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Aus dem IPPNW-Atomenergie-Newsletter Juli 2017

Atomstrom ist überflüssig

13.07.2017

Aufgrund der gigantischen Überkapazitäten im deutschen Kraftwerkspark waren die Atomkraftwerke schon immer überflüssig. Immer mehr liefern nun aber auch die erneuerbaren Energien gigantische Mengen an Strom. Nach Angaben des Fraunhofer Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) trugen die Erneuerbaren 2017 bislang im Wochenschnitt zu 37,7 Prozent zur Stromproduktion bei. In der 8. Kalenderwoche im Februar lag der Anteil sogar bei 52,8 Prozent, in der 15. Kalenderwoche Mitte April sowie in der 23. Kalenderwoche Anfang Juni bei rund 49 Prozent.

Demgegenüber ist die Bedeutung der Atomenergie an der Stromerzeugung Deutschlands inzwischen nur noch sehr gering. Nach Angaben des Informationskreises Kernenergie betrug die Brutto-Stromerzeugung in den deutschen Kernkraftwerken im Jahr 2016 648,2 Milliarden kWh, was einem Anteil von nur noch 13,1 Prozent an der gesamten Brutto-Stromerzeugung entsprach.

Aufschlussreich ist auch der direkte Vergleich zwischen der Atom- und der Windenergie: Trugen die Atomkraftwerke 2015 noch mit 14,1 Prozent zur Bruttostromerzeugung Deutschlands bei, stemmten allein die Windenergieanlagen mit 13,5 Prozent fast genauso viel. Die völlig zu Unrecht privilegierte Offshore-Windenergie der Konzerne wiederum war mit einem Anteil von 1,3 Prozent fast bedeutungslos, während die preiswerte Windenergieerzeugung an Land (Onshore) mit 12,2 Prozent den Löwenanteil beisteuerte.

Die Atomenergie ist im Übrigen auch keine Antwort auf den Klimawandel. Denn Atomstrom ist alles andere als CO2-frei. Zwar verursacht die Atomenergie-Nutzung im Laufe der gesamten Prozesskette deutlich weniger CO2 als konventionelle Energieträger. Laut Intergovernmental Panel on Climate Change liegt der spezifische CO2-Ausstoß der Atomenergie allerdings über dem von Windenergie- und Solar-Dachanlagen. 

So positiv die Entwicklung im Strombereich ist, so schwierig gestaltet sich die Energiewende im Verkehrs- und Wärmesektor. Nach Angaben des Bundesverbandes Erneuerbare Energien verharrt der Anteil der Erneuerbaren im Wärmesektor seit 2015 in der Größenordnung von 13 Prozent. Im Verkehrssektor war der Anteil der Erneuerbaren sogar leicht rückläufig und liegt bei nur rund 5 Prozent.

 

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