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IPPNW

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IPPNW und Gesellschaft für Strahlenschutz

Evakuierungszone ausweiten

Atomare Katastrophe in Fukushima

Atomunfall von Tokaimura, 1999
24.03.2011

Die Ärzteorganisation IPPNW und der Präsident der Gesellschaft für Strahlenschutz Sebastian Pflugbeil halten eine Ausweitung der Evakuierungszone rund um das havarierte Atomkraftwerk Fukushima für dringend erforderlich. Sie bitten die japanische Regierung, die Evakuierung der Bevölkerung so rechtzeitig und weiträumig durchzuführen, dass insbesondere der Schutz von Kindern und Schwangeren gewährleistet ist. 

Die Empfehlung der amerikanischen Atombehörde, die Evakuierungszone auf 80 Kilometer auszudehnen, könnte ein erster Schritt sein. Evakuierungszonen sind immer nur Hilfskonstruktionen, da die Strahlenbelastung von der Verteilung der Radioaktivität durch Wind und Regen abhängt.

Die Internationale Atomenergieorganisation (IAEO) und die japanischen Behörden haben Messungen bis zu 200 km Entfernung vom Atomkraftwerk durchgeführt. Dabei wurden Gamma-Dosis-Raten und Beta-Gamma-Kontaminationen gemessen.  Die Ergebnisse liegen zwischen 2 und 160 µSv pro Stunde im Vergleich zum natürlichen Hintergrund von rund 0,1 µSv/h.

Laut IAEO wurden hohe Werte von Beta-Gamma-Kontaminationen zwischen 16 und 58 Kilometer Entfernung vom Atomkraftwerk gefunden. Die Werte liegen zwischen 200.000 und 900.000 Becquerel pro Quadratmeter. Zum Vergleich: Nach Tschernobyl wurden Gebiete mit einer Kontaminationen von mehr als 555.000 Becquerel pro Quadratmeter (Cäsium-137) in der Ukraine, Russland und Weißrussland zu "Zonen strikter Kontrolle" erklärt.

In Nahrungsmitteln haben die japanischen Behörden bis zu 55.000 Bq Jod-131 pro kg in Spinat aus der Präfektur Ibaraki gemessen. Diese Werte liegen erheblich über den japanischen Grenzwerten für Nahrungsmittelverzehr (2.000 Bq/kg).

Wir fordern die deutsche Bundesregierung auf, der japanischen Regierung materielle und logistische Unterstützung anzubieten, damit sie die Folgen der atomaren Katastrophe für die Bevölkerung so gering wie möglich halten kann. Wir bitten Außenminister Guido Westerwelle sich dafür einzusetzen, dass die Daten der Atomteststopp-Organisation (CTBTO) über Radioaktivität veröffentlicht werden. Die CTBTO teilt ihre Messda-ten mit der WHO und der IAEO, macht sie aber nicht öffentlich. Sie verfügt über Messstationen auf der gan-zen Welt.

Pressekontakt: Gesellschaft für Strahlenschutz, Sebastian Pflugbeil, Tel. 030 – 449 37 36; Angelika Wilmen, Tel. 030 – 69 80 74 15, Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzte in sozialer Verantwortung, Körtestr. 10, 10967 Berlin, www.ippnw.de, , Email: wilmen[at]ippnw.de

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