Wiederaufarbeitungsanlagen sind schmutzige Atom-Chemie-Fabriken, in denen vor allem Uran und Plutonium mit Hilfe von Chemikalien aus hochradioaktiven Brennelementen herausgelöst werden. In der britischen Wiederaufarbeitungsanlage Sellafield (früher: Windscale) werden auch Brennelemente aus deutschen Atomkraftwerken chemisch aufgelöst und Plutonium daraus gewonnen. In der Anlage kam es immer wieder zu schweren Pannen. Zuletzt im Jahr 2005.
1955: Bei Reparaturarbeiten werden 251 Arbeiter verstrahlt.
1957: Der Reaktorkern brennt tagelang, Radioaktivität wird frei. Nach offiziellen Angaben sterben 33 Menschen, nichtstaatliche Stellen gehen von wesentlich mehr Toten aus.
1973: Explosion, 35 Arbeiter verseucht.
1983: Radioaktive Substanzen werden in die Irische See geleitet, weite Strandabschnitte müssen gesperrt werden.
1986: Elf Menschen werden verstrahlt.
1993: Unfallserie, die Aufarbeitungsanlage muss zum Teil evakuiert werden.
1997: Sechs Arbeiter werden verstrahlt.
2005: Nach einem Rohrbruch fließen 20 Tonnen eines Uran-Plutonium-Gemischs in eine Auffangwanne in der Anlage.
pit
Quelle: Frankfurter Rundschau vom 11.05.2005
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