Mehr als 300 weltweit führende ÄrztInnen haben den russischen Präsidenten Medvedev und den US Präsidenten Obama in einem medizinischen Appell aufgefordert "das atomare Zeitalter endgültig zu beenden." Den Brief haben Dekane, Leiter medizinischer Abteilungen, Nobelpreisträger, Gesundheitsminister und Redakteure von medizinischen Fachzeitungen aus 38 Ländern unterzeichnet. Er wird den Präsidenten heute in Washington und Moskau von der US-amerikanischen Schwestersektion, den Physicians for Social Responsibility, sowie einer russischen IPPNW-Delegation von Ärzten gegen Atomkrieg übergeben.
Zu den UnterzeichnerInnen gehören auch 50 deutsche MedizinprofessorInnen, u.a. der Psychoanalytiker Prof. Dr. Dr. Horst-Eberhard Richter, Prof. Dr. Ulrich Gottstein, beide Initiatoren und Mitbegründer der deutschen IPPNW, der Psychoanalytiker und Familientherapeut Prof. Dr. Dr. Helm Stierlin sowie der internationale bekannte Anästhesiologe und Notfallmediziner Prof. Dr. Dietrich Kettler.
Dr. Ira Helfand, US-amerikanischer Arzt und Hauptinitiator des Appells, bezeichnet die 25.000 weltweit vorhandenen Atomwaffen als größte und gefährlichste Bedrohung für die Gesundheit und den Fortbestand der Menschheit. Diese Gefährdung könne im Gegensatz zu den anderen großen Bedrohungen, wie dem Klimawandel, der Armut, AIDS und anderen endemischen Seuchen mit einem einfachen Beschluss aus der Welt geschafft werden.
Die beiden Regierungsoberhäupter werden am 1. April 2009, dem Vorabend des G-20 Gipfels in London, erstmals aufeinandertreffen. Dabei sollen die atomare Abrüstung und Nichtverbreitungs-Maßnahmen sowie Pläne zur Verkleinerung der russischen und amerikanischen Waffenlager zur Sprache kommen. Die IPPNW appelliert an die beiden Staatsmänner, die jüngsten russisch-amerikanischen Spannungen zu überwinden und die große Chance zu nutzen, die Welt von einer Waffe zu befreien, die das Ende der Menschheit bedeuten könnte.
Pressekontakt: Internationale Ärzte zur Verhütung des Atomkrieges/Ärzte in sozialer Verantwortung, Körtestr. 10, 10967 Berlin, www.ippnw.de, Pressesprecherin Angelika Wilmen Tel. 030 / 69 80 74 15, Email: wilmen[at]ippnw.de
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