
Rund 45 Veranstaltungen gedachten in der Bundesrepublik den Opfern der Atombombenangriffe auf Hiroshima und Nagaski. Die Bandbreite reichte von Mahnwachen, Ausstellungen bis zur Radsportveranstaltung der Pacemakers für eine atomwaffenfreie Welt. Auch die IPPNW war vielerorts mit dabei und appellierte auf zahlreichen Gedenkveranstaltungen, sich für die weltweite Abschaffung von Atomwaffen einzusetzen.
Berlin: Läuten der Friedensglocke
In Berlin wurde anlässlich des 63. Jahrestages des Bombenabwurfs in Hiroshima die japanische Friedenglocke im Volkspark Friedrichshain geläutet und eine Gedenktafel eingeweiht. Höhepunkt Veranstaltung war die Verlesung einer Grußbotschaft des Bürgermeisters von Hiroshima Tadatoshi Akiba. Die Medizinstudentin Lisa Takahashi aus Hiroshima, die sich im Rahmen des IPPNW-Austauschprogramms in Deutschland befand, verlas die Grußbotschaft: Trotz des Bemühens um die Abschaffung von Atomwaffen, drohe der Weltgemeinschaft "noch immer die Gefahr ihrer Ausrottung", mahnte der Bürgermeister in der Botschaft. Deswegen drückte er seinen Respekt für die Veranstaltung in Berlin und die Demonstration in Büchel aus und ermutigte die Zuhörer sich weiter für einen nachhaltigen Weltfrieden einzusetzen: "Das 21. Jahrhundert ist ein Zeitalter, in dem BürgerInnen mit ihrem Engagement Problemlösungen erreichen." Dr. Jens-Peter Steffen von der IPPNW ergänzte: "Atomwaffen stehen neben anderen Massenvernichtungswaffen an der Spitze aller Gewaltandrohung. Ihre zerstörerische Kraft gaukelt den Besitzern Macht, Kontrolle und Sicherheit vor.... Leider gewährt diese falsche Logik den Atomwaffen eine Zukunft."
Blumen für die Opfer in Bonn
Unter dem Titel "Blumen für die Opfer von Hiroshima und Nagasaki" fand am Abend des 6. August am Beueler Rheinufer in Bonn eine Kundgebung statt. Die IPPNW-Ärztin Gina Mertens hielt eine Gedenkrede. Robert Nicoll von der Friedensinitiative Bonn-Beuel forderte angesichts des "ernüchternden Bildes der aktuellen weltpolitischen Lage" die Beseitigung der bestehenden Atomwaffen, den Abzug der letzten 20 Atombomben aus Büchel, die Einstellung der Weiterentwicklung neuer Atomwaffen, sowie den Abzug des Bundeswehrkontingents aus Afghanistan.
Ausstellung in Braunschweig
Am Kohlmarkt in Braunschweig veranstaltete die IPPNW zusammen mit dem Friedenszentrum Braunschweig eine Informations- und Gedenkveranstaltung über Hiroshima-Nagasaki. Zudem wurden die Ausstellung "Bilder aus Hiroshima und Nagasaki" gezeigt.
Mahnwache in Bremen
"Abschalten, abrüsten. Nie wieder Tschernobyl. Nie wieder Hiroshima" forderte der IPPNW-Arzt Dr. med Knut Bortfeld in seiner Rede auf dem Marktplatz von Bremen. Dies sei die "rettende Sofortmaßnahme", die zu ergreifen sei für die Welt, die sich "auf der Intensivstation" befände, krank vor Angst. Atombombe und Atomkraftwerk seien die akuteste Gefahr für die Gattung Mensch und seinen Planeten, so Bortfeld. Ca. 160 Menschen nahmen diesmal an der traditionellen Mahnwache teil und legten auf dem Platz ein Friedenszeichen aus Blumen. Das Trio "DAF" spielte dazu Musik.
Mahngang in Dortmund
In Dortmund hielten die IPPNW und andere Friedensinitiativen eine Gedenkveranstaltung ab und informierten an einem Stand über die Gefahren von Atomwaffen. Anschließend fand der traditionelle Mahngang durch die Dortmunder Innenstadt statt. Auf Plakaten forderten die DemonstrantInnen: "Unsere Zukunft atomwaffenfrei" und warben für die Demonstration in Büchel.
Kundgebung in Hamburg
In Hamburg rief die IPPNW zusammen mit dem Hamburger Forum für Völkerverständigung und weltweite Abrüstung zu einer Kundgebung unter dem Motto "Hiroshima und Nagasaki mahnen! Unsere Zukunft - atomwaffenfrei!" am Ida-Ehre-Platz auf. Herbert Richter-Peill sprach für die IPPNW. Auf der Veranstaltung wurde gefordert, Deutschland solle den ersten Schritt zur weltweiten Abrüstung machen und den Atomwaffenverzicht im Grundgesetz verankern. Außerdem wurde der CDU-Bürgermeister Ole von Beust aufgefordert, endlich der Initiative "Mayors for Peace" beizutreten.
Lotosblüten in Kiel
Unter dem Motto "Lotosblüten für Hiroshima und Nagasaki" gedachte die IPPNW in Kiel am Abend der Opfer der Atombomben. Im Hiroshimapark wurden Lotosblüten gebastelt, die später am Abend von Kerzen erleuchtet auf den Kleinen Kiel gesetzt wurden. Seit den amerikanischen Atombombenabwürfenwird in Japan alljährlich der Opfer mit leuchtenden Lotosblüten gedacht, die in die Flüsse gesetzt werden, die die Städte durchfließen. Seit 1986 hat Kiel diese Tradition übernommen. Siegfried Lauinger von der Kieler IPPNW Kiel kritisierte das Nationale Raketenabwehrsystem der USA als Beginnn eines "erneuten Wettrüstens mit Atomraketen".
Lena Donat
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