Die Deutsche Sektion der IPPNW, Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges und für soziale Verantwortung, trauert um ihr Vorstandsmitglied Prof. Dr. med. Peter Riedesser, Direktor der Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf.
Wir verlieren in dem allzu früh Verstorbenen einen international hoch geachteten Vertreter seines Faches und einen engagierten Freund. Als Psychoanalytiker verband er seine psychiatrisch-psychotherapeutische Forschung mit zeitgeschichtlichen Studien. Mit seinen kritischen Untersuchungen über die Militärpsychiatrie und die „Aufrüstung der Seelen“, vor allem in der Nazi-Zeit, bearbeitete er ein wichtiges, aber vielfach verdrängtes Thema. Sein zusammen mit Axel Verderber verfasstes Buch „Maschinengewehre hinter der Front“ weist nach, wie immer wieder militärische die ärztlich-ethischen Maßstäbe in der Militärpsychiatrie zurück drängen – in den beiden Weltkriegen und auch noch danach.
Mit dieser Kritikbereitschaft hat sich Peter Riedesser unbequem gemacht, andererseits bei der jungen Ärztegeneration großen Anklang gefunden. In der IPPNW waren wir glücklich, in ihm einen herausragenden ärztlichen Friedensforscher und Friedenskämpfer für führende Mitarbeit in unserer Organisation gewonnen zu haben.
Mitten in der Vorbereitung unseres gerade beendeten III. Kongresses „für eine Kultur des Friedens“, für den er sich erneut persönlich besonders engagierte, erfasste ihn seine rasch fortschreitende tödliche Krankheit.
Uns bewegt sein tragisches Schicksal. Sein jäher Verlust macht uns aber auch
erst voll bewusst, was wir uns alles von dem Freund erhofft hatten, der in beispielhafter Weise ärztlich-psychologische Wissenschaft mit ethisch-politischem Engagement erfolgreich verknüpft hatte.
So können wir ihm nur nachträglich unseren Dank dafür zurufen, was wir von ihm bekommen haben und was uns nun Kraft geben sollte, in unserer Ärztebewegung mit Zuversicht in seinem Sinne weiterzumachen.
Im Namen des Vorstandes
Dr. Angelika Claußen Prof. Dr. Dr. Horst-Eberhard Richter
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