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Helen Caldicott

Persönlichkeiten der IPPNW

Kinderärztin aus Australien, Mitbegründerin und ehem. Präsidentin der Physicians for Social Responsibility (PSR), Begründerin der Women's Action for Nuclear Disarmament (WAND), verheiratet, drei Kinder.

Dr. Helen Caldicott ist Ärztin, Humanistin, leidenschaftliche Anwältin für die Abrüstung und eine Frau des Friedens. Sie ist überall in der Welt bekannt als die Frau, die vor der atomaren Holocaust gewarnt hat – in Vorträgen, Büchern, Filmen, mit Bildern und in Worten, aber vor allem mit einem dynamischen Auftreten und einer Überzeugung, die man nicht so leicht vergessen kann. Sie widmete die letzten 25 Jahre ihres Lebens einer internationalen Aufklärungs-Kampagne über die medizinische Gefährdung durch das Atomzeitalter und die notwendigen Änderungen unserer Verhaltensweisen, um die Welt vor einer Umweltkatastrophe zu retten. Sie spielte eine Hauptrolle in dem Kampf gegen die französischen oberirdischen Atomtests. 1975 arbeitete sie mit australischen Gewerkschaften, um ihre Mitglieder über die Gefahren des nuklearen Brennstoffzyklus, besonders dem Uran-Bergbau, zu warnen.

Während ihres Aufenthalts in den USA, wiederbelebte Caldicott 1979 die eingeschlafene Ärzteorganisation in den USA, Physicians for Social Responsibility mit Dr. Eric Chivian und wurde ihre Präsidentin. Sie reiste ununterbrochen überall in der Welt und durch ihre Reden wurden viele Ärztegruppen gegründet, die später in die IPPNW als Sektionen eingetreten sind. In Großbritannien, Holland, Belgien und West-Deutschland, spielte Caldicott eine entscheidende Rolle für die Existenz der Ärzteorganisationen. Sie feuerte die ÄrztInnen an und PSR-ähnliche Gruppen schossen wie Pilze aus dem Boden. Sie gründete auch die Frauen-Friedens-Gruppe "Women’s Action for Nuclear Disarmament" (WAND) in den USA 1980.

Caldicott hat im Dezember 1986 ein Gespräch mit Ronald Reagan und seiner Tochter Patti Davis, die sie in ihrem Buch "Missile Envy" (Raketenneid) dokumentiert:

"Ich eröffnete das Gespräch, in dem ich sagte, er wisse bestimmt nicht wer ich bin, aber er unterbrach mich und sagte, doch er wüsste, dass ich Australierin bin und in meiner Jugend "On the Beach" von Nevil Shute gelesen hatte. Deswegen sei ich in die Atomwaffenfrage involviert worden. Ich sagte ihm, dass ich seit meinem vierzehnten Lebensjahr vor dem stetigen Aufbau von Atomwaffen Angst gehabt hätte, und dass ich 1956 Medizin zu studieren anfing, als ich siebzehn war. So hätte ich die Folgen von Strahlung auf zellulare Mechanismen und Gene kennengelernt." (eigene Übersetzung)

Dr. Caldicott war Lehrerin in Pädiatrie bei der Harvard Medical School und arbeitete bis 1980 als Ärztin im Kinderkrankenhaus in Boston. Dann gab sie ihren Beruf auf, um vollzeitig für die Verhinderung des Atomkrieges arbeiten zu können.

Nach einem Aufenthalt in Australien von 1987 bis 1995, wo sie als Abgeordnete kandidierte, zog sie in die USA zurück und moderierte eine wöchentliche Rundfunksendung. Sie arbeitete wieder als Kinderärztin in den USA und Australien bis 1998 und entschied dann, wieder zur Anti-Atom-Kampagne zurück zu kehren. Sie gründete eine neue politische Partei in Australien – "Our Common Future Party" (OCF) und kandidierte wieder für einen Sitz im Senat bei der Bundeswahl Ende des Jahres 2001.

Quellen

Armbruster-Heyer, Regine: Geschichte der Internationale Ärztebewegung zur Verhinderung des Atomkrieges in Bastian, Till (Hrsg.) Wir werden Euch nicht helfen können. Edition Freitag beim Robinson Verlag, Frankfurt/M 1983.

Caldicott, Helen: "Die "Physicians for Social Responsibility" – Ärztinnen und Ärzte in sozialer Verantwortung" in Ruprecht, Thomas M. "Äskulap oder Mars? Ärzte gegen den Krieg", Donat Verlag, Bremen 1991.

Veröffentlichungen

"Missile Envy" (1984, Bantam),

"If You Love This Planet: A Plan to Heal the Earth" (1992, W.W. Norton)

"A Desperate Passion: An Autobiography" (1996, W.W. Norton; veröffentlicht unter dem Titel "A Passionate Life" in Australien, Random House).

"The New Nuclear Danger – George Bush’s Military Industrial Psychosis and its Tragic Consequences" wird in den USA von New Press im April 2002 und in Australien von Scribe im Mai 2002 veröffentlicht.

Filme

"Eight Minutes to Midnight", nominiert für enAcademy Award 1982

"If You Love This Planet", bekam einen Academy Award für besten Dokumentarfilm 1983.

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