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 SZ Ebersberg, 05./06.04.03

Glonn - Susanne Osthoff aus Glonn ist nach wenigen Tagen gut in Bagdad angekommen. Das erfuhren die Besucher einer Veranstaltung der Direkt-Hilfe Irak am Freitagabend in Herrmannsdorf telefonisch - durch die Aufzeichungen der Anrufe der Archäologin während ihrer Reise von Amman nach Bagdad. Folke Hess, der Mitinitiator der Direkt-Hilfe hatte die Telefonate aufgezeichnet und spielte sie den Besuchern vor.
Wer Susanne Osthoffs hektische Betriebsamkeit kurz vor dem Start ihrer humanitären Aktion in den Nahen Osten kennengelernt hatte, der staunte über die Gelassenheit, mit der sie von den Stationen ihrer Reise berichtete. Einmal war der Transport mit Hilfsgütern und Medikamenten, mit dem sie auf Beduinen-Schleichwegen quer durch die Wüste fuhr, sogar unter Beschuss geraten. Einen fehlenden Passierschein stellte in letzter Sekunde noch ein Offizier an der Grenze zum Irak aus.

Im Irak, so schilderte die 40-Jährige in einer ihrer Meldungen, sei sie überall freundlich aufgenommen und herzlich begrüßt worden. Die medizinische Lage in Bagdad sei katastrophal, hatte sie dem Tropenmediziner Hess mitgeteilt, der sich mittlerweile um weitere Unterstützer für die gerade erst 14 Tage alte Dirkt-Hilfe Irak bemüht. Vor allem Ärzte, die bereit sind, in der umkämpften Region zu arbeiten, werden dringend gesucht, "und zwar solche Mediziner, die in der Lage sind, auch Gliedmaßen anzunähen."

Während die irakisch-jordanische Grenze von Norden her schon längst dicht gemacht wurde und auch aus dem Süden kaum noch ein Durchkommen für Helfer und auch Journalisten ist, hat die couragierte Glonnerin, die Arabisch spricht und die kulturellen und religiösen Eigenheiten der Region kennt, Mittel und Wege gefunden, ihre Hilfslieferung in das Krisengebiet zu bringen. Es sind kaum noch Hilfsorganisationen in der Region vertreten und Folke Hess befürchtet, dass auch sie demnächst ihre Zelte dort abbrechen wollen.

Spenden für die Direkt-Hilfe Irak sind in den zwei sehr aktiven Wochen seit ihres Bestehens bei spontanen Benefizveranstaltungen geflossen und durch die erfolgreiche Aktion von Susanne Osthoff wurden viele Bürger angeregt, einen Beitrag zu leisten, da sie über die Effizienz ihrer Hilfe immer wieder Rückmeldung erhielten. Allerdings beklagte Hess, dass gerade aus Niederlassungen amerikanischer Firmen kaum finanzielle Beteiligung zu erwarten ist, obwohl keinerlei politische Intentionen verfolgt würden und die Spenden ausschließlich der Not leidenden Zivilbevölkerung, den Kriegsopfern und Verletzten, Frauen und Kindern im Irak zu Gute kommen soll. Susanne Osthoff wird weiterhin dafür sorgen, dass sämtliche Hilfsmittel bei den Betroffenen ankommen - auf Beduinen-Schleichwegen hat es zuletzt besser funktioniert als auf den üblichen Reiserouten.

Irak-Hilfe Direkt/Dr. Hess, Kto. 603 70 71, Deutsche Bank 24, BLZ 700 700 24. kon

Der Mitinitiator der Direkt-Hilfe Irak, Dr. Folke Hess berichtete den Besuchern von Susanne Osthoffs Reise nach Bagdad. Foto: kon

Die Gruppe des irakischen Musikers Laith Abdul Ameer brachte bei der Informationsveranstaltung in Herrmannsdorf orientalische Atmosphäre in den Saal. Foto: kon