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Donnerstag, 24. Mai 2012

IPPNW-Presseinfo 3.12.2008

Kinderkrebs um Atomkraftwerke

1.000 UnterzeichnerInnen fordern Umweltminister auf, Risikovorsorge zu gewährleisten

03.12.2008

Die IPPNW hat Sigmar Gabriel heute etwa 1.000 Appelle zu den Ergebnissen der Studie „Kinderkrebs um Atomkraftwerke“ zugesendet. Die Unterzeichner fordern den Bundesumweltminister darin auf, die erforderlichen Konsequenzen zu ziehen und die gebotene Risikovorsorge zu gewährleisten. Die Studie hatte erwiesen, dass Kinder um so häufiger an Krebs erkranken, je näher sie an einem Atomkraftwerk wohnen. „Der eindeutig bewiesene negative Abstandstrend hat aus unserer Sicht seine Ursache in den radioaktiven Emissionen der AKW im Normalbetrieb“, so der IPPNW-Kinderarzt Dr. Winfrid Eisenberg.

Nach Ansicht der IPPNW gibt es mehrere Erklärungsansätze der angeblich um den Faktor 1.000 „zu niedrigen“ Emissionen als Verursacher der erhöhten Krebs-/Leukämierate.

  • Die Emissionsmessungen, in der Regel von den Betreibern selbst durchgeführt, von den zuständigen Behörden nur gelegentlich kontrolliert, erfassen routinemäßig nicht die Beta- und Alpha-Strahler, obwohl diese nach Inkorporation als Leukämieauslöser viel entscheidender sind als die Gammastrahler.
  • Die Emissionsgrenzwerte sind so ausgelegt, dass ein gesunder Erwachsener sie vertragen kann; Kinder und Ungeborene sind aber um ein Vielfaches strahlensensibler. 

Daher fordert die IPPNW die Grenzwerte der „erlaubten“ Emissionen nicht an Erwachsenen, sondern an der Strahlenempfindlichkeit eines Embryos zu orientieren. Darüber hinaus müssten Atomaufsichts-Behörden nicht nur Gammastrahler, sondern auch Alpha- und Betastrahler an allen Atomanlagen lückenlos messen. Zudem fordert die Ärzteorganisation eine Beweislastumkehr. Nicht die Eltern der erkrankten Kinder müssten die Krankheitsursache nachweisen, sondern die Verantwortlichen für das jeweils in Betracht kommende Atomkraftwerk ihre „Unschuld“ zweifelsfrei beweisen. Schwangere und Eltern von Säuglingen und Kleinkindern, die in AKW-Nähe wohnen, sollten in verständlicher Weise über das erhöhte Risiko aufgeklärt werden. Darüber hinaus seien Laufzeitverlängerungen der Atomkraftwerke unter allen Umständen auszuschließen.

Kontakt: Dr. Winfrid Eisenberg, Tel. 05221/529927, IPPNW-Pressestelle, Tel.: 030 – 69 80 74 15, www.ippnw.de

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