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IPPNW-Presseinfo 29.12.2008

IPPNW-Ärzte fordern sofortigen Stopp der Gewalt im Gazastreifen

Die medizinische Versorgung im Gazastreifen steht vor dem Kollaps

29.12.2008

Die IPPNW-Ärzte fordern den sofortigen Stopp der israelischen Militärangriffe im Gazastreifen sowie den Stopp der palästinensischen Raketenangriffe auf Israel. Seit dem israelischen Militärangriff auf den Gazastreifen am Sonntag gibt es laut Aussage der Physicians for Human Rights Israel, dem Al-Mezan Center (Gaza) und dem Palestinian Medical Relief Society, Ramallah, 282 Tote (einschließlich 20 Kindern und 9 Frauen), über 700 verwundete Menschen (darunter 130 Kinder und 28 Frauen), davon mehr als 100 schwer Verwundete. (Stand, 28.12.2008, 17.57 Uhr).

Das Gesundheitssystem im  Gazastreifen befände sich kurz vor dem Kollaps, da es einer derartigen Zahl von Verwundeten nicht gewachsen sei. Die von Israel veranlasste Schließung des Übergangs bei Erez seit Freitag verhindere die Evakuierung der Patienten und verwundeten Personen und verstärke die humanitäre Tragödie im Gazastreifen.

Die Krankenhäuser seien vollkommen überfüllt. Es gebe nicht genug Betten für die Patienten. Der nicht abreißende Strom von Verwundeten habe dazu geführt, dass andere Patienten, inklusive Krebspatienten;Herzpatienten und andere chronische Kranke nicht mehr ausreichend versorgt werden könnten. Auch sei am 28. Dezember das größte medizinische Depot des Gesundheitsministerium in Gaza bombardiert worden. Das Depot, das in der Nähe des Falastin Fußballstadiums liegt,  sei komplett zerstört worden inklusive einer großen Zahl von Medikamenten und medizinischem Gerät.

"Das medizinische Gesundheitssystem im Gazastreifen stand bereits während der israelischen Blockade kurz vor dem Zusammenbruch. Diese Blockade ebenso wie die Bombardierung ziviler Ziele und medizinischer Einrichtungen ist ein klarer Bruch des internationalen Völkerrechts", kritisiert IPPNW-Vorstandsmitglied Matthias Jochheim.

„Ein Leben ohne Krieg und Besatzung ist möglich. das zeigen die Friedensinitiativen von unten, so die erst kürzlich mit der Ossietzky-Medaille ausgezeichnete, gewaltfreie Initiative von Bilin", so Dr. Angelika Claußen. "Weil beide Konfliktparteien, die israelische Regierung und die palästinensische Führung in einer Spirale von Hass und Vergeltungsdenken verstrickt sind, braucht es dringend neue Friedeninitiativen von seiten der USA, und der EU im Verein mit Russland und den arabischen Nachbarstaaten", erklärt die IPPNW-Vorsitzende.

Kontakt: IPPNW, Angelika Wilmen, Tel. 0162 2057943.

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