Der HNO-Arzt, in dessen Privatpraxis die Operation stattfand, zog einen selbständigen Anästhesisten und einen selbständigen Chirurgen hinzu. Eine Aufklärung über den Eingriff fand nur unzureichend statt. Es wurde kein Vorgespräch mit dem Chirurgen geführt. Als mein Großvater in Vollnarkose lag und bereits intubiert war, kam der Chirurg mit wehendem Kittel - offensichtlich in Eile - in die Praxis gestürmt. Nachdem der HNO-Arzt ihm die Situation schilderte sagte er, er habe nun für eine solche Operation keine Zeit. Mein Großvater wurde extubiert und musste ohne adäquates Monitoring im Aufwachraum liegen. Ich kam hinzu als er blau angelaufen war mit einer Sauerstoffsättigung von ca. 60%. Als ich den Anästhesisten rief probierte er mich zu beruhigen und sagte, er habe die Sättigung absichtlich abfallen lassen um den Atemantrieb zu fördern. Mein Großvater trug von diesem Sauerstoffmangel jedoch weitere neurologische Schädigungen davon. Erst beim zweiten "Anlauf" wurde der Eingriff korrekt durchgeführt. Mein Großvater war in einem der sechs Belegbetten der Privatpraxis untergebracht. Dort standen weder Pampers noch Sondennahrung zur Verfügung. Meine Großmutter musste ihn 24 Stunden am Tag selbst pflegen, waschen und drehen. Alle Pflegemittel wurden von uns privat organisiert.
Die satte Rechnung des Arztes beinhaltete den gleichen Pflegesatz wie den eines normalen Krankenhauses. Zusätzlich wurden für die (notwendigen!) Übernachtungen meiner Großmutter bei meinem Großvater 140 € pro Nacht berechnet.
Ich möchte betonen dass es Einzelfälle sind. Doch bei meinem Großvater hat die Profitgier und Unprofessionalität eines Arztes ihren Gipfel gefunden und heute noch spürbare Schäden hinterlassen.
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