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Freie Arztwahl für Kassenpatienten

Patientin, 34 Jahre, Hessen

05.04.2007

Ich bin seit mehreren Monaten sehr krank und brauche einen Endokrinologen. Dieser, für mich als Kassenpatientin zuständige Endokrinologe sitzt in einer Kleinstadt etwa 50 km entfernt von meinem Wohnort. Hier gibt es nur Busse, wenn ich diese benutze, bin ich etwa 4 Stunden bis dort hin unterwegs. Da ich meine Kinder nicht so lange allein lassen kann, geht das nicht. Der nächste Endokrinologe ist in der nahen Universitätsklinik, die ich in einer Stunde problemlos erreichen kann. Diesen darf ich aber nicht nehmen.

Dort könnte ich nur hingehen, wenn ich eine Überweisung vom niedergelassenen Endokrinologen bringe. Diese bekomme ich aber nur, wenn der Niedergelassene nicht mehr weiter weiß. Der weiß aber weiter und verweigert mir die Überweisung. Jetzt hatte ich zwei Möglichkeiten: Entweder ich gehe gar nicht zum Endokrinologen oder ich suche mir telefonisch eine Praxis, die mir einen Überweisungsschein ausstellt, mir diesen schickt und ich damit dann zum Endokrinologen in die Uni- Stadt fahren kann. Ich entschied mich für letztere Lösung und fand eine Praxis, 140 km entfernt, die mir den Überweisungsschein geschickt hat. Damit konnte ich im ersten Quartal zum Endokrinologen gehen. Aber wie geht das weiter? Die KV hat dafür gesorgt, dass niemand an diesem niedergelassenen Endokrinologen vorbei kommt. Dieser hat jetzt das Monopol und sein Auskommen. Egal, wie gut oder schlecht er ist. Als Kassenpatient hat man nicht mehr das Recht zur freien Arztwahl. Wer sichert anderen die Existenz? Was ist mit einem fairen Wettbewerb? Was ist mit Qualitätssicherung? So müssen wir auch zu schlechten Ärzten gehen, oder die guten selbst bezahlen. Wenn ich das könnte, wäre ich dann Kassenpatient? Wohl kaum!

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