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Freitag, 25. Mai 2012

1001 Geschichten und kein einziges Märchen

Geschichten aus dem Alltag eines kranken Gesundheitswesens

01.09.2006 

Das Projekt "1001 Geschichten und kein einziges Märchen - Geschichten aus dem Alltag eines kranken Gesundheitswesens" sammelte von März 2006 bis März 2008 Erlebnisse und Erfahrungen von Patientinnen und Patienten, Ärztinnen und Ärzten und anderen Beschäftigten des Gesundheitswesens: wahre Geschichten über die Ware Gesundheit.

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Das lohnt sich nicht mehr...

Allg. Beschäftigte des Gesundheitswesens, 46 Jahre, Baden-Württemberg

23.11.2006 

Vor ca 3 Wochen, erhielt ich, (stellvertretende Pflegedienstleitung in einem ambulanten Pflegedienst) einen Anruf von Angehörigen, die mit der Pflege ihrer 95jährigen Großmutter nicht mehr zurechtkamen. Während meines Hausbesuches lag die alte Dame im Bett und stöhnte. Ich bat um Erlaubnis die alte Dame zu versorgen und beruhigte nebenbei (!) die Fragen der Angehörigen, die sich um die Kosten sorgten. Ich bat um Pflegeutensilien und um Hilfe der Angehörigen bei der Versorgung der Großmutter.

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Bis zum Erbrechen

Allg. Beschäftigte des Gesundheitswesens, 28 Jahre, Niedersachsen

19.12.2006 

Ich arbeite in der stationären Pflege und betreute eine Bewohnerin, die des öfteren erbrach und dass aus heiterem Himmel, es war anfangs die Vermutung, dass sie bestimmte Lebensmittel nicht vertrug, doch dieses hatte sich nicht bestätigt. Medikamentös wurde Nexium verabreicht in der Hoffnung, dass die Reduktion der Magensäure sich positiv auswirken würde.

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Pro Termin nur eine Frage erlaubt

Patient, 41 Jahre, Hamburg

13.01.2007 

Seit einigen Jahren ging ich zu einem, mir empfohlenen und tatsächlich guten Hautarzt. Er hatte in dieser Zeit ein eigenes kleines Schönheitszentrum eingerichtet und eine eigene Produktlinie kreiert. Trotzdem fühlte ich mich bei ihm gut aufgehoben, bis zu meinem letzten Termin bei ihm: Wie immer hatte ich während der wochenlangen Wartezeit auf meinen Termin mir einige Fragen zurechtgelegt, auf die ich eine Antwort erwartete.

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100% Profit, 0% Pflege

Angehöriger, 22 Jahre, Saarland

22.03.2007 

Mein durch eine neurologische Erkrankung querschnittsgelähmter und stummer Großvater sollte zur Kontrolle seiner PEG-Sonde zu einem ortsansässigen Arzt. Dort wurde festgestellt, dass der Sondenteller in die Magenwand eingewachsen war und eine operative Versorgung notwendig war.

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Abenteuer Nachtdienst

Allg. Beschäftigte des Gesundheitswesens, 29 Jahre, Berlin

28.03.2007 

Ich arbeitete ein halbes Jahr als Krankenschwester im Dauernachtdienst in einem Behindertenpflegewohnheim. Gelernt habe ich Kinderkrankenschwester, durch zahlreiche Einsätze in der Pflege von behinderten Kindern und Jugendlichen, wurde meine Erfahrung in der Behindertenbetreuung und -pflege und vor allem in der Pflege von Schwerst-Mehrfach-Behinderten als sehr positiv angesehen. Ich unterschrieb einen Teilzeit-Arbeitsvertrag als Dauernachtwache(ca. 10-11 Nächte pro Monat).

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Freie Arztwahl für Kassenpatienten

Patientin, 34 Jahre, Hessen

05.04.2007 

Ich bin seit mehreren Monaten sehr krank und brauche einen Endokrinologen. Dieser, für mich als Kassenpatientin zuständige Endokrinologe sitzt in einer Kleinstadt etwa 50 km entfernt von meinem Wohnort. Hier gibt es nur Busse, wenn ich diese benutze, bin ich etwa 4 Stunden bis dort hin unterwegs. Da ich meine Kinder nicht so lange allein lassen kann, geht das nicht. Der nächste Endokrinologe ist in der nahen Universitätsklinik, die ich in einer Stunde problemlos erreichen kann. Diesen darf ich aber nicht nehmen.

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Chronisch krank- na und?

Patientin, 34 Jahre, Hessen

05.04.2007 

Ich habe 4 verschiedene chronische Erkrankungen. Leider reicht keine davon aus, anerkannt zu werden als chronische Erkrankung. Nur eine davon ist lebensgefährlich, wenn sie nicht behandelt wird. So zahle ich jeden Monat allein für eines meiner Medikamente knappe 100 €. Und meine Kinder haben das selbe chronische Problem. Da zahlt die Krankenkasse das Medikament noch.

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Keine Behandlung ohne Chipkarte

Patientin, 36 Jahre, Berlin

24.04.2007 

Es gibt in B. nach Aussage unseres Kinderarztes nur zwei oder drei Kinder-Orthopäden. Bei der einen hatten wir einen Termin bekommen - was nicht leicht ist, meist nur Monate im Voraus zu kriegen. Für das jüngere Kind war ein Babysitter engagiert, mit dem anderen, knapp 3 Jahre, dessen Füße untersucht werden sollten, bin ich mit dem Fahrrad zum Termin gefahren - nicht stressfrei. Angekommen stellte ich fest, dass ich nur sein Kinderuntersuchungsheft dabei, die Krankenkassenkarte aber versehentlich bei meinem Mann gelassen hatte.

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Keiner weiß Bescheid

Patientin, 36 Jahre, Berlin

24.04.2007 

An einem Freitagmittag wollte ich wegen einer akuten Nasennebenhöhlenentzündung zum Arzt - alle drei Praxen in für mich erreichbarer Nähe waren schon um 12 Uhr freitags geschlossen. Also musste ich ins Krankenhaus. Das erste behandelt keine Patienten von außerhalb, auch nicht nur für ein Antibiotika-Rezept. Im nächsten war kein HNO-Arzt da, so musste ich ins dritte, wo ich 2,5 Stunden warten musste, bis ein HNO-Arzt zur Verfügung stand. Dort musste ich die 10 Euro Krankenhaus-Gebühr zahlen und bekam ein privates Rezept für das Antibiotikum - die 16 Euro dafür musste ich auch erst mal selbst zahlen. Der Apotheker sagte, ich müsse mir beim Hausarzt ein Kassenrezept besorgen, dann bekäme ich die 16 Euro zurück (minus 5 Euro Zuzahlung).

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