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Junge IPPNW

Die junge IPPNW – das sind junge Ärztinnen und Ärzte im Berufseinstieg und Studierende im Übergang vom Studium zum Berufsalltag, die sich weiterhin mit den Themen der IPPNW auseinandersetzen möchten. Die neue Lebenssituation, die Arbeits- und Zeitbelastung erfordern aber andere Wege: so entstand das „Wochenende der jungen IPPNW“, bei dem man eine Auszeit vom stressigen Klinikalltag genießen und Informationen zu aktuellen Projekten der IPPNW erhalten kann. Neben Gesprächsrunden, Vorträgen und Workshops zum Themenschwerpunkt wie z.B. „Die Zukunft des deutschen Gesundheitswesens“ bleibt dabei genug Zeit für erholsame Spaziergänge und persönliche Gespräche.

Der Schwerpunkt dieser Wochenenden liegt darauf, sich kennen zu lernen und Erfahrungen auszutauschen. Sie sollten nicht mit Workshops und dergleichen überladen werden. Vielmehr soll es ein Art "Retreat" werden, also eine gemütliche Rückzugsmöglichkeit vom ärztlichen Alltag und eine Gelegenheit mit gleichgesinnten die eigenen Erfahrungen zu teilen.

Das nächste Treffen wird wieder in 2019 stattfinden.

 

 

Bericht über das Wochenende im Juli 2018 in Gräben

„Die Pferde!“ haben  der vierjährigen Paula am besten gefallen. „Und der Fluss.“ schiebt sie noch hinterher. Das ist der „Verlorenwasserbach“ in Brandenburg, an dem wir im alten Mühlhaus das
IPPNW-Wochenende für junge ÄrztInnen und Studierende in den letzten Semestern mit ihren Familien gemeinsam verbracht haben.

In gemütlicher Atmosphäre haben wir uns über die Verknüpfung zwischen Klimawandel und Gesundheit informiert und ausgetauscht wie man sich für dieses Thema im eigenen Krankenhaus, in der Praxis und im Ehrenamt engagieren kann. Wir diskutierten die Bedeutung längerer Dürreperioden, extremer Niederschläge, Smog in Großstädten und verunreinigten Trinkwassers für die Gesundheit. Konkrete Bespiele veranschaulichten uns, die gravierenden Auswirkungen auf die Bevölkerung. Des Weiteren überlegten wir, wie man persönlich auf die Reduzierung der Umweltbelastung im Arbeitsalltag Einfluss nehmen könnte. Woher bezieht Dein Betrieb den Strom? Was ist mit der Herkunft des Kantinenessens? Wie finde ich Gleichgesinnte, mit denen ich mich treffen und trotz Diensten und langen Arbeitszeiten konstruktiv tätig werden kann?

Neben den ÄrztInnen der IPPNW waren auch wieder Kinder und PartnerInnen zu diesem Wochenende eingeladen, so dass im Schatten des Apfelbaumes und auf langen Spaziergängen ein interdisziplinärer Austausch stattfinden konnte. Die Denkanstöße waren nicht nur für die anwesenden MedizinerInnen interessant. Viele ließen sich auch mühelos auf die Berufsgruppen der mitgereisten Partner übertragen und regten zu Diskussionen an.
Außerdem schauten wir uns den historischen Hof an. Auf einem Rundgang durch das Mühlengebäude gingen wir der Herkunft des Spruchs „es klappert die Mühle am rauschenden Bach“ auf den Grund. Wir staunten wie raffiniert die Energie des Wassers über mehrere Achsen und Getriebe tagsüber für Sägen von Holz und nachts für das Mahlen von Getreide genutzt wurde - und sogar den Fahrstuhl des Mühlmeisters antrieb. Dieser schlief, am besten wenn es laut klapperte und rüttelte, direkt neben der Mühle, um bei aufkommender Stille nachts nach dem Rechten zu schauen. Erst wenn wieder der vertraute Geräuschpegel hergestellt war, schlief er beruhigt weiter.
Neben dem Plätschern des Bachs lauschten wir auch den Hofgeschichten von Jutta und Eberhard, erfahrene IPPNW-Mitglieder und die Eigentümer des denkmalgeschützten Hofs um die Mühle. Bei dem einen oder anderen Glas Wein erzählten sie uns abends von dem friedlichen Widerstand der Ärzte in der DDR und dem Verhältnis der DDR-IPPNW, die staatlich organisiert war, und den Friedensärzten.

Am Ende waren wir vom Input geistig erfrischt und gleichzeitig erholt. Alle waren sich einig, dass sie das Wochenende an diesem friedlichen Ort in guter Erinnerung behalten werden und nächstes Jahr gerne wieder dabei sind.

Ceri und Pelle                                                                    Fotos: Eberhard Seidel

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