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Die Atomwaffen in Deutschland werden aktuell aufgerüstet

Die Zahl der Atomwaffen weltweit nimmt jedes Jahr leicht ab, da Russland und die USA langsam überflüssige Arsenale verschrotten. Dies ist jedoch keine Abrüstung im engeren Sinne, sondern lediglich die Entledigung von überflüssigen, nicht mehr gebrauchten Sprengköpfen. Hierzulande werden die US-Atomwaffen auf dem Fliegerhorst Büchel in Rheinland-Pfalz aktuell einem teuren Modernisierungsprogramm unterzogen. Aus einer freifallenden Bombe, die nur von Kampfjets abgeworfen werden kann, wird die neue B-61 zu einer digital-lenkbaren Smartbombe umgebaut.

Die Zahlen sind atemberaubend: Die Bomben kosten pro Stück mehr als Attrappen aus Massivgold. Aber die mindestens 10 Milliarden US-Dollar teuren Bomben halten weitere böse Überraschungen bereit: Während die US-Regierung stets versichert hat, keine neuen Atomwaffen zu entwickeln, führt die angebliche „Lebenszeitverlängerung“ der in Büchel stationierten B-61-Bomben zu neuen Fähigkeiten und Einsatzszenarien der Atomwaffen. Solche "neuen Fähigkeiten und Einsatzszenarien" sind übrigens die Definition der USA für die Beschreibung „neuer“ Atomwaffen.

Aus einer freifallenden Bombe, die nur von Kampfjets abgeworfen werden kann, wird die neue B-61 zu einer digital-lenkbaren Smartbombe. Darüber hinaus wird die Bombe digitalisiert und es soll möglich werden, ihre Sprengkraft vor dem Abwurf auf eine vergleichsweise niedrige nukleare Sprengkraft zu reduzieren. Dies birgt das Risiko, dass die Waffen einsatzfähiger werden.

Gleichzeitig modernisieren die USA alle Bereiche der Atomwaffenindustrie: Fabriken, die gesamte Triade (also strategische Bomber, U-Boote und Interkontinentalraketen), eine Reihe weiterer Sprengköpfe, etc. Ziel ist u.a., genügend Investitionen zu tätigen, um weiterhin talentierte Atomphysiker aus der nächsten Generation für das Atomwaffenbusiness zu gewinnen.

Insgesamt werden die USA in den nächsten 30 Jahren mindesten eine Billion US-Dollar (eine Trillion, in englischer Sprache) investieren – Tendenz steigend. Sie behaupten aber weiterhin, dass sie gerade abrüsten, und wir Atomwaffen daher nicht verbieten sollten.

[Quelle: ICAN Deutschland: Modernisierung weltweit]

Foto: 

Menschenkette

Menschenkette gegen Atomwaffen, 18.11.2017, Berlin

Stoppt die Eskalation - Atomwaffen ächten
18. November 2017, 11 Uhr, Berlin

Dokumentation:
ICAN-Bilder von der Aktion
IPPNW-Bilder
Videobeitrag zur Menschenkette

Petition

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Atomwaffenverbotsvertrag

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