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IPPNW-Pressemitteilung vom 18.1.2010

USA suchen nach Alternativen zu Uranmunition

IPPNW fordert Ächtung von Uranwaffen

18.01.2010

Die USA suchen derzeit nach Alternativen zu Uranmunition. Das hat die us-amerikanische Regierungsbehörde zur Beschaffung von Munition für die Armee (Maneuver Ammunition Systems) gegenüber der "Internationalen Koalition zur Ächtung von Uranwaffen" (ICBUW) bestätigt. "Das ist ein erster Schritt in die richtige Richtung. Abgereichertes Uran wurde in den beiden Irak-Kriegen systematisch eingesetzt und stellt mit großer Wahrscheinlichkeit eine wesentliche Ursache für die massiv ansteigenden Zahlen von Krebserkrankungen der irakischen Bevölkerung dar", erklärt die IPPNW-Vorsitzende Dr. Angelika Claußen. Die Ärzteorganisation IPPNW fordert die deutsche Bundesregierung auf, dem Beispiel Belgiens zu folgen und die Produktion und den Einsatz von Uranmunition zu verbieten.

Abgereichertes Uran ("depleted uranium", DU) ist ein Abfallprodukt aus der Urananreicherung von Brennelementen für Atomkraftwerke. Die US-Streitkräfte setzten Uranmunition 1991 im Golfkrieg gegen den Irak ein. Auch im Kosovo-Krieg der NATO gegen Serbien 1999 und im US-geführten Irak-Krieg 2003 wurden derartige Geschosse verwendet.

Seit Mitte der 1990er Jahre berichten Ärzte aus Basra über einen rapiden Anstieg von Krebsfällen und Geburtsschäden. Sie nehmen an, dass die Erkrankungen auf die Umweltzerstörung durch im Kampf freigesetzte Schadstoffe zurückzuführen ist – wie z.B. abgereichertes Uran. Es gibt bisher zu wenig detaillierte Untersuchungen über Gesundheits- und Umweltfolgen von Uranwaffen. Daher konnte der kausale Zusammenhang zwischen Uranwaffeneinsatz und Krankheiten lange nicht eindeutig festgestellt werden. Viele wissenschaftliche Berichte und Veröffentlichungen, die auf Studien an Tieren und Zellen basieren, zeigen jedoch eindeutig die karzinogene Wirkung von abgereichertem Uran.

Die deutsche Sektion der IPPNW unterstützt eine epidemiologische Studie zu Basra, die auf Initiative des irakischen Krebsspezialisten Dr. Jawad Al-Ali zustande gekommen ist. Bisher gab es drei Treffen von irakischen Medizinern und europäischen Epidemiologen zur Durchführung dieses Projekts.

Pressekontakt: Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges/Ärzte in sozialer Verantwortung, Körtestr. 10, 10967 Berlin, www.ippnw.de, Angelika Wilmen, Tel. 030 – 69 80 74 15, Email: wilmen[at]ippnw.de

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