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Erfolge der IPPNW

25 Jahre IPPNW

1984 Die IPPNW erhält in Paris den UNESCO Friedenspreis für ihre "besonders bemerkenswerte Aktivität, um die Öffentlichkeit zu informieren und das Gewissen der Menschheit für den Frieden zu mobilisieren".

Die Mitbegründer der internationalen IPPNW bei der Verleihung des Friedens-Nobelpreises1985 Der IPPNW wird der Friedensnobelpreis zugesprochen. Bundeskanzler Kohl untersagt seinem Botschafter auf dem Höhepunkt der Nachrüstungsdebatte die Teilnahme an der Verleihung. Die Auszeichnung gibt der Bewegung weltweit neuen Aufschwung; sie wächst in einigen Monaten um mehrere zehntausend auf über 150.000 ÄrztInnen in mehr als 50 Nationen.

Gorbatschov verkündigt nach intensiver Lobbyarbeit durch die IPPNW ein einseitiges sechsmonatiges sowjetisches Atomtest-Moratorium.

Neuseeländischer Premier Minister Lange beim 6. Weltkongress in Köln1986 Der 6. Weltkongress in Köln wird 1986 von der bundesdeutschen Sektion organisiert. Durch die Katastrophe von Tschernobyl wird die internationale Organisation mit dem Thema der "friedlichen" Nutzung der Atomenergie konfrontiert. Die TeilnehmerInnen verabschieden eine Resolution, die den Ausstieg aus der Kernenergie fordert. Die Veranstalter stellen sich aber auch der deutschen Geschichte. Sie führen die TeilnehmerInnen auf den Kölner Westfriedhof und lassen Blumen niederlegen auf die Gräber der Verfolgten, Verschleppten, Kriegsgefangenen und Zwangsarbeiter.

SatelLife ÄrztInnenDie IPPNW ruft die Initiative "SatelLife" ins Leben, das die schlechten Kommunikationsbedingungen in den Entwicklungs-Ländern, die das Gesundheitswesen empfindlich beeinträchtigen, verbessern soll. Über das Informationssystem HealthNet können Ärzte, Forscher und in der Vorsorge Tätige medizinische oder Umweltdaten abrufen und austauschen. So können sich Ärzte online Rat holen, z.B. zur Diagnose seltener Tropenkrankheiten.

Handschlag zwischen Chasov und Gorbatschow1987 Der 7. Weltkongress in Moskau findet statt mit 2.000 ÄrztInnen aus 70 Ländern. Die internationale IPPNW zählt nun 175.000 Mitglieder und ist die am schnellsten wachsende medizinische Organisation der Welt. Am letzten Tag des Kongresses lädt Gorbatschow das Exekutiv-Komitee der IPPNW zu einer Besprechung ein. Gorbatschow betont die Wichtigkeit des zu Ende gegangenen Kongresses und erklärt, die IPPNW habe maßgeblich an dem Umdenkungsprozess in der Welt Anteil, auch an der sowjetischen Politik. ("IPPNW significantly shaped Soviet policy").

Antal Dorati dirigiert1988 Antal Dorati unternimmt zusammen mit Musikern aus 23 Ländern eine in der Geschichte der Musik einzigartige Konzert-Reise für den Frieden, organisiert von IPPNW-concerts. Innerhalb von nur einer Woche führte er mit MusikerInnen aus Ost und West Beethovens "Missa solemnis" in Berlin, Moskau, Dresden und London auf. Mehr als 200 Millionen Menschen in Ost und West erleben über Rundfunk und Fernsehen die Aufführungen.

1990 Die IPPNW übernimmt nach dem Tod von Altbischof Kurt Scharf die Schirmherrschaft für den Friedensfilmpreis. Er war 1986 von Berliner Friedensgruppen initiiert worden. Die Schriftstellerin Leonie Ossowski beschrieb die Ziele dieses Preises: "Mit diesem Filmpreis wollen wir nicht auf Humanismus und soziales Engagement hinweisen, auch nicht auf das künstlerische Mittel, mit dem uns Friedfertigkeit als Vision gezeigt wird. Wir wollen wachrütteln, wir wollen die Zuschauer dazu verführen, wieder eigene Verantwortung zu übernehmen und statt wegzuschauen mitzumischen."

1991 In Zusammenarbeit mit der türkischen IPPNW-Sektion NÜSED organisiert die deutsche IPPNW einen Medikamenten-Transport für die vom Golfkrieg besonders betroffene kurdische Bevölkerung. 50 Tonnen Medikamente werden den in Flüchtlingslagern im türkisch-irakischen Grenzgebiet arbeitenden ÄrztInnen übergeben.

1993 General Electric verkauft seinen gesamten Aerospace-Bereich an den Rüstungskonzern Martin Marietta. Seit 50 Jahren war General Electric in den USA die treibende Kraft hinter der Atomwaffenproduktion. 1986 rief INFACT zum Verbraucher-Boykott gegen General Electric auf. Mehr als 4 Millionen Bürger und 500 Organisationen beteiligten sich daran. Seit 1991 forderte die deutsche Sektion der IPPNW dazu auf, keine Geräte von GE zu kaufen, solange der Konzern am Atomwaffengeschäft beteiligt ist. Am 7. April 1993 erklärt der Vorstand der IPPNW den Boykott für erfolgreich beendet.

Aufgrund der erfolgreichen Lobbyarbeit der IPPNW bei der Versammlung der Weltgesundheits-Organisation (WHO) wird eine Resolution verabschiedet, die ein Rechts-Gutachten zur Völkerrechts-Widrigkeit von Atomwaffen beim Internationalen Gerichtshof in Den Haag in Auftrag gab. 1996 veröffentlicht der Internationale Gerichtshof sein Gutachten über den Völkerrechts-Status der Atomwaffen. Er erklärt: "Die Androhung mit und Einsatz von Atomwaffen sind generell völkerrechtswidrig." Damit ist das Ziel des "Projekt Weltgerichtshof", dass die IPPNW gemeinsam mit der Internationalen Vereinigung der Juristen gegen Atomwaffen (IALANA) und dem Internationalen Friedensbüro (IPB) 1992 gestartet hatte, erreicht. Die "Canberra Commission", wird vom australischen Premierminister ins Leben gerufen. Die Gruppe von 17 renommierten Experten legt 1996 einen Katalog von Sofort-Maßnahmen zur Abschaffung der Atomwaffen vor. Der neue Co-Präsident der IPPNW, Dr. Ron McCoy (Malaysia), hatte in der Kommission Sitz und Stimme.

Landminen-Projekt in Guatemala1994 Die deutsche IPPNW arbeitet im Auftrag der Hohen Flüchtlings-Kommissarin der Vereinten Nationen (UNHCR) in Guatemala an einem Pilot-Projekt zur Wieder-Ansiedlung der Flüchtlinge. Die Bevölkerung wird über Landminen aufgeklärt und guatemaltekische indianische Bauern werden trainiert, sie zu entdecken, zu markieren und zu melden. So können die Flüchtlinge in ihre Dörfer zurückkehren, und die Landwirtschaftsproduktion wird wieder angekurbelt. In der eineinhalbjährigen Dauer des Projektes werden insgesamt 150.000 Quadratmeter abgesucht. Die deutsche IPPNW findet große Anerkennung bei allen beteiligten Parteien. Die UNO bewertet das Projekt als Erfolg. Auch im Deutschen Bundestag wird die Initiative gewürdigt, die in einen Gesetzentwurf der guatemaltekischen Regierung mündet, beim Minenräumen Hilfe zu leisten, Geld zur Verfügung zu stellen und die Bevölkerung aufzuklären. 1997 erhält die Internationale Kampagne für ein Verbot von Landminen (ICBL), an dem sich die IPPNW aktiv beteiligt, den Friedens-Nobelpreis. Sie übte einen dermaßen effektvollen Druck auf die Öffentlichkeit und die Politiker aus, dass im Dezember 1997 ein international verbindliches Abkommen gegen Anti-Personen-Minen zur Unterschrift auslag.

Ulrich Gottstein besucht Ärzte in Irak1995 Bereits zum sechsten Mal seit 1990 besucht Prof. Gottstein zusammen mit dem Kollegen Khaldoun Hammoud den Irak und liefert fünf Tonnen Medikamente an Kinderkliniken und Krankenhäuser. Die Materialien werden durch Spenden finanziert.

Bei der Überprüfungskonferenz zum Atomwaffen-Sperrvertrag entsteht das internationale Netzwerk für die Abschaffung der Atomwaffen, Abolition 2000. Die anwesenden Nichtregierungs-Organisationen entdecken, dass gemeinsame Lobbyarbeit erfolgreicher ist. Mehr als 200 anwesende Organisationen entwickelten eine Gründungs-Erklärung, deren Unterzeichnung bis heute Grundlage für die Teilhabe im Netzwerk ist. Abolition 2000 ist bei allen Verhandlungen zum Buch "Sicherheit und Überleben"Atomwaffen-Sperrvertrag vertreten und versucht, die lahmen Verhandlungen mit Präsenz und Kompetenz positiv zu beeinflussen. 1987 entwerfen RechtsanwältInnen und WissenschaftlerInnen für das Netzwerk eine Modell-Konvention und reichen sie durch Costa Rica bei den Vereinten Nationen (UN) ein. Die Konvention wird von der IPPNW in dem Buch «Security and Survival: The Case for a Nuclear Weapons Convention» veröffentlicht, das 2000 in deutscher Übersetzung erscheint.

Nach jahrelanger Lobbyarbeit und Protest-Aktionen wird der Atomteststoppvertrag in der UN-Vollversammlung unterzeichnet. 1987 hatte die IPPNW eine Protestbriefaktion gegen Atomwaffen-Tests und für ihren sofortigen Stopp gestartet und die Aktion alle Jahre bei jedem Test wiederholt.

Nach vierjähriger Vorbereitungszeit veranstaltet die Nürnberger Regionalgruppe gemeinsam mit der Deutschen Sektion der IPPNW den internationalen Kongress "Medizin und Gewissen. 50 Jahre nach dem Nürnberger Ärzteprozess", der den Bogen spannt von einer kritischen Auseinandersetzung mit den Verstrickungen der deutschen Medizin in das national-sozialistische Unrechts-System bis hin zu den ethischen Herausforderungen an und durch die gegenwärtige Medizin. An den 11 Plenar-Veranstaltungen und 64 Foren rund um die "Strasse der Menschenrechte" nehmen über 1.600 Besucher, 150 Referenten und 100 Journalisten teil. Die Authentizität des Ortes, die Vielfalt der Themen und die große Zahl von Teilnehmern unterschiedlicher Generationen und Professionen schaffen eine Aufbruch-Stimmung gegen die restaurativen Tendenzen. Zum 50. Jahrestag der Verkündung des Urteils im Nürnberger Ärzte-Prozess und des Nürnberger Kodexes 1947 wird der Nürnberger Kodex 1997 verabschiedet, in dem sich die Ärztinnen und Ärzte zu ihrer persönlichen Verantwortung für das gesundheitliche Wohl des Individuums und zur Verwirklichung einer menschlichen Medizin bekennen.

1998 Die Middle Powers Initiative (MPI) wird von einem Netzwerk internationaler BürgerInnen-Organisationen gegründet. Die MPI ist eine zielgerichtete Kampagne, die die Führer der Atomwaffen-Staaten aufklären und dazu ermutigen will, aus der Denkweise des Kalten Krieges auszubrechen, sich unverzüglich zu praktischen Schritten zur Verringerung der Gefahren zu verpflichten - einschließlich des Verzichts auf den Ersteinsatz und die Aufhebung der Alarmbereitschaft sämtlicher Nuklear-Streitkräfte - und mit Verhandlungen zur vollständigen Abschaffung der Atomwaffen zu beginnen. Eine der acht Träger-Organisationen ist die IPPNW. 2000 einigen sich in einem dramatischen Ende der Konferenz zur Überprüfung des Atomwaffen-Sperrvertrages die 187 Unterzeichner-Staaten auf ein Aktions-Programm für eine atomare Abrüstung. Die Zusicherung der Atomwaffen-Staaten, ihre Arsenale vollständig abzurüsten, ohne dies als "Fernziel" zu bezeichnen, ist ein Erfolg intensiver Lobbyarbeit der Gruppe von sieben Staaten, die als die "New Agenda Coalition" bekannt ist und von der Friedens-Initiative "Middle Powers Initiative" unterstützt wird.

Die IPPNW-Kampagne "Abschalten. Abrüsten. Mitmachen" wird aufgrund der Atomtests in Asien und der Castor-Affäre mit Presse-Konferenzen neu belebt, auf denen die Ergebnisse zweier Forsa-Umfragen vorgestellt wurden: 87% der Deutschen sind für einen Abzug der US-Atomwaffen auf deutschem Boden. Die Nachricht, dass 76% der deutschen Bevölkerung ein sofortiges Atomausstiegs-Gesetz befürworten, erzielt bundesweiten Schlag-Zeilen. Die Kampagne, bestehend aus einer Anzeigen-Reihe in der "Zeit", einer Wahl-Prüfsteine-Aktion und offenen Briefen von Vorstandsmitgliedern, zeigt Wirkung auf die Bundestags-Wahlkampagne.

Seit 1998 vermittelt die IPPNW jedes Jahr Studierende im Rahmen Programms famulieren&engagieren in unterschiedliche Länder weltweit. Sie setzen sich neben ihrer Famulatur mit den Auswirkungen politischer, sozialer und ökologischer Bedingungen auf die Gesundheit von Menschen auseinander.

1999 Die Bundesregierung etabliert einen zivilen Friedensdienst. Unter dem Dach des Deutschen Entwicklungsdienstes (DED) ist es – wenn auch nur in geringem Umfang – möglich, staatlich geförderte Projekte des Zivilen Friedensdienstes anzubieten. Als Mitglieds-Organisation des Forums Ziviler Friedensdienst beteiligt sich die IPPNW aktiv an der Ausgestaltung von Programmen zur Krisen-Prävention und ziviler Konflikt-Bearbeitung in der Balkan-Region.

2001 Nach massiver Öffentlichkeitsarbeit der Ulmer Ärzteinitiative bestätigt das Bundesamt für Strahlenschutz erstmals, dass die Krebs-Häufigkeit bei Kindern in der Nähe der bayrischen Atomkraft-Werke um mehr als 20 Prozent erhöht ist. Das Bundesamt für Strahlenschutz erkennt außerdem die Untersuchungs-Ergebnisse älterer Studien des Umwelt-Institutes in München an. Danach gibt es in der Nahumgebung von Atomkraft-Werken eine bis zu 53 Prozent erhöhte Krebsrate bei Kleinkindern. IPPNW und Bundesamt für Strahlenschutz vereinbaren die Durchführung von Studien, die den Krebs-Erkrankungen in der Umgebung der deutschen Atomkraftwerke nachgehen. Das Bundesamt für Strahlenschutz will darüber hinaus die speziellen Beobachtungen um Atomkraftwerke in 5-Jahres-Abständen fortsetzen und auf alle deutschen Standorte ausdehnen.

2002 Die Protestpostkarte "Gerhard gib uns unser Jod" und eine Faxaktion von Ärztinnen und Ärzten der IPPNW an die Bundes- und Landesärztekammern wirbeln eine Menge Staub auf. Der Erfolg bleibt nicht aus: Der Deutsche Ärztetag beschließt ganz im Sinne der IPPNW umfangreiche Forderungen zur Vorverteilung von Jodtabletten.

2003 Am 15. Februar demonstrieren über eine halbe Millionen Menschen zwischen dem Berliner Alexanderplatz und der Straße des 17. Juni, um einen Krieg gegen den Irak zu verhindern. Die IPPNW ist ganz wesentlich an der Organisation der Großdemonstration beteiligt. Weltweit bringen an diesem Tag weit über 10 Millionen Menschen in über 75 Ländern auf allen Kontinenten ihren Protest gegen die Politik der USA und ihrer Verbündeten zum Ausdruck.

2004 Die freche und gegen den Strich gebürstete IPPNW-Aktion "Hanau selber kaufen", löst in der Öffentlichkeit und selbst im Parlament heftige Diskussionen aus. Peter Sodann, Tatortkommissar ist einer der ersten prominenten Unterstützer der Aktion. In nur wenigen Wochen zeichnen potenzielle KäuferInnen durch Kaufbeteiligungserklärungen über eine Million Euro, um den Export der Brennelementefabrik nach China zu verhindern. Selbst aus Frankreich, der Schweiz, Österreich, Schottland und sogar aus Bethlehem erreichen die IPPNW gezeichnete Kaufbeteiligungen. Nach fünf Monaten schließt die Kampagne erfolgreich ab: Bis dato ist das Geschäft mit China auf Eis gelegt.

2005 Zum 60. Jahrestag von Hiroshima und Nagasaki startet die IPPNW einen Appell, der mit mehr als 1.000 Unterschriften in der Süddeutschen Zeitung erscheint. Der Appell weist auf die politische, militärstrategische und moralische Unverantwortlichkeit der atomaren Risiken und das grauenhafte medizinische Elend der Folgen im Ernstfall hin und verlangt die Abschaffung der Atomwaffen. Viele Mitglieder und IPPNW-Initiativen schließen sich zudem dem bundesweiten Aufruf an, den Gedenktag zu einer Nacht der 100.000 Kerzen zu gestalten.

2006 Die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl von 1986 hat die Welt verändert. Auf dem IPPNW-Kongress "Zeitbombe Atomenergie - 20 Jahre Tschernobyl" in Bonn diskutieren etwa 500 Besucher mit 77 Experten aus Deutschland, Russland, Weißrussland, der Ukraine, der Schweiz, den USA und Frankreich über die Folgen der Reaktorkatastrophe. Die IPPNW erarbeitet und publiziert gemeinsam mit der Gesellschaft für Strahlenschutz eine umfangreiche Studie zu den Tschernobyl-Folgen. Die scharfe Kritik an den unstimmigen Opferzahlen der Internationalen Atomenergiebehörde führt dazu, dass diese zum 20. Jahrestag der Katastrophe keine Zahlen mehr nennt. Am Ostersamstag erscheint eine IPPNW-Anzeige in der Süddeutschen Zeitung mit dem Titel »Es gibt keine »friedliche« Nutzung der Atomenergie«, die 1.600 Mitglieder und Anhänger der IPPNW unterzeichnen.

2007 Ohne den Wissenschaftler Alfred Körblein und den IPPNW-Arzt Reinhold Thiel wüsste die deutsche Öffentlichkeit nicht, dass bei Kindern das Risiko, an Krebs und Leukämie zu erkranken, zunimmt, je näher sie an einem der deutschen Atomkraftwerke wohnen. Das Deutsche Kinderkrebsregister, das Bundesamt für Strahlenschutz, die Strahlenschutzkommission und das Bundesumweltministerium - sie alle wollten jahrzehntelang von erhöhten Krebserkrankungen um Atomkraftwerke nichts wissen, obwohl Ärzte vor Ort genau dies immer wieder festgestellt hatten. Reinhold Thiel hatte durch öffentlichen Druck dafür gesorgt, dass das Bundesamt für Strahlenschutz das Mainzer Kinderkrebsregister mit einer Fall-Kontroll-Studie beauftragte, die im Dezember 2007 veröffentlicht wurde. Sie beweist eine um 60%- erhöhte Krebsrate und ein um 120 % erhöhtes Leumkämie-Risiko für Kinder unter 5 Jahren, die im 5-km-Umkreis von Atomkraftwerken wohnen.

2010 Am 18. September folgen 100.000 Menschen aus ganz Deutschland einem Aufruf der IPPNW und fünf anderen Organisationen und „umzingeln“ das Kanzleramt in Berlin, um für eine andere Atompolitik und das Ende des Uranabbaus zu demonstrieren.

2011 Nach der atomaren Katastrophe von Fukushima beschließt die Bundesregierung die Stilllegung von acht Atomkraftwerken und die Rücknahme der Laufzeitverlängerungen. Das letzte AKW in Deutschland soll 2022 abgeschaltet werden. Wenige Tage zuvor, am 28. Mai 2011 hatten 160.000 Menschen in 21 Städten unter dem Motto "Atomkraft Schluss!", demonstriert. Die deutsche Anti-Atom-Bewegung - darunter auch die IPPNW - hat Geschichte geschrieben.

Erfolge der IPPNW

Die IPPNW und der Friedensnobelpreis

Am 10. Dezember 1985 erhielt die IPPNW den Friedens-Nobelpreis in Oslo für die Aufklärung der Öffentlichkeit über die Gefahren eines Atomkrieges für Leben und Gesundheit der Menschen.

Erfolge der IPPNW

Die IPPNW und der Atomteststopp

Eines der Hauptziele der IPPNW-Aktivitäten, international wie in Deutschland, war die Durchsetzung eines Atomwaffentest-Stopps, zunächst durch ein Atomtest-Moratorium. Die IPPNW-Analyse ergab, dass der atomare Rüstungswettlauf nicht zum Stillstand gebracht werden könne, bevor die Tests nicht eingestellt waren.

Erfolge der IPPNW

Die Anti-Landminen-Kampagne

Die IPPNW fordert auf nationaler und globaler Ebene ein Verbot der Produktion, des Exports, der Verbreitung und des Einsatzes von Landminen.

Erfolge der IPPNW

Projekt Weltgerichtshof

(The World Court Project)

Der 8. Juli 1996 ist ein Tag, der in der Abrüstungs-Geschichte vermerkt werden wird. An diesem Tag verkündete das höchste Rechts-Organ der Welt - der Internationale Gerichtshof in Den Haag - sein Rechts-Gutachten über Atomwaffen. Friedens-Aktivisten überall in der Welt hatten jahrelang auf diese Entscheidung hingearbeitet.

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