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IPPNW-Pressemitteilung vom 26.7.2010

Probleme politisch lösen - Abzug aller Truppen jetzt!

IPPNW warnt vor Eskalationslogik der Militärs im Afghanistankrieg

26.07.2010

Angesichts der auf Wikileaks veröffentlichten Dokumente des US-Militärs kritisiert die IPPNW gezielte Tötungen und warnt vor einer Eskalationslogik. Die veröffentlichten Berichte der US-Militärs belegen nicht nur den in Afghanistan und im Nordwesten Pakistans von vielen Seiten beförderten grausamen Kriegszustand. Vor allem zeigen sie auf, auf welchen dubiosen Einschätzungen und vagen Informationen US-Militär und Geheimdienste zu ihrem Feindszenario für die Großregion des Hindukusch gelangen.

Die Dokumente belegen die Schlussfolgerung einer breiten Feindfront aus diversen Taliban-Kräften, al Qaida und pakistanischen Extremisten und dem pakistanischen Geheimdienst als Hintergrundakteure.

Die US-Militärs benutzen diese Schlussfolgerung als Rechtfertigung für gezielte Tötungen von "Terroristen", "Drogen-" und "War-Lords" und anderen als „feindliche Subjekte“ eingestuften Personen. Diese militärischen Akte von vermeintlicher „gezielter Wirkung“, führen regelmäßig zu erheblichen zivilen Toten – unter ihnen auch immer wieder viele Kinder. Eine Realität, die belegt, dass sich diese von allen politischen Zielsetzungen immer weiter lösende militärische Logik unterbrochen werden muss!

Die IPPNW warnt davor, die militärischen Maßnahmen des US-Militärs in Pakistan zu verstärken und den Afghanistankrieg auszuweiten. Beides könnte zu einer Eigendynamik des Krieges führen, die zusätzliche Länder des Hindukusch einbeziehen wird.

Die IPPNW fordert die Bundesregierung erneut zum Abzug der deutschen Truppen auf. In diesem Sinne müssen Angela Merkel und Guido Westerwelle auch auf die Alliierten einwirken. Am Hindukusch wird es keine militärische Lösung geben, wie auch das "Friedensgutachten 2010" ausführlich argumentierte. Statt dessen müssen die entsprechenden Mittel für den zivilen Wiederaufbau des Landes und der Region fließen, um die Wunden von Gesellschaften, die 30 Jahre Krieg mehr oder minder direkt erleben mussten im Interesse einer friedlicheren gemeinschaftlichen Entwicklung der Region zu heilen.

Pressekontakt: Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzte in sozialer Verantwortung, Körtestr. 10, 10967 Berlin, www.ippnw.de,
Angelika Wilmen, Tel. 030 – 69 80 74 15, Email: wilmen[at]ippnw.de
Dr. Jens-Peter Steffen, Tel. 030 - 69 80 74 13

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