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IPPNW-Presseinfo vom 15.10.2009

IPPNW kritisiert Laufzeitverlängerungen für vermeintlich sichere Atomkraftwerke

Sicherheitsrisiko Schwarz-Gelb

15.10.2009

Die atomkritische Ärzteorganisation IPPNW kritisiert die vorläufige Einigung von Schwarz-Gelb auf längere Laufzeiten für vermeintlich sichere Atomkraftwerke. Ex-Umweltbundesamts-Chef Prof. Dr. Andreas Troge habe kürzlich zu Recht darauf hingewiesen, dass es bei Atomkraftwerken nur "mehr oder weniger Sicherheit gibt". Hinzu komme, dass die Bundesatomaufsicht im Zuge der Strommengen-Prozesse mit Erstaunen Gutachten zur Kenntnis nehmen musste, wonach zwar die ganz alten Atomkraftwerke deutlich gravierendere Mängel haben als die zuletzt errichteten, „die neueren so genannten Konvoianlagen aber dennoch bemerkenswerte Schwachstellen aufweisen“, so IPPNW-Atomexperte Henrik Paulitz.

„Das sicherheitstechnische Konzept der Konvoianlagen ist rund 30 Jahre alt. Wasserstoffexplosionen können zum Super-GAU führen.“

Unklar bleibt laut IPPNW, wie die künftige Bundesregierung und die Atomindustrie mit den ganz alten Atomkraftwerken umgehen wird. „Im günstigsten Fall gehen in den kommenden Jahren einige laut geltendem Atomgesetz fällige Atomkraftwerksblöcke vom Netz“, so Paulitz. „Es kann aber auch sein, dass sich mit kreativen Anlagenstillständen und großartigen Sicherheitsüberprüfungen das Theater der vergangenen Jahre weiter fortsetzt.“

Völlig unglaubwürdig ist nach Auffassung von Paulitz die Ankündigung von Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg, man habe sich auf eine „Stärkung der Erneuerbaren Energien" geeinigt. Der Nachsatz laute nämlich, man erwäge "eine Anpassung der staatlichen Förderungen". Paulitz: „Das heißt im Klartext nichts anderes als eine Reduzierung der Fördersätze für Erneuerbare Energien. Zu befürchten ist, dass Schwarz-Gelb die Fördersätze für die Photovoltaik und für die Binnen-Windkraft und somit die für die breite Bevölkerung interessanten dezentralen Techniken drastisch reduziert. Off-Shore-Windparks und solare Großprojekte, bei denen die Energiekonzerne das Geschäft machen, werden von Union und FDP hingegen gerne gefördert.“

Kontakt: Henrik Paulitz, Tel. 0032-485-866 129, Deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges, Ärzte in sozialer Verantwortung (IPPNW), Körtestr. 10, 10967 Berlin, www.ippnw.de, Email: ippnw[at]ippnw.de

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