließ der Uranzug gegen 9.20 Uhr bei Venlo NRW. Von Venlo sind die drei möglichen Verladehäfen Amsterdam, Rotterdam und auch Antwerpen fahrtechnisch leicht zu erreichen. Damit steht nun fest, dass der Atomzug in NRW mitten durch die dichtbesiedelsten Städte des Landes gefahren ist, größtenteils ohne polizeiliche Sicherung. Das Uran soll später per Schiff nach St. Petersburg in Russland zur Verbringung zur Atomanlagen Novouralsk bei Jekaterinburg transportiert werden.

Gestern gab es zudem eine weitere Abseilaktion über der Bahnstrecke in Gronau sowie Mahnwachen in Gronau, Münster, Drensteinfurt, Hamm und Enschede.

"Wir freuen uns sehr über die solidarischen Proteste in Deutschland gegen die Uranmülltransporte von Gronau nach Russland. Wir fordern nun von der Betreiberfirma Urenco, von den deutschen Anteilseignern RWE und EON sowie von der Bundesregierung die sofortige Einstellung dieser verantwortungslosen Uranmüllexporte. Das Gronauer Uran stellt eine massive Gefährdung auch für die Umwelt in Russland dar," kritisierte Vladimir Slivyak, Ko-Vorsitzender von Ecodefense.

Unterdessen kritisieren die Anti-Atomkraft-Initiativen im Münsterland scharf die Äußerungen von NRW-Ministerpräsident Armin Laschet, der gestern ausgerechnet die Umweltbewegung für die hohen CO2-Emissionen in Deutschland mitverantwortlich gemacht hat und implizit Laufzeitverlängerungen für Atomanlagen forderte.

"Was Ministerpräsident Laschet hier versucht, ist ein dreistes Abschieben von Verantwortung für die Klimakrise. Die Umweltbewegung und die Anti-Atom-Bewegung in NRW haben schon deutlich vor Fukushima gegen den damals unter Ministerpräsident Rüttgers (CDU) sehr forcierten Neubau von Kohlekraftwerken in NRW protestiert. Es ist Herr Laschet, der aktuell die Inbetriebnahme des nächsten Kohlekraftwerks in Datteln fordert. Es ist auch Herr Laschet, der vor zwei Jahren der belgischen Regierung Braunkohlestrom aus NRW als Ersatz für das Risse-AKW Tihange angeboten hat. Vom persönlich angekündigten Exportstopp für angereichertes Uran und Brennelemente für die belgischen Rissereaktoren ist hingegen nicht mehr die Rede. Ministerpräsident Laschet will sowohl Kohle wie auch Atom einen politischen Rettungsring zuwerfen, mit Klimaschutz hat das überhaupt nichts zu tun. Nachhaltige Umweltpolitik wird es nur ohne Kohle und Atom geben," ergänzte Matthias Eickhoff vom Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen.

Kontakt:
Vladimir Slivyak, Ecodefense, Tel. 007-903-2997584
Rashid Alimov, Greenpeace Russland, Tel. 007-962-6956641
Matthias Eickhoff, Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen, Tel. 0176-64699023
Udo Buchholz, AKU Gronau/BBU, Tel. 02562-23125

Weitere Infos:
www.bbu-online.de, www.sofa-ms.de, www.urantransport.de, www.ippnw.de,
https://www.facebook.com/AKU.Schuettorf

Herausgeber*innen:
Ecodefense, Russland
Greenpeace Russland
Aktionsbündnis Münsterland gegen Atomanlagen
Arbeitskreis Umwelt (AKU) Gronau
Arbeitskreis Umwelt (AKU) Schüttorf
Enschede voor Vrede
SOFA (Sofortiger Atomausstieg) Münster
Bürgerinitiative Umweltschutz Hamm
Hamm gegen Atom
Bündnis AgiEL – AtomkraftgegnerInnen im Emsland
Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg
Bundesverband Bürgerinitiativen Umweltschutz (BBU)
IPPNW – Internationale Ärzte zur Verhütung eines Atomkriegs / Ärzte in sozialer Verantwortung

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