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2025

Nord-Mazedonien

Von Andrea

Als ich die Zusage für das Programm „famulieren & engagieren“ in Nordmazedonien bekam, fing ich direkt an, über dieses Land zu recherchieren, von dem ich zu diesem Zeitpunkt wenig wusste. Ich arbeite schon lange in der Altenpflege und habe einige Kolleg*innen aus Nordmazedonien oder anderen Ländern aus der Region. Ihre Erzählungen hatten mich neugierig gemacht.
Im August ging es dann für mich los nach Skopje. Ich mietete ein Zimmer in einem Hostel, das Rabatte für Langzeitaufenthalte anbietet. Dort wohnte ich die meiste Zeit mit zwei türkischen Studenten und einem digitalen Nomaden aus Peru zusammen. Nach unseren jeweiligen Arbeitstagen zogen wir gemeinsam los um die Stadt zu erkunden. 
Die Famulatur absolvierte ich unter Aufsicht von Sead, dem Präsidenten des normazedonischen IPPNW. Er arbeitet in der Pneumologie, bot mir aber auch an, einen Platz in einer anderen Fachrichtung zu suchen, falls ich das wünschte. Hier lernte ich Leo kennen, einen jungen Arzt, der während seines Studiums selbst am Programm „f&e“ teilgenommen hatte und von Skopje nach Würzburg gereist war. Die meiste Zeit lief ich mit ihm mit und durfte neben viel direktem Patientenkontakt unter anderem bei Spirometrien oder Bronchoskopien zuschauen. Nach der Arbeitszeit, und an den Wochenenden zeigten mir Sead und Leo ihre Stadt und erklärten mir historische und kulturelle Zusammenhänge, die mir ansonsten vermutlich verborgen geblieben wären.
Im Anschluss an die Famulatur ging Sead mit mir zum Nordmazedonischen Roten Kreuz um den Projektteil zu planen. Durch Berichte meiner Vorgänger*innen hatte ich schon von Projekten im Camp für Geflüchtete und in der Altenhilfe gehört, und entschied mich dazu, ebenfalls in diese hinein zu schnuppern.
Zwei Wochen lang pendelte ich von Skopje aus nach Tabanovce, ein Dorf an der serbischen Grenze, und durfte bei der medizinischen Versorgung von Menschen auf der Flucht, dem Austeilen von Essen sowie dem Sortieren von Kleidung mithelfen. Da die Balkanroute aktuell nicht stark frequentiert ist, waren meist etwa 10 Migranten im Camp. Nach der Versorgung im Camp fuhren wir mit dem Geländewagen die Umgebung ab um Geflüchtete, die nicht ins Camp kommen konnten, zu versorgen. Da mein Aufenthalt im Hochsommer stattfand war es oft sehr heiß und es gab auch Vegetationsbrände.
Anschließend fand der Projektteil in der Altenhilfe statt. Nach einem Tag in der Tagespflege durfte ich mit Anzelika im Rahmen der häuslichen Versorgung ältere Menschen in deren Zuhause besuchen. Diese persönlichen Einblicke empfand ich als besonders bereichernd, viele der Geschichten, die Anzelika für mich übersetzte, werde ich noch lange in Erinnerung behalten.
Zum Ende meines Praktikums fand der „Congress of the Doctors of the Republic of North Macedonia“ statt, welcher mit einem festlichen Empfang im Nationaltheater begann. Die Vereinigung der Ärzte und Ärztinnen von Nordmazedonien wurde nach dem zweiten Weltkrieg gegründet und feierte ihr 80-jähriges Bestehen.
Ebenfalls feierte das Nordmazedonische Rote Kreuz sein 80-jähriges Bestehen, auch hier fand an meinem letzten Wochenende in Skopje eine Feier statt. Auf dem Basar verkauften die Frauen aus der Tagespflege Dinge, die sie dort angefertigt hatten um Geld für einen guten Zweck zu sammeln. Ich bekam einen Schlüsselanhänger geschenkt, den sie an meinem Praktikumstag in der Tagespflege gehäkelt hatten.
Für mich war das ein toller Abschluss, weil ich so nochmal alle Menschen, die ich in meiner Zeit in Nordmazedonien kennenlernen durfte sehen konnte.  
An den Wochenenden reiste ich oft mit dem Bus in andere Städte oder die Natur. Etwa eine Stunde von Skopje entfernt liegt der Matka Canyon, dort kann man wandern oder Kayak fahren. Im Süden des Landes, etwa 3,5 Stunden mit dem Bus von Skopje entfernt, liegt Ohrid. Der dortige See hat unglaublich klares Wasser und die historische Altstadt mit ihren vielen Kirchen ist wunderschön. Auch war eine Arbeitskollegin aus meinem Job in der Altenpflege in Deutschland zu Besuch bei ihrer Familie in Gostivar und lud mich zu sich ein um mir ihre Heimatstadt zu zeigen.

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