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NATO prüft die Gesundheitsfolgen von Uranwaffen erneut

Robert F. Simmons, Stv. Generalsekretär, Foto: NATO

Bei einem Treffen mit AktivistInnen gegen Uranwaffen, sagte der stellvertretende NATO-Generalsekretär für Sicherheitskooperation und Partnerschaft, Robert F. Simmons, dass das Bündnis bereit sei, erneut die Gesundheits- und Umweltfolgen von Uranwaffen zu prüfen. VertreterInnen des Europaparlaments, EUROMIL, des italienischen Antikriegskomitees und der Internationalen Koalition für ein Verbot von Uranwaffen (ICBUW) trafen sich mit Herrn Simmons am 31. April 2009 in Brüssel. Die NATO würde ihre Position nach der Diskussion in der UN-Vollversammlung 2010 überprüfen und aktualisieren, so Simmons.

Dennoch sei die NATO nicht in der Lage, eine detaillierte Untersuchung der Folgen von Uranwaffen selbst zu unternehmen, sagte er weiter. Stattdessen habe die Organisation Zugang zu regierungsbeauftragten WissenschaftlerInnen der Mitgliedsstaaten, die die Frage untersuchen können, nachdem neue Daten aus den UN-Organen veröffentlicht werden.

Die NATO findet jedoch die Beurteilung der WHO zu Uranwaffen zufriedenstellend, obwohl diese sehr scharf von unabhängigen Gruppen und ExpertInnen kritisiert wurde. Der letzte WHO-Bericht von 2003 hatte wichtige Daten über einen Zusammenhang mit Krebs vernachlässigt. Seit 2003 sind viele von Fachleute begutachtete Dokumente veröffentlicht worden, die ein Zusammenhang zwischen Uranwaffeneinsatz und Krankheiten nachweisen. Die NATO-Entscheidung, diese Folgen erneut zu prüfen, wird die WHO unter Druck setzen, eine wissenschaftlichere Bewertung der langfristigen Auswirkungen von Uranwaffen zu unternehmen.

„Wir begrüßen die NATO-Entscheidung“ sagte Ria Verjauw von ICBUW. „Nichtsdestotrotz scheinen alle Wege zurück zur WHO zu führen. Der Druck auf die internationale Gesellschaft wächst, Uranwaffen zu verbieten, vor allem auf die UN-Organen, die bei der UN-Vollversammlung 2010 berichten sollen. Die WHO-Position wird immer weniger vertretbar, weil die Daten sich vermehren, die Uran mit vielen Krankheitsbilder verbinden. Wir rufen Staaten dazu auf, ein freiwilliges Moratorium auf Uranwaffen einzurichten, als erster Schritt zu einem umfassenden Verbot weltweit.“

Simmons meinte, dass die NATO keine Kontrolle über die Wahl der eingesetzten Waffen seiner Mitgliedsstaaten hat, obwohl es Pläne für den Schutz vor Verseuchung für NATO-Truppen beim Einsatz gibt. In Antwort auf der Frage, ob die NATO einen Einsatz mit Uranwaffen befürworten würde, sagte Simmons, es käme darauf an, welches Land angegriffen und was sein militärisches Potential sei. Die Frage sei hypothetisch, daher wollte er nicht näher darauf antworten. Die NATO hat zudem eine Stiftung für die Räumung und Zerstörung von Munitionsreste vom Krieg.

Foto: Robert F. Simmons, Stv. Generalsekretär, Foto: NATO

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