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Nah am AKW steigt Leukämierisiko
taz, 20.12.2007
Mainzer Wissenschaftler relativieren ihre Studie und sehen nun keinen kausalen Zusammenhang mehr zwischen Knochenkrebs bei Kindern und nahen AKW. Der Streit über die Kinderkrebsstudie geht weiter. Zwar stellte am Mittwoch die Leiterin der Studie, Professorin Maria Blettner, vom Deuschen Kinderkrebsregister (DKKR) an der Uni Mainz klar: "Die Studie zeigt, dass das Risiko für Kinder unter 5 Jahren, an Leukämie zu erkranken, zunimmt, je näher ihr Wohnort an einem Kernkraftwerk liegt"; aber bei der Frage, welche Konsequenzen daraus zu ziehen sind, gehen die Meinungen weiterhin weit auseinander.
AKWs und Krebs - Verseuchung im Normalbetrieb
WOZ 20. Dezember 2007
Wie krank machen Atomanlagen? Dank einer aktuellen deutschen Kinderkrebsstudie erhalten alte Forderungen neuen Auftrieb: Die Schweiz braucht ein Krebsregister und seriöse, grenzüberschreitende Untersuchungen.
Wenn das Wetter gut ist, sieht Rita Schwarzelühr-Sutter über den Hügeln die Dampffahne des Atomkraftwerks Leibstadt. Sie lebt im Schwarzwald, nicht weit weg von Waldshut. 1990 begann sie sich mit dem Schweizer Atomkraftwerk auseinanderzusetzen.
Atomlobby vertuscht
Junge Welt 20. Dezember 2007
Mitglieder des Expertengremiums des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) und Vertreter der atomkritischen Ärzteorganisation IPPNW haben die Verharmlosung der Ergebnisse der am 10.Dezember vorgestellten Kinderkrebsstudie scharf kritisiert. »Je näher ein Kind an einem Atomkraftwerk wohnt, desto größer ist die Gefahr an Krebs oder Leukämie zu erkranken«, sagte die IPPNW-Vorsitzende Angelika Claußen am Mittwoch in Berlin. Claußen appellierte an Bundeskanzlerin Angela Merkel, »die dringend notwendige Risikovorsorge und damit den Schutz der Bürger zur Chefsache zu machen«.
Alpha, beta, gamma
Jungle World 20. Dezember 2007
Eine Studie sagt: In der Nähe von Atomkraftwerken erkranken Kinder häufiger an Leukämie. Der Bundesumweltminister wiegelt jedoch ab. Der politische Streit um die Laufzeiten der AKW ist dennoch neu entbrannt. Marie Curie erhielt 1903 den Nobelpreis für Physik für ihre Forschungen über Radioaktivität. 1934 starb sie an Leukämie. Dass radioaktive Strahlung Krebserkrankungen auslösen kann, ist also keine Neuigkeit. Nach den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki am Ende des Zweiten Weltkriegs und den katastrophalen Unfällen in der sowjetischen Atomwaffenfabrik von Majak 1957 und in Tschernobyl 1986 waren die Folgen in den betroffenen Regionen nicht zu übersehen.
Expertengremium: Zusammenhang von Kinderkrebs und der Entfernung zum Atomkraftwerk denkbar
Ärzteblatt 19. Dezember 2007
Berlin - Für nicht ausgeschlossen halten Mitglieder des Expertengremiums der KiKK-Studie ("Epidemiologische Studie zu Kinderkrebs in der Umgebung von Kernkraftwerken") einen Zusammenhang zwischen den erhöhten Raten von Krebserkrankungen bei Kindern unter fünf Jahren und der vom Atomkraftwerk abgegebenen Strahlung. Die Leitung der Untersuchung am Deutschen Kinderkrebsregister in Mainz verneint dagegen einen ursächlichen Zusammenhang.
Eine grandiose Täuschung
die tageszeitung 18. Dezember 2007
Epidemiologe Eberhard Greiser erhebt schwere Vorwürfe gegen die Leiterin der Studie zum Thema Leukämie im Umkreis von AKWs: Sie soll die Ergebnisse bei der Veröffentlichung verharmlost haben.
Kinder, Krebs und Kernkraftwerke
Mona Lisa, 16. Dezember 2007
Das Bundesamt für Strahlenschutz schockierte Anfang Dezember die Öffentlichkeit: Eine neue Studie hat wissenschaftlich bewiesen, dass Kleinkinder, die in der Nähe von Atomkraftwerken leben, viel häufiger an Leukämie erkranken als anderswo. Aber radioaktive Strahlung käme als Ursache nicht in Frage, so die Studienleiterin. Für die betroffenen Familien ein Hohn.
Kernkraftstudie: "Häufung der Leukämiefälle ..."
Deutsches Ärzteblatt, 14. Dezember 2007
Eine Studie auf der Basis des Deutschen Kinderkrebsregisters untersuchte die Häufigkeit von Krebserkrankungen bei Kindern in der Nähe von Kernkraftwerken - mit unerklärlichen Ergebnissen. Auf den ersten Blick wirken die Zahlen einer Studie des Deutschen Kinderkrebsregisters am Klinikum der Mainzer Universität wie ein überzeugender Indizienbeweis: 77 Kinder, die weniger als fünf Kilometer von einem Kernkraftwerk entfernt lebten, erkrankten zwischen 1980 und 2003 in Deutschland an Krebs, davon 37 Kinder an Leukämie.
»Überprüft ist nun genug«
Neues Deutschland, 13. Dezember 2007
Die Studie zu Leukämie bei Kindern in der Nähe von Atomkraftwerken sorgt für politischen Wirbel. Der zuständige Minister und die Studienleiterin wollen die Ergebnisse nicht wahrhaben. In den Jahren 1980 bis 2003 sind in einem Fünf-Kilometer-Umkreis um die deutschen AKW-Standorte 37 Kinder neu an Leukämie erkrankt. Statistisch wären aber nur 17 Fälle zu erwarten gewesen. Das Krebsrisiko steigt weiter, je näher Mädchen und Jungen an einem Atomkraftwerk wohnen. Dies sind die zentralen Ergebnisse der vom Deutschen Kinderkrebsregister in Mainz im Auftrag des Bundesamtes für Strahlenschutz (BfS) verfassten Studie, die seit Tagen für heftige Diskussionen sorgt.
Kernkraft und Krebsstudie - Malen nach Zahlen
Süddeutsche Zeitung, 12. Dezember 2007
Auf alte Reflexe ist Verlass. Das ist wie beim Fußball oder Autofahren - eingeübte Techniken verlernt man nicht so schnell. Diesmal heißen die Techniken Aufbauschen und Abwiegeln mit Statistik. Schließlich geht es um drei Reizworte, von denen schon jedes für sich allein genommen in der Lage ist, heftige Debatten auszulösen - Kinder, Krebs und Kernkraft. Diesmal kommen sie sogar gemeinsam in der Dreierkette daher.
Krebs in Reaktornähe - Grenzwerte viel zu hoch
Focus online 11. Dezember 2007
Gesetzliche Grenzwerte sollen die Bevölkerung vor Gesundheitsrisiken durch Atomkraftwerke schützen. Doch basieren sie auf Erkenntnissen aus den 50er-Jahren. Das Kernkraftwerk Gundremmingen in der Nähe von Ulm. Im Sturm der Angst ums globale Klima sahen sich Atomkraft-Befürworter gerade wieder im Aufwind. Sie propagieren Atomkraft als saubere Alternative zum ewigen Schmuddelkind Kohle. Die Vereinbarung zum Ausstieg aus der strahlenden Energie, den die Grünen sich in der Schröder-Koalition ertrotzten, schien obsolet. Jetzt bringt eine neue Studie des Bundesamts für Strahlenschutz Zunder in die Diskussion. Kinder, die in der Nähe von Atomkraftwerken aufwachsen, erkranken häufiger an Krebs als der Bundesschnitt, so das Ergebnis.
Alles nur Zufall?
Berliner Zeitung, 11. Dezember 2007
In der Nähe von Kernkraftwerken erhöht sich das Leukämierisiko. Experten rätseln nun über den Zusammenhang. Die Studie ist solide, ihr Ergebnis ist eindeutig: Je näher ein Kind an einem Atomkraftwerk lebt, desto höher ist sein Leukämierisiko. Zwanzig von knapp sechstausend Leukämieerkrankungen sind demnach seit 1980 der Nähe einem Atomkraftwerk zuzuschreiben, haben Forscher des in Mainz angesiedelten Deutschen Kinderkrebsregisters herausgefunden.
»Wir haben jetzt keine Zeit für Rechthabereien«
Junge Welt, 11. Dezember 2007
Aus der Studie über die Krebshäufung in der Nähe von AKW müssen Konsequenzen gezogen werden. Ein Gespräch mit Reinhold Thiel. Reinhold Thiel ist Allgemeinmediziner und Sprecher der Ulmer Ärzteorganisation, einer Regionalgruppe der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkriegs, Ärzte in sozialer Verantwortung (IPPNW).
Grenzwerte auf den Prüfstand! - AKW-Krebsstudie
stern.de 10. Dezember 2007
Je näher kleine Kinder an einem Atomkraftwerk leben, desto gefährdeter sind sie, an Krebs zu erkranken. Das zeigt eine Studie im Auftrag des Bundesamtes für Strahlenschutz. AKW-Gegner fordern einen schnellen Atomausstieg. Experten sind sich aber uneins, ob tatsächlich radioaktive Strahlung das Risiko erhöht. Das Ergebnis der Studie ist eindeutig: Kinder im Alter von bis zu fünf Jahren, die in der Nähe eines Kernkraftwerks wohnen, erkranken deutlich häufiger an Krebs beziehungsweise Leukämie (Blutkrebs) als ihre Altersgenossen in anderen Regionen.
Höhere Krebsgefahr im AKW-Umkreis
die tageszeitung 10. Dezember 2007
Eine Krebsstudie im Auftrag des Bundesamtes für Strahlenschutz hat ein von AKW-Gegnern oft beschworenes Risiko erneut bestätigt: Die Gefahr für Kinder, an Leukämie zu erkranken, nimmt zu, je näher sie an einem der 16 deutschen AKW-Standorte wohnen. Die vom Deutschen Kinderkrebsregister in Mainz durchgeführte Studie wird am Montag offiziell vorgestellt, am Wochenende gab das Bundesamt bereits die wichtigsten Ergebnisse bekannt. Nach der Untersuchung des Kinderkrebsregisters erkrankten in den Jahren 1980 bis 2003 in einem Umkreis von fünf Kilometern um die deutschen AKWs 37 Kinder neu an Leukämie.
Höheres Krebsrisiko für Kinder nahe Atommeilern
Financial Times Deutschland, 10.12.2007
Eine Studie zu Krebsfällen bei Kindern im Umfeld von Kernkraftwerken hat die Debatte über Gefahren der Atomenergie neu in Gang gebracht. Kleinkinder, die in der Nähe von Atommeilern leben, haben anscheinend ein deutlich höheres Blutkrebsrisiko als weiter entfernt wohnende Altersgenossen. Das ergab eine Langzeituntersuchung des Deutschen Kinderkrebsregisters im Auftrag des Bundesamts für Strahlenschutz (BfS). Grüne, Linke, Greenpeace und die atomkritische Ärzteorganisation IPPNW, die die Studie mit initiiert hatte, forderten Konsequenzen.
Neuer Leukämiefall in der Elbmarsch
Mona Lisa 15. Oktober 2006
"Jetzt hat's Anna erwischt", so titelt die Bildzeitung am 10. Oktober 2006. Das zwölfjährige Mädchen aus Geesthacht an der Elbe ist das siebzehnte Kind, das seit 1990 im Umkreis von fünf Kilometern um das Kernforschungszentrum GKSS und das benachbarte Kernkraftwerk Krümmel an Leukämie erkrankt ist. Es ist die höchste Rate an kindlichem Blutkrebs weltweit, bezogen auf die Einwohnerzahl.


