IPPNW.DE
Seite drucken
Eine Recherche von ICAN und IPPNW Germany

Nukleare Ausgaben vs. Ausgaben Gesundheitswesen

Was wäre, wenn das Geld für Atomwaffen in das Gesundheitssystem fließen würde?

31.03.2020 Die Regierungen benötigen mehr Ressourcen, um ihren von der COVID-19-Pandemie betroffenen Bürger*innen zu helfen. Mit den öffentlichen Mitteln, die die Atomwaffenstaaten und ihre Alliierten für die Bereitstellung von Massenvernichtungswaffen ausgeben, könnte das Gesundheitswesen in diesen Ländern massiv gestärkt werden. ICAN hat ausgerechnet, wie viel medizinische Ausrüstung angeschafft und wie viel Gesundheitspersonal eingestellt werden könnte, legt man die Ausgaben Frankreichs, Großbritanniens und der Vereinigten Staaten für die Wartung, Modernisierung und Entwicklung ihrer Atomwaffenarsenale zu Grunde. Für Deutschland haben wir die Kosten für die Anschaffung der Atombomber und die Investitionen ins deutsche Gesundheitssystem gegenübergestellt.

Durchschnittsgehalt Arzt/Ärztin90.000 € / Jahr
Durchschnittsgehalt Krankenpfleger*in40.000 € / Jahr
Intensivbett24.000 € / Jahr
Beatmungsgerät17.000 € / Jahr



Für insg. 7,475 Milliarden Euro kann man folgendes anschaffen:


25.000  Ärzt*innen

2,25 Mrd. €
60.000 Pfleger*innen2,4 Mrd. €
100.000 Intensivbetten2,4 Mrd. €
30.000 Beatmungsgeräte0,425 Mrd. €
7,475 Mrd. €





Deutschland

Die Bundesregierung plant den Kauf von bis zu 90 Eurofighter-Jets sowie 45 F-18-Kampflugzeugen des US-Herstellers Boeing. Damit sollen die 90 Tornado-Kampfflugzeuge ersetzt werden, die die Bundeswehr derzeit betreibt. 30 der F-18-Flugzeuge sind als Trägersystem für den Einsatz von US-Atomwaffen vorgesehen. Die Kosten für eine Anschaffung der neuen Kampfflugzeuge sind schwer abzuschätzen. Laut der Schweizer Stiftung Lilienberg hat die australische Beschaffung der F-18 Boeing Super Hornet ca. 275 Millionen US-Dollar gekostet. Rechnet man dies für die Beschaffung von 30 F-18-Kampffliegern hoch, kommt man auf etwa 7,46 Milliarden Euro. Nicht berücksichtigt sind dabei weitere Kosten, die über die gesamte Nutzungsdauer der Flugzeuge anfallen.

Würde man also diese angenommenen 7,46 Mrd. Euro ins deutsche Gesundheitssystem investieren, könnte man damit in einem Jahr 100.000 Intensivbetten, 30.000 Beatmungsgeräte sowie die Gehälter von 60.000 Krankenpfleger*innen und 25.000 Ärzt*innen finanzieren.



Frankreich
Für den Zeitraum 2019-2025 bestimmte der französische Präsident Emmanuel Macron für die französischen Nuklearstreitkräfte Ausgaben von 37 Mrd. Euro. 2019 standen für diesen Zweck also rund 4,5 Mrd. zur Verfügung. Mit diesen Mitteln könnte man 100.000 Intensivbetten, 10.000 Beatmungsgeräte sowie die Gehälter von 20.000 französischen Krankenpfleger*innen und 10.000  Ärzt*innen finanzieren.



Großbritannien
Das Vereinigte Königreich hat 2019 für den Betrieb seiner Atomstreitkräfte und zum Bau eines neuen Atom-U-Boot-Systems Mittel in Höhe von 7,2 Mrd. Britischen Pfund (rund 7,85 Mrd. Euro) zur Verfügung gestellt. Berichten zufolge sind jedoch mehr als 43.000 Stellen für Krankenpflegekräfte und 10.000 Stellen für Ärzt*innen unbesetzt. Die Atom-Ausgaben für nur ein Jahr umzuleiten, könnte diesen Bedarf und mehr decken. Mit 7,2 Mrd. Pfund könnten 100.000 Intensivbetten, 30.000 Beatmungsgeräte sowie die Gehälter von 50.000 britischen Krankenpfleger*innen und 40.000 britischen Ärzt*innen finanziert werden.



USA
Die Vereinigten Staaten von Amerika gaben im Jahr 2019 über 35 Mrd. US-Dollar (rund 32 Mrd. Euro) für Atomwaffen aus, knapp doppelt so viel wie Frankreich und Großbritannien zusammen. Gleichzeitig warnen Experten, dass Krankenhäusern in den USA über 300.000 Intensivbetten und zehntausende Beatmungsgeräte fehlen. 35 Mrd. US-Dollar könnten diesen dringenden Bedarf und mehr decken. Das Jahresbudget für Atomwaffen würde die Anschaffung von 300.000 Intensivbetten, 35.000 Beatmungsgeräten sowie die Gehälter von 150.000 US-Amerikanischen Krankenpfleger*innen und 75.000 Ärzt*innen decken.

zurück

Spenden

IPPNW-Spendenkonto
GLS Gemeinschaftsbank

IBAN: DE23 4306 0967 1159 3251 01
BIC: GENODEM1GLS

IPPNW-Jahresrückblick

Sitemap Überblick