IPPNW-Pressemitteilung vom 27.4.2015

Ukraine: Frieden in Europa nur mit Russland

IPPNW-Jahrestreffen in Berlin

27.04.2015 Die deutsche Sektion der IPPNW forderte auf ihrem Jahrestreffen vom 24.-26. April 2015 in Berlin angesichts der militärischen Konfrontation zwischen Russland und der NATO ein Ende weiterer Drohungen und Aufrüstungsschritte. Die Friedensorganisation betonte angesichts der Folgen für die körperliche und seelische Gesundheit der Menschen in der Ukraine die Bedeutung des weiterhin brüchigen Waffenstillstands. Der verstärkte Einsatz ziviler Konfliktbearbeitung und die Stärkung der entsprechender Institutionen, der UN und der OSZE seien dringend erforderlich.

Weiter heißt es in der Resolution: "Wieder stehen sich Atomwaffenmächte gegenüber. Inzwischen wissen wir, wie knapp die Menschheit in der Zeit des Kalten Krieges einem Atomkrieg entronnen ist. Es ist daher dringend notwendig, dass die Bundesregierung in ihrer konfliktbearbeitenden Politik einen wesentlichen Schritt weiter geht. Sie muss die Mitverantwortung des Westens für die Krise anerkennen und sich gegenüber ihren BündnispartnerInnen für eine Politik deeskalierender Maßnahmen einsetzen". Im siebzigsten Jahr der Atombombenabwürfe auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki lägen wegen des Ukraine-Konflikts die Abrüstungsverhandlungen über Massenvernichtungswaffen und konventionelle Rüstung brach. "Wir stehen sogar vor einem neuen qualitativen Schritt der Rüstungsspirale, wenn die Atomwaffenmächte die Einsatzfähigkeit ihrer nuklearen Arsenale durch Modernisierung und neue Trägersysteme bewahren", heißt es in dem verabschiedeten Text.

Die etwa 140 IPPNW-TeilnehmerInnen der Mitgliederversammlung forderten außerdem vor dem Hintergrund des Sterbens von Tausenden von Flüchtlingen im Mittelmeer und der unzureichenden Reaktion der europäischen Innen- und AußenministerInnen eine wirksame europäische Seenotrettung. Diese müsse deutlich über die im November 2014 eingestellte italienische Rettungsaktion „Mare Nostrum“ hinausgehen, wobei Deutschland eine Vorreiterrolle einnehmen solle. Die Notlage der Menschen, die vor Krieg, Verfolgung und Menschenrechtsverletzungen aus Ländern wie Syrien oder Irak fliehen, erfordere außerdem die Schaffung legaler Zugangswege und humanitäre Aufnahmeprogramme. Deutschland und die EU trügen eine erhebliche Mitverantwortung an den Fluchtursachen, z.B. durch ihre Rüstungsexportpolitik. Flüchtlingen müsse die Weitereise aus den Grenzstaaten der EU ermöglicht werden, da diese mit der Durchführung der Asylanträge überfordert seien, und oft keinen ausreichenden Schutz gewährleisten könnten.

Bei der Vorstandswahl wurden die Ärztin für Psychiatrie und Psychotherapie Susanne Grabenhorst als IPPNW-Vorsitzende und der Kinderarzt Dr. Alex Rosen als stellvertretender Vorsitzender in ihren Ämtern bestätigt.

Die Beschlüsse des Jahrestreffens finden Sie unter www.ippnw.de/commonFiles/pdfs/Verein/beschluesse_MV_2015.pdf

Die IPPNW-Vorstandserklärung zur Ukraine finden Sie unter www.ippnw.de/commonFiles/pdfs/Frieden/Ukraine_Vorstandsposition_150422.pdf

Das IPPNW-aktuell "Ukraine: Frieden in Europa nur mit Russland" können Sie hier herunterladen www.ippnw.de/commonFiles/pdfs/Frieden/Ukraine_IPPNWaktuell2015.pdf

Mehr Informationen über die Social-Media-Kampagne "Wir weigern uns, Feinde zu sein" unter www.ippnw.de/aktiv-werden/kampagnen.html

Pressekontakt: Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzte in sozialer Verantwortung, Körtestr. 10, 10967 Berlin, www.ippnw.de, Angelika Wilmen, Tel. 030 – 69 80 74 15, Email: wilmen@ippnw.de


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IPPNW-Jahrestreffen 2022

Presseecho

Ärzteorganisation warnt vor Atomkrieg, tagesschau.de, 09:37 Uhr, 2.05.2022
Ärzteorganisation warnt vor Atomkrieg, epd, 2.05.2022
Im Sturm den Friedenskurs halten, telepolis, 2.05.2022
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Schwere Waffen in die Ukraine und die Gefahr eines Atomkrieges, MDR, Im Gespräch mit Angelika Claußen, Vorsitzende der IPPNW, 29.04.2022
Friedensorganisation kritisiert Waffenlieferungen: „Es wird zu einer Zerstörung der Ukraine kommen“, RND, 29.04.2022
IPPNW: Waffen werden Konflikt nicht lösen, tagesschau.de, 7:48 Uhr, 29.04.2022
Friedensorganisation: Waffen lösen Ukraine-Konflikt nicht, Süddeutsche.de, 29. April 2022
Friedensorganisation: Waffen lösen Ukraine-Konflikt nicht, Zeit-online, 29. April 2022
Friedensorganisation: Waffen lösen Ukraine-Konflikt nicht, NOZ, 29. April 2022

Vorträge auf Youtube

Krieg in der Ukraine: welche Möglichkeiten für Deeskalation und europäische Friedensordnung gibt es? Von Andreas Zumach: https://youtu.be/09VmzmTD4u4

Brandherd NATO-Russland-Krise: Wie kam es dazu? Und was jetzt tun? Mit Johannes Varwick & Norman Paech: https://youtu.be/c-7fiz0IL2M

Feindbilder abbauen – Entspannungspolitik jetzt! (nur Audio) Von Ute Finckh-Krämer: https://youtu.be/fIdy_ObW9x0

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