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Aktionen, Projekte und Kampagnen

Keine Abschiebungen nach Afghanistan

Abschiebungen in Kriegs- und Krisengebiete sind inhuman

Demonstration gegen Abschiebungen am 11.02.2017 in Berlin, Foto: IPPNW

Abschiebungen in Kriegs- und Krisengebiete sind inhuman und unvereinbar mit den Menschenrechten. Die IPPNW kritisiert die Sammelabschiebungen von afghanischen Geflüchteten nach Afghanistan. Laut dem neuen Lagebericht des Auswärtigen Amtes gibt es in Afghanistan keine sicheren Regionen. Die katastrophale Sicherheitslage und schlechte medizinische Versorgung stellt für die Abgeschobenen eine Gefahr für die Gesundheit und das Leben dar. Insbesondere bei traumatisierten Menschen wird durch die Begegnung mit Krieg und Gewalt ein neues Trauma erzeugt, das zu einer lebensgefährlichen Verstärkung ihres Krankheitsprozesses führen kann. Die Petition "Keine Abschiebungen nach Afghanistan" von IPPNW-Mitglied Dr. Thomas Nowotny wurde mittlerweile von mehr als 80.000 Menschen unterzeichnet.

Geflüchtete kranke Menschen vor Abschiebung schützen

Empfehlungen für heilberuflich Tätige in Abschiebesituationen

Empfehlungen für heilberuflich Tätige in Abschiebesituationen, Grafik: IPPNW

Anlässlich der kontinuierlichen Verschärfungen des Asyl- und Aufenthaltsrechts hat die Ärzteorganisation IPPNW eine Handreichung veröffentlicht, die Hilfe bietet, um bedürftige Geflüchtete zu schützen. Abschiebungen in Deutschland sind wieder trauriger Alltag für viele Geflüchtete aus so genannten sicheren Herkunftsländern. Aufgrund der verschärften Gesetzgebung im Asylpaket I und II werden heilberuflich Tätige zunehmend mit Abschiebungen kranker Flüchtlinge konfrontiert. Viele Ärztinnen und Ärzte, Schwestern, Pfleger und TherapeutInnen geraten in einen schwierigen Konflikt, wenn sie sich zwischen Patientenwohl und vermeintlicher Staatsräson entscheiden sollen. Es besteht große Unsicherheit und Hilflosigkeit, sich in einer solchen Situation adäquat zu verhalten.

Medizinische Methoden zur Alterseinschätzung

Eine präzise Feststellung des Alters ist medizinisch nicht möglich

Der Beweis, dass eine Person volljährig ist, lässt sich auch durch bildgebende Verfahren nicht mit der geforderten „an Sicherheit grenzenden Wahrscheinlichkeit“ erbringen. Foto: IPPNW

Ein breites Bündnis von 23 Verbänden und Organisationen lehnt Gesetzesänderungen zum verstärkten Einsatz medizinischer Methoden zur Alterseinschätzung bei unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen ab. Auch mit bildgebenden Verfahren ist es unmöglich, das Alter so präzise einzuschätzen, dass eine Minderjährigkeit mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ausgeschlossen werden kann. Trotzdem werden vielerorts Gutachten erstellt, die mittels solcher Verfahren die Volljährigkeit der Untersuchten behaupten. Ein Nutzen der radiologischen Altersdiagnostik für die staatliche Asylpolitik ist daher nicht gegeben. Die ohne medizinische Indikation angeordneten Röntgenuntersuchungen verursachen eine Strahlenbelastung, die aus ethischen Erwägungen nicht zu rechtfertigen ist.

Global Health Summer School

Sommerakademie für Studierende und BerufsanfängerInnen in Berlin

Global Health Summer School 2017, Foto: IPPNW

Die fortschreitende Globalisierung führt u.a. dazu, dass mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung in absoluter Armut leben und keinen oder nur einen unzureichenden Zugang zur medizinischen Versorgung haben. Die WHO Commission on Social Determinants of Health führt dazu aus: „Soziale Ungerechtigkeit tötet Menschen in großem Ausmaß.“ Grund genug, uns als IPPNW dieser Problematik zu stellen. Seit 2011 veranstaltet die IPPNW gemeinsam mit dem Institut für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitsökonomie der Charité eine jährliche Global Health Summer Schhool.

Globale Gesundheitspolitik

Plattform Globale Gesundheit

Foto: VivrLatino

Die von Sozialverbänden, NGOs, WissenschaftlerInnen und Gewerkschaften gegründete Deutsche Plattform für Globale Gesundheit, in der die IPPNW mitarbeitet, hat ein Positionspapier zum Konzeptpapier "Globale Gesundheitspolitik" der Bundesregierung vorgelegt. Die Plattform stellt den Einfluss sozialer Faktoren von Gesundheit, wie Ungleichheit, Lebensbedingungen, Bildung, Umwelt und Frieden in den Mittelpunkt. Diese bestimmen Gesundheit mehr als eine gute medizinische Versorgung und medizinischer Fortschritt.

Ansprechpartnerin


Anne Jurema
Referentin für Soziale Verantwortung
Tel. 030/698074 - 17
Email: jurema[at]ippnw.de

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