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Aktuelles zum Thema "Atomenergie"

IPPNW-Pressemitteilung vom 15.11.2018

IPPNW begrüßt Bundesrats-Initiative gegen Brennelemente-Export

Bundesratsinitiative des Landes Baden-Württemberg

Unterschriftenübergabe von 120.000 Unterschriften für einen Stopp der Brennelementelieferungen an Belgien an die Umweltministerin, Foto: umweltinstitut.org15.11.2018 

Die Ärzteorganisation IPPNW begrüßt die Bundesratsinitiative Baden-Württembergs, die Lieferung von Brennelementen ins Ausland zu verbieten und fordert die Landesregierungen zur Zustimmung auf. Der Entschließungsantrag, der am 23. November 2018 im Bundesrat beraten wird, zielt auf die Vervollständigung des Atomausstiegs in Deutschland, denn noch immer wird im nordrhein-westfälischen Gronau Uran angereichert, noch immer werden in Lingen Brennelemente unter anderem für den Export gefertigt.

Kriege verhüten mit Atomenergie?

Der wundersame Strategiewechsel der Atomlobby

Foto: IPPNW09.11.2018 

Seit Eisenhowers berüchtigter ‘Atoms for Peace‘ Rede in der UN Vollversammlung 1953 versucht die Atomindustrie, jegliche Verbindung zwischen ziviler Atomenergie und militärischer Atomwaffen zu überdecken. Obwohl hinlänglich bekannt ist, dass beide Seiten der atomaren Medaille die selbe Infrastruktur zur Versorgung mit spaltbaren Materialien benötigen und oft dieselben Firmen, Ministerien, Ämter und Organisationen hinter dem Bau von Atomkraftwerken und der Produktion von Atomwaffen stecken, wurden diese Verbindungen jahrzehntelang tabuisiert, verheimlicht und negiert.

No2Tho

Thorium-Reaktor ORNL, Foto: ORNL [Public domain], via Wikimedia Commons08.11.2018 

Ende Oktober 2018 fand in Brüssel eine Konferenz zu “Thorium-Energie” statt. Organisiert von der „Internationalen Thorium Energie Organisation“, einer Lobbygruppe der Thorium-Industrie, die sich öffentlich sonst gerne bedeckt gibt, bestand der Inhalt der Vorträge im Wesentlichen darin, die Thorium-Technologie, die in den 1950’er Jahren bewusst zugunsten anderer Atomenergielieferanten verlassen wurde, wieder aufzuwärmen und als vermeintlich sichere Form der Atomenergie zu bewerben. Anlässlich dieses erneuten Versuchs, der grünen Energiewende mit ihren drei Säulen Energieeffizienz, Energiesparen und Erneuerbarer Energieerzeugung ein atomares Geschäftsmodell entgegenzustellen, haben sich mehr als 40 Umwelt- und Anti-Atom-Organisationen europaweit zusammengetan, um der Propaganda der Thorium-Lobby Fakten und Argumente entgegenzusetzen.

Nein zur Thorium-Kernenergie

Thorium-Reaktor ORNL, Foto: ORNL [Public domain], via Wikimedia Commons07.11.2018 

Die unten aufgeführten Organisationen unterstützen die No2Tho- Erklärung. Sie tun dies aus verschiedenen Gründen, wie z.B. der Alterung von Kernreaktoren, den Reaktorkatastrophen INES 7 von Tschernobyl und Fukushima, aber auch aus Gründen der Gesundheit, der Sicherheit, der Proliferation (Gefahr der Weiterverbreitung von Atomwaffen), des Terrorismus und der Abfallrisiken aller Arten von Kernenergie. Darüber hinaus steigen die Kosten für die Kernenergie, und es ist notwendig, die erneuerbare Energien mit ihren flexiblen und klimapositiven Ergänzungen (Speicherung, Kraft-Wärme-Kopplung mit Kohlenstoffbindung und -nutzung,....) zu entwickeln. Aus diesem Grund fordert die No2Tho- Erklärung die Forschungsinstitute, politischen Entscheidungsträger und alle wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Akteure auf, alle Ressourcen in vollständig erneuerbare, nicht fossile und nicht atomare Energiesysteme zu investieren im Bestreben, damit jegliche Forschung, Entwicklung und Umsetzung der Thoriumkernkraft abzulehnen.

Risiko Tihange und Doel

Foto: Atomkraftwerk Tihange. By Maarten Sepp [CC BY-SA 3.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons06.11.2018 

„Deutsche Studie: Belgische AKW sind sicher“ - Mit dieser Schlagzeile auf der Titelseite überraschte die Aachener Nachrichten ihre Leser am 9. Juli 2018 [1]. Es geht um die beiden belgischen Atomkraftwerke Tihange 2 und Doel 3. Bei ihnen wurden 2012 erstmalig Risse in Schmiederingen des Reaktordruckbehälters nachgewiesen. Bei weiteren Untersuchungen wurde 2015 eine deutlich höhere Anzahl von Rissen mit einer deutlich größeren Ausdehnung entdeckt . Nach Ansicht der belgischen Atomaufsichtsbehörde handelt es sich um „Wasserstoff-Flockenrisse“, die bei der Herstellung entstanden seien.

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