IPPNW.DE
10.-17. Juni 2017

Auf nach Büchel

IPPNW-Protestwoche

Weiterhin bedrohen ca. 15.000  Atomwaffen  das Überleben der Menschheit.  1.800 davon können innerhalb von Minuten gezündet werden. Eine einzige Atomwaffe, die über einer großen Stadt detoniert, kann über eine Million Menschen töten oder schwer verletzen. Ein  Atomkrieg mit nur einem Bruchteil der globalen Atomwaffenarsenale könnte eine  humanitäre Katastrophe bislang  unbekannten Ausmaßes auslösen. Aschewolken würden die Sonne  verdecken, Ernteausfälle würden weltweite Hungersnöte auslösen.  Atomwaffen schaffen keine Sicherheit, sondern sind ein ständiges Risiko.

Vom 27. März bis zum 1. April 2017 haben in New York in erster Runde Verhandlungen über ein mögliches Atomwaffenverbot stattgefunden. 129 Staaten beteiligten sich. Deutschland hat mit anderen  NATO-Mitgliedern  die  Konferenz  boykottiert – obwohl sich die Bundesregierung zu multilateralen Abrüstungsprozessen und zum Ziel einer atomwaffenfreien Welt bekannt hat.

Zu Beginn der zweiten Verhandlungsrunde über das Atomwaffenverbot und mitten im Bundestagswahlkampf protestieren wir am NATO-Atomwaffenstützpunkt Büchel.

Wir fordern:

  • Den Abzug der ca. 20 NATO-Atomwaffen aus Deutschland
  • Eine konstruktive Beteiligung der Bundesregierung an den UN-Verhandlungen über einen Verbotsvertrag sowie die Unterstützung eines Atomwaffenverbots

Programm der Protestwoche:

10. Juni 2017: Beginn des Camps mit Aktionstraining

11. Juni 2017:
10.30-13 Uhr 
Internationales Symposium „Verbot von Atomwaffen: Eine europäische Sicht“
mit VertreterInnen der Internationalen IPPNW und Gästen aus Politik und Medien
ab 13:00 Uhr Mittagesssen, Musik und Kultur

15-18 Uhr: Aktionstraining im Camp

12. Juni 2017:
Aktion zivilen Ungehorsams

13. –16. Juni 2017: Gewaltfreie Protestaktionen und Blockaden vor den Toren

17. Juni 2017: Abschlussveranstaltung

Gruppen und Einzelpersonen sind eingeladen, sich zu beteiligen und eigenverantwortliche Aktionen durchzuführen. Ernst-Ludwig Iskenius nimmt Anmeldungen entgegen und gibt Auskunft zu Unterbringung und Logistik: iskenius[at]ippnw.de


Internationales Symposium, 11.06.2017 in Büchel, Deutschland

Verbot von Atomwaffen: Eine europäische Sicht


10.30 Uhr Eröffnung
Inga Blum und Dr. Angelika Claußen, IPPNW Deutschland

10.45 Uhr
Eine Welt ohne Atomwaffen – Warum brauchen wir ein Verbot?
Hector Guerra, Mexiko

11.00 Uhr
Warum die niederländische Regierung an den Verhandlungen über ein Atomwaffenverbot teilnimmt
Peter Buijs, Niederlande

11.15 Uhr
Warum Norwegen die UN Verhandlungen boykottiert
Dr. Bjørn Hilt, Norwegen

11.30 Uhr
Warum die österreichische Regierung ein Verbot von Atomwaffen unterstützt
Nadja Schmidt, Österreich

11.45 Uhr
Warum Schweden für ein Atomwaffenverbot gestimmt hat und sich an den Verhandlungen beteiligt
Gunnar Westberg, Schweden

12.00 Offene Diskussion

13.00 Mittagessen, Musik und Kultur

RednerInnen:

Dr. Inga Blum ist die ehemalige Koordinatorin des IPPNW „Nuclear Weapons Inheritance Project“ und ist ein Mitglied des aktuellen Vorstands der IPPNW Deutschland. Sie ist Medizinerin und ist im Bereich Psychiatrie und Neurologie tätig.

Peter Buijs ist Mitvorsitzender und internationaler Berater der NVMP, dem niederländischen Pendant der IPPNW. Er arbeitete bereits 34 Jahre bei der TNO Work & Health als wissenschaftlicher Berater, wo er sich damit befasste, wie man die bestmögliche Gesundheitsfürsorge für Arbeiter weltweit sicherstellt, insbesondere die Grundversorgung.

Dr. Angelika Claußen
ist niedergelassene Ärztin für Psychiatrie und Psychotherapie. Von 2005 bis 2011 war sie Vorsitzende der deutschen IPPNW-Sektion. Zur Zeit ist Angelika Claußen IPPNW-Vizepräsidentin für Europa.

Dr. Bjørn Hilt ist Mitglied der norwegischen IPPNW seit ihrer Gründung 1982. Seit September 2006 ist er Vorsitzender des IPPNW Verwaltungsrats. Dr. Hilt arbeitet als leitender Berater und Professor für Arbeitsmedizin an dem St. Olav Universitätskrankenhaus in Trondheim, Norwegen.

Hector Guerra arbeitet für die SEHLAC, Seguridad Humana en Latinoamérica y el Caribe (Netzwerk für menschliche Sicherheit in Lateinamerika und der Karibik) und ist der Koordinator für Lateinamerika und die Karibik bei ICAN. Er repräsentierte bereits Mexiko in der Cluster Munition Coalition; der Internationalen Kampagne zum Verbot von Landminen; dem International Network on Explosive Weapons und der Control Arms Alliance. Er war auch an diplomatischen Prozessen beteiligt, wie der Ottawa-Konvention, dem Übereinkommen über Streumunition und dem Vertrag über den Waffenhandel.

Nadja Schmidt ist ein Mitglied der ICAN Österreich und koordinierte im Dezember 2014 das ICAN Civil Society Forum in Wien.

Gunnar Westberg ist seit 1982 ein Mitglied der SLMK, der schwedischen Zweigorganisation der IPPNW. Von 1996 bis 20014 war er der Präsident der SLMK und von 2014 bis 2008 war er Co-Präsident der IPPNW. Er organisierte die Istanbul Conference on Nuclear Dangers in the Middle East 2005 mit der Teilnahme Irans. Westberg besuchte 2007 und 2012 Teheran mit einer Delegation der IPPNW.

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