Der Widerwille der Bevölkerung gegen deutsche Kriegseinsätze im Ausland gehört zu den wichtigsten Erfolgen der Wiedergesundung unseres Volkes nach der Überwindung der Nazi-Schreckensjahre. Längst bekunden nun alle Umfragen, dass eine Bevölkerungsmehrheit das Mitkämpfen der Bundeswehr in Afghanistan ablehnt.
Die vor 60 Jahren beschlossene Beschränkung der demokratischen Mitwirkungsrechte unseres Volkes auf Bundestagswahlen versperrt dem Volkswillen das Recht einer plebiszitären Einflussnahme auf eine abgelehnte Kriegspolitik. "Demokratie ohne Volk" hat das Hans-Ulrich Jörges im Stern genannt.
Von uns Ärzten und Psychotherapeuten wird Hilfe für in Afghanistan traumatisierte Soldaten erwartet. Wir helfen, aber zuvor müssen wir die Politik für diese Traumatisierung mitverantwortlich machen. Denn im Dienst einer von der Bevölkerungsmehrheit abgelehnten Sache zu kämpfen, bedeutet allemal eine erhöhte psychosomatische Belastung. Umso mehr fühlen wir Ärzte und Psychotherapeuten der ärztlichen Friedensbewegung IPPNW uns verpflichtet, vor der Fortsetzung einer Kriegsstrategie in Afghanistan mit aller Entschiedenheit zu warnen.
Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung:
Angelika Wilmen, Pressesprecherin, Deutsche Sektion der Internationalen Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzte in sozialer Verantwortung (IPPNW), Tel. 030 / 69 80 74 15, Mobil 0162 /205 79 43, Email: wilmen[at]ippnw.de, www.ippnw.de
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